Fußball – Bundesliga: Ginczek hadert mit Übereifer

Frustrierte Wölfe: „Das Dritte killt dich“

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Sein Bock bedeutete noch nicht den endgültigen K.o.: William (l., hier gegen David Alaba) verschuldete das 0:2.

ib Wolfsburg. Immerhin eine kleine Trophäe nahm Daniel Ginczek mit nach Hause.

In den Katakomben schnappte sich der Stürmer des VfL Wolfsburg das Trikot seines Münchener Pendants Robert Lewandowski, der am Samstag beim 3:1-Sieg der Bayern mit seinem Doppelpack zum Matchwinner avancierte. Das von Mats Hummels hätte er schon in seiner Sammlung. Und Lewandowski kenne er ja noch aus gemeinsamen Dortmunder Zeiten. „Ich wollte sein Trikot schon immer haben. . . “ Noch viel lieber als das rote Shirt wäre Ginczek allerdings etwa Zählbares gewesen.

Auch das lag seiner Meinung nach in greifbarer Nähe. „In der Phase, in der die Bayern waren, ist mehr drin. Alle werden sagen: Klar, gegen Bayern kann man verlieren. Aber wir sind enttäuscht, es sind auch drei Punkte“, meinte der 27-Jährige. Als Grund für die Schlappe machte Ginczek den Wolfsburger Übereifer nach dem Anschlusstreffer seines Angriffskollegen Wout Weghorst aus. Hatten sich die Wölfe gut eine Stunde lang eher versteckt, wollten sie mit einem Mal zu viel auf einmal, so sein Kritikpunkt. „Nach dem 2:1 wollten wir zu schnell das 2:2 und haben nach hinten fahrlässig agiert. Das dritte Gegentor killt dich.“ Selbst mit zehn Mann, das wisse jeder, sei der FCB noch immer brandgefährlich. Doch der VfL hätte in dieser spielentscheidenden Phase zu schnell die Bälle hergeschenkt und „zu hektisch“ agiert, monierte der Ex-Stuttgarter. Es hätte sich schlichtweg eine Eigendynamik in den Köpfen entwickelt: Der Gegner nur noch zu zehnt, der Ausgleich möglich, das Stadion in Aufruhr.

Letztlich hätten die Wölfe versuchen sollen, geduldiger auf das 2:2 zu spielen, bekräftigte auch Torwart Koen Casteels. „Wir müssen da ruhiger bleiben und die Kontrolle halten. Dann passiert das 1:3 nicht und es sind noch 20 Minuten Zeit. Irgendwann kommt die Chance.“ Deshalb wurmte ihn der Todesstoß durch James Rodriguez noch weitaus mehr als der Lapsus seines Teamkollegen William vor dem 0:2. „Der Junge macht das natürlich nicht absichtlich“, nahm Casteels den Rechtsverteidiger in Schutz. „Aber ich ärgere mich mehr über das 3:1. Wir spielen elf gegen zehn, da kann es nicht sein, dass der James da so freisteht im Sechzehner.“ Deshalb sei die Niederlage in Summe „frustrierend, weil wir die Bayern selbst eingeladen haben, die Tore zu machen.“

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