Schau zum 100-jährigen Jubiläum des Turnkreises Gifhorn kommt super an / Flutmulde bis zum Bersten gefüllt

Fröhlich, frisch, farbenfroh, fantastisch!

Atemberaubende Akrobatik vor prachtvoller Kulisse: Die Schau des Turnkreises Gifhorn zum 100-jährigen Jubiläum sorgte für einen kunterbunten Mix und eine pickepackevolle Flutmulden-Sporthalle.

Gifhorn. Die Halle der Flutmulde hatte nicht genug Fassungsvermögen. Dicht gedrängt verfolgten die Besucher am Sonnabend die spektakuläre Show des Turnkreises Gifhorn zum 100-jährigen Jubiläum.

Mehr als 600 Beteiligte aus dem ganzen Landkreis zeigten die volle Bandbreite des Turnsports, von Kindern bis zu den Senioren waren alle Altersklassen vertreten. Karsten Hoffmann führte durch die zwölf Programmpunkte, die nicht nur den Beteiligten sichtlich Freude bereiteten.

Gesundheitssport mit Männern des MTV Wittingen und SV Sprakensehl, die zeigten, was man mit dem Fitball und dem Flexibar alles machen kann. Kinderturnen oder Tanzen wurde gleich von etlichen Vereinen gezeigt, Spezielles wie das Rhönradturnen blieb dagegen der SV Meinersen vorbehalten, die diese Sportart seit 1983 als einziger Verein im Kreis anbietet.

Die Jazzdancerinnen vom SV Wedes-Wedel zeigten die Choreographie „Avatar“, ebenso fantasievoll kostümiert waren die jungen Turnerinnen des TuS Ehra-Lessien, die als Turndrachen spektakuläre Turnübungen vorführten. Auch die Gruppe „4tune“ des TV Jahn Rühen, bereits mehrmals Bezirks- und Niedersachsenmeister, begeisterten mit ihrem aktuellen Wettkampftanz nach dem Film „Das letzte Einhorn“. Aus dem Nordkreis waren weiterhin Sportler des TV Concordia Warenholz und des MTV Wittingen mit der Sportart „Fit-Drums“, Seniorensport mit Mitgliedern des SV Langwedel, SV Sprakensehl und TVC Wahrenholz sowie Gymnastik-Damen des SV Steinhorst, die im Programmpunkt „Kontraste“ ein Potpourri von afrikanischen Rhythmen bis zum Walzer zeigten.

Vor der Show hatte der langjährige Vorsitzende des Turnkreises, Friedrich-Wilhelm Stever, einen kurzen Abriss der Geschichte gegeben. Dass 2011 das 100-jährige Jubiläum gefeiert wird, ist einer Notiz aus einer Festschrift anlässlich eines Turnfestes in Braunschweig 1952 zu verdanken, in dem auf das Gründungsjahr 1911 hingewiesen wird. „Die ersten Jahre des Turnkreises liegen im Nebel“, sagte Stever. Erst ab 1919 seien Protokollbücher geführt worden. Schon 100 Jahre zuvor hatte Turnvater Friedrich-Ludwig Jahn 1811 auf der Berliner Hasenheide den ersten öffentlichen Turnplatz eröffnet.

1978, nach der Trennung von Wolfsburg, hatte der Turnkreis Gifhorn 5900 Mitglieder. Derzeit sind in 82 Vereinen des Landkreises 18300 Turner aktiv. 75 Prozent von ihnen sind weiblich. Daher sei es nicht verwunderlich, dass nun mit Sabine Wagner eine Frau den Turnkreis führe, sagte Stever, der auch seinen Vorgänger, Richard Dietrichs begrüßte. Dieser feierte am 9. November seinen 100. Geburtstag und ist damit ebenso alt wie der Turnkreis!

„Drei Dinge haben wir Turner. Mit ‘Gut Heil’ einen Gruß, der auf das 12. Jahrhundert zurückgeht, mit ‘Frisch, fromm, fröhlich, frei’ einen Wahlspruch und mit den vier zusammengesetzten F ein Turnerkreuz, das zwar auf dem Turntag um 1846 abgelehnt, aber dann doch übernommen wurde“, erklärte Stever. Ein Hinweis gab er auch auf den ältesten Sportverein des Landkreises, den MTV Wittingen, der 1853 noch acht Jahre vor dem MTV Gifhorn gegründet wurde.

Hoch zufrieden mit der Jubiläums-Schau war auch die jetzige Vorsitzende Sabine Wagner. „Ich bin sowohl mit der Beteiligung als auch mit der Zuschauerzahl absolut zufrieden“, sagte sie. An den zwölf Programmpunkten hätten 26 Vereine mitgewirkt, man habe schon vor einem Jahr mit den Planungen angefangen. Ehrungen gab es am Sonnabend nicht, die sollen dann beim nächsten Kreisturntag im Februar erfolgen.

Von Burkhard Ohse

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