Handball – Verbandsliga Herren: Famose Wittinger verteidigen durch 30:19 Platz eins und toppen Bühlows kesse Prognose

Die Festung: VfL schmettert Burgdorf ab!

Kompromisslos aus dem Rückraum agierte nur Wittingen (beim Wurf Kai Lemke). Burgdorf III hatte nichts zu bestellen.

Wittingen. Hoppe, hoppe, Reiter, wenn er fällt, dann schreit er. . . Die starke Aushilfe Kai Eschert saß gestern Abend bei seinem Huckepack-Jubel mit Malte Sültmann aber fest im Sattel.

Die Handballer des VfL Wittingen fürs Erste ebenfalls an der Tabellenspitze der Verbandsliga. In imposanter Manier wiesen die Brauereistädter im Topspiel den Verfolger TSV Burgdorf III mit 30:19 (18:8) in die Schranken.

Was Trainer Axel Bühlow einerseits ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zauberte, andererseits aber auch leichtes Kopfschütteln hervorrief. Der VfL eine Woche nach dem Moringen-Murks plötzlich meisterlich. „Wenn wir davon nur ein Viertel auswärts präsentieren würden, hätte ich weniger Sorgen.“ Die Heimmacht Wittingen (elf Siege in elf Spielen!) als gespaltene Persönlichkeit... Daher verknüpfte Bühlow die gestrige Gala sogleich mit einer eindringlichen Bitte: „Ich hoffe, dass wir das mit rübernehmen können.“

Dass der VfL in diesem Schlüsselspiel so bärenstark auftrumpfte, war beileibe keine Selbstverständlichkeit. Die Ergebnisse der Aufstiegs-Konkurrenz tags zuvor hatten dem Primus die Pistole auf die Brust gesetzt. Siegen oder vom Thron fliegen! Damit hätte sich die Mannschaft nicht beschäftigt, erwiderte Bühlow. „Wir waren immer noch in der Situation, wo wir nur auf uns schauen müssen. Wenn wir alle Spiele gewinnen, ist das Ding durch.“

Den ersten großen Schritt taten die Brauereistädter gegen einen Herausforderer aus Burgdorf, der neben Ex-Bundesliga-Spieler Robin Kothe auch reichlich Talente aus seiner Bundesliga-A-Jugend im Gepäck hatte. Doch der TSV sah sich von der ersten Sekunde an einer Abwehr aus Granit gegenüber. Zack 5:1 für Wittingen! Déjà-Vu bei Bühlow: „Das war wie im Hinspiel. Nur dass wir dieses Mal nicht eingebrochen sind.“ Der VfL stand nicht nur wie ein Bollwerk inklusive der Torhüter und rief so Stirnrunzeln bei den Burgdorfern hervor. Er trug selbst auch diszipliniert und variantenreich seine Angriffe vor. So entwickelte sich ein Spielverlauf nach Plan. Zur Pause prangte bereits ein 18:8 von der Anzeigetafel.

Übrigens vor einer ebenso traumhaften Kulisse mit gut 400 Zuschauern! Es sei so „proppevoll“ wie schon lange nicht mehr gewesen an diesem ungewöhnlichen Sonntags-Termin, staunte auch Bühlow. „Die Stimmung war super, da macht es allen doppelt so viel Spaß.“ Fürwahr. Zwar hätten sich die Gastgeber nach dem Wechsel ein „bisschen zurückgenommen“ in punkto Torausbeute. Die Defensive stand aber weiterhin wie eine Eins. Klares Indiz dafür die zunehmenden Verzweiflungswürfe der Gäste aus dem abgemeldeten Rückraum.

Der leichte Leistungsabfall war für Bühlow kein Haar in der Super-Suppe. „Es gibt nichts zu meckern.“ Vielmehr sei die Demontage des Rivalen ein Maßstab gewesen. Immerhin übertraf der VfL sogar noch die kühnen Erwartungen seines Coaches. Der hatte abends zuvor zuhause noch mit vollem Ernst gesagt: „Wir gewinnen mit acht Toren. Da wurde ich schon als Aufschneider tituliert.“ In dem Fall konnten seine Schützlinge gerne nicht auf ihn hören.

Von Ingo Barrenscheen

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