Brave Germanen, böse Boldecker Land-Buben

Fairplay-Cup des NFV: VfL Ummern zur Halbzeit in Niedersachsen auf Platz acht, SV Osloß Schlusslicht!

Da schau her! Der VfL Germania Ummern (M. Tristan Kuhls) liegt im Halbzeit-Ranking des VGH-Fairness-Cups innerhalb des Niedersächsischen Fußball-Verbands (NFV) auf dem hervorragenden achten Platz.
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Da schau her! Der VfL Germania Ummern (M. Tristan Kuhls) liegt im Halbzeit-Ranking des VGH-Fairness-Cups innerhalb des Niedersächsischen Fußball-Verbands (NFV) auf dem hervorragenden achten Platz.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Alle ACHTung! Der VfL Germania Ummern zählt zu den absoluten Vorzeige-Vereinen im gesamten Niedersächsischen Fußball-Verband. Zumindest in punkto Benehmen auf dem grünen Rasen. Der Bezirksligist belegt in der Halbzeit-Auswertung des renommierten VGH-Fairness-Cups zur Saison 2021/22 landesweit Platz acht! So gut stand ein Vertreter aus diesen Gefilden selten da. Die Kehrseite der Medaille: Mit dem SV Osloß bildet ein anderer Klub aus dem Kreis Gifhorn (Rang 19 von 32 Kreisen) tatsächlich an 994. Stelle das unrühmliche NFV-Schlusslicht im Rüpel-Ranking!

Müller im Zwiespalt

Tabellenletzter in der Abstiegsrunde der Fußball-Bezirksliga. Kreisweiter Spitzenreiter im Kicker-Knigge-Klassement. Diese Extreme haben die Germanen aus Ummern in der ersten Saisonhälfte hingelegt. Genauso zwiespältig gestaltet sich dazu das Meinungsbild von VfL-Cheftrainer Hartmut Müller. Einerseits seien die Fairness-Lorbeeren eine „schöne Nebensache und schon lobenswert – überhaupt keine Frage.“ Doch andersherum seien seine Schützlinge einige Male fast schon „zu lieb“ im Kampf um das runde Leder unterwegs gewesen. Ein leichtes Dilemma. „Wir wollen natürlich keine Verletzungen hervorrufen. Aber hier und da einfach mal ein taktisches Foul, einen Konter unterbinden“: Wenn daraus bessere Ergebnisse entstanden wären, hätte er die ein oder andere Gelbe Karte mehr in Kauf genommen. Deren acht sammelte Ummern in den zehn Spielen der gewerteten Qualifikationsrunde – macht einen astreinen Quotienten von 0,8.

Das trifft uns doch sehr, sehr, sehr. Letzter, das geht gar nicht, damit können wir uns nicht identifizieren. Wir müssen und wir werden daran arbeiten.

Guiseppe Epifani, Teammanager des SV Osloß, zum letzten Platz in der VGH-Fairness-Cup-Wertung zur Saison-Halbzeit

Lediglich sieben von insgesamt 994 berücksichtigten Teams von der Bundesliga bis zur Kreisliga weisen zum Halbzeitpfiff einen noch salonfähigeren Habitus auf. Platz eins im VGH-Fairness-Cup belegt der SV Ippensen aus dem Kreis Rotenburg mit gerade einmal zehn Gelben Karten in 17 Saisonspielen (Quotient von 0,58). Dicht gefolgt vom Celler Kreisligisten TuS Hermannsburg (10 Spiele/sechs Mal Gelb/0,6).

Osloßer Teammanager erschrocken

Während die Ippenser also zur Winterpause von einer netten Prämie träumen können, liest sich die wenig ruhmreiche Ausbeute für den SV Osloß eher wie ein Albtraum. 26 Gelbe sowie jemals zwei Gelb-Rote und Rote Karten in nur sieben Partien seien eine „Kopfschütteln provozierende Bilanz“, heißt es in der NFV-Pressemitteilung. SVO-Teammanager Guiseppe Epifani führt zwar selbst an jedem Spieltag Liste. Doch dieses Ausmaß – die Rote Laterne in ganz Niedersachsen – „trifft uns doch sehr, sehr, sehr. Letzter, das geht gar nicht, damit können wir uns nicht identifizieren“, war Epifani erschrocken. Auch deswegen sei in der kommenden Woche eine Mannschafts-Sitzung anberaumt, in der Tacheles geredet werden soll. Die Bad Boys aus der Kreisliga A dürfe sich nicht „wie die Axt im Walde“ benehmen während der 90 Minuten. Viele der Spielstrafen hätten aus „Dummheiten“ resultiert. Es sei dringend angeraten, Image-Pflege zu betreiben in diesem wunden Punkt. Epifani: „Wir müssen und wir werden daran arbeiten.“

Sie langen zu oft und zu ungestüm zu: Die Kicker des Gifhorner Kreisligisten SV Osloß (in blau) sind unrühmliches Schlusslicht im Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV).

Das ist auch dem Wolfsburger Bezirksligisten SV Reislingen-Neuhaus angeraten, der als 993. (Quotient von 5,9) nur marginal besser wegkommt als Osloß. Nicht gerade prall da steht im landesweiten Vergleich auch der Wesendorfer SC auf Position 876 (7 Spiele/17 Gelbe Karten/2x Gelb-Rot). Ein Ampelkarton verhagelte auch dem ansonsten stets weiter vorne zu findenden SV Groß Oesingen ein Stelldichein unter den Top 50 im Land.

VGH-Fairness-Cup-Wertung: So ergibt sich das Ranking

Im bereits zum 29. Mal ausgetragenen VGH Fairness-Cup werden Gelbe Karten mit je einem, Gelb-Rote Karten mit je drei und Rote Karten mit je fünf Strafpunkten geahndet, zusätzlich schlagen Sportgerichtsurteile oder auch das Nichtantreten von Mannschaften mit zehn Zählern zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele ergibt den Fairness-Quotienten.

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