Fußball – PfiffIKus: Teamoffizielle können nun persönlich bestraft werden

Funktionäre nicht mehr unantastbar

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Es kommt immer auf die Art der Kommunikation mit dem Schiedsrichter an: Bromes Trainer Mark-Oliver Schmidt (l.) bleibt hier noch recht sachlich, aber es gibt auch ganz andere Fälle.

Isenhagener Land – Einst waren sie persönlich unantastbar. Doch das hat sich mittlerweile – genauer gesagt seit Beginn der laufenden Spielzeit – geändert. Spielstrafen wie indirekte und direkte Freistöße sowie den Strafstoß können Teamoffizielle zwar schon länger verursachen.

Seit wenigen Monaten können sie nun aber auch mittels persönlicher Strafen „bedacht“ werden.

In dieser ersten PfiffIKus-Kolumne des Jahres 2020 werden die regeltechnischen Grundlagen dafür beleuchtet und dazu ein Rückblick auf das erste halbe Jahr mit dieser neuen Regel geworfen.

Vergehen von Teamoffiziellen

Als Teamoffizielle gelten alle Personen, die auf der Teamliste des Spielberichts online aufgeführt sind (und keine Spieler, Auswechselspieler oder Ordner sind). Folgende Personen zählen also dazu:

– Trainer

– Trainerassistent/Betreuer

– Arzt

– Physiotherapeut

– Zeugwart

– Mannschaftsverantwortlicher

Befindet sich während des laufenden Duells eine solche Person unerlaubt auf dem Spielfeld, greift in dieses ein und das Spiel wird deshalb unterbrochen, so wird die Partie wie folgt fortgesetzt:

In den meisten Fällen mit direktem Freistoß bzw. Strafstoß. Einen indirekten Freistoß gibt es bei Unsportlichkeiten bzw. verbalen Vergehen (z. B. Beleidigungen).

Auch wenn ein Teamoffizieller ein Vergehen außerhalb des Spielfeldes gegen einen Spieler der gegnerischen Mannschaft oder den Schiedsrichter begeht, so wird ein Freistoß verhängt (je nach Art). Dieser wird dann gegebenenfalls an der Begrenzungslinie, die dem Teamoffiziellen am nächsten ist, verhängt. Die Vergehen, die persönliche Strafen nach sich ziehen, sind im Regelwerk explizit genannt und vom DFB mit Handlungsempfehlungen untermauert worden.

Grundsätzlich erhalten die Schiedsrichter nun die Möglichkeit, außenwirksam auch die Bänke zu disziplinieren. Zuvor war dies nur durch mündliche Ansprachen möglich, wobei für Zuschauer nicht ersichtlich war, was die Konsequenz der Ansprache gewesen ist.

Bei „kleineren“ Vergehen seitens der Bank sind die einzelnen „Eskalationsstufen“ (mündliche Ermahnung, Verwarnung mittels Gelber Karte, Feldverweis mittels Roter Karte) nun klarer kommunizierbar. In hektischen Spielphasen können Teamoffizielle des Innenraums verwiesen werden, ohne dass ein starker Wortwechsel mehr zwischen Schiedsrichter und betroffener Person stattfinden muss.

Der (Chef-)Trainer ist für das Verhalten der Bank verantwortlich und wird sanktioniert, sobald der „Täter“ nicht identifizierbar ist. Des Feldes/Innenraums verwiesene Personen dürfen sich nicht mehr im Innenraum und in der Nähe der Trainerbänke aufhalten. Sind sie weiterhin „auffällig“, so können sie auch (analog zu Zuschauern) des Sportgeländes verwiesen werden.

Die persönliche Strafe der Gelb-Roten Karte entfällt auf Kreisebene des Kreises Gifhorn. Feldverweise ziehen auf Kreisebene (nicht wie in den Profispielklassen) für die kommenden Spiele keinerlei Strafen nach sich. Sie ziehen aber sehr wohl Geldstrafen nach sich. Die Konsequenz einer Gelb-Roten sowie der Roten Karte ist also auf Kreisebene identisch. Die Höhe der Geldstrafe wird auf Grund des Schiedsrichterberichtes vom Spielausschuss festgelegt.

NFV-Hinweis

Der nächste Anwärterlehrgang für Referees soll an folgenden Terminen stattfinden:

– 14. bis 15. Februar 2020 in der Jugendherberge Hankensbüttel

– 22. Februar 2020 in Wesendorf

– 29. Februar 2020 in Gifhorn

Noch ist die Mindest-Teilnehmerzahl im Übrigen nicht erreicht. Das soll sich aber nach Möglichkeit noch ändern. Anmeldungen sind noch bis 13. Januar 2020 möglich im Internet unter www.nfv-gifhorn.de (Schiedsrichter/Wie werde ich Schiedsrichter) oder per Mail an Lehrwart Thorben Rutsch (thorben.rutsch@nfv-gifhorn.de).  red

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