KSB Gifhorn weist Kommunen und Vereine auf 100 Millionen-Programm hin

Extra-Topf für Sportstätten-Sanierung

Die Sanierung von Sporthallen wie Hallenschwimmbädern hat bei der kommunalen Förderung aus dem neue 100 Millionen-Euro-Topf Priorität. Aber auch Vereine können auf Zuschüsse hoffen.
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Die Sanierung von Sporthallen wie Hallenschwimmbädern hat bei der kommunalen Förderung aus dem neue 100 Millionen-Euro-Topf Priorität. Aber auch Vereine können auf Zuschüsse hoffen.

Landkreis Gifhorn – Das Thema ist noch ganz frisch. Und von daher vermutlich bis zu vielen Kommunen und Vereinen noch gar nicht durchgedrungen, ahnt Herbert Böhme.

Deshalb geht der Vorsitzende des Kreissportbundes (KSB) Gifhorn in die Werbe-Offensive und verweist ausdrücklich auf die Anfang März verabschiedete „Richtlinie zur Förderung des Sportstättenbaus“ des Niedersächsischen Landesministeriums für Inneres und Sport.

Dieses hat den Weg freigemacht für ein zusätzliches 100 Millionen Euro-Paket zur Sanierung von kommunalen und vereinseigenen Sportstätten. Ein großer (und befristeter) Geldtopf, der nicht spurlos am Landkreis Gifhorn vorbeigehen soll.

„Das soll ein Weckruf sein von unserer Seite“, unterstreicht Böhme. „Damit die Kommunen und Vereine merken: Mensch, da gibt’s was.“ Ohne intakte Sportstätten könne logischerweise kein Sport stattfinden. Deshalb sollten Funktionäre wie Beamte die Gunst der Stunde nutzen. „Wir wünschen uns, dass Kommunen und Sportvereine regen Gebrauch von dem leider nur befristeten Förderprogramm machen, um so die teilweise marode Infrastruktur der Sportstätten nachhaltig zu verbessern.“

Wohl gemerkt: Nur bis zum Jahr 2022 kann der Fleischtopf, der sich dank der saftigen Strafzahlungen von Volkswagen wegen der Diesel-Affäre an das Land Niedersachsen aufgetan hat, angezapft werden. „Was danach passiert, weiß kein Mensch“, verdeutlicht Böhme. Von daher heißt es: auf Zack sein!

Erst Recht, wenn es sich um eine akute Sanierungs-Maßnahme für 2019 handelt. Denn Mittel aus dem Extratopf werden auf der Grundlage der bis zum 31. Mai vorliegenden Anträge vergeben. Für die Jahre 2020 bis 2022 sind die Anträge indes bis zum 31. März des jeweils laufenden Jahres vorzulegen. Letztlich würde aber nicht das Hase-und-Igel-Prinzip – sprich wer zuerst kommt, der malt zuerst – gelten, relativiert Böhme. Die Finanzspritzen würden zuvorderst nach Dringlichkeit und Prioritäten gewährt werden.

Der Löwenanteil von 80 Millionen Euro ist für kommunale, für vereinseigene Sportstätten derweil die restlichen 20 Millionen Euro vorgesehen. Wobei die Schwerpunkte der Förderung kommunaler Sportstätten für dieses Programm insbesondere bei der Sanierung von Multifunktionshallen und Hallenschwimmbädern – wie etwa dem in Knesebeck – liegt.

In Fällen, bei denen eine Erneuerung der bestehenden Anlagen nicht wirtschaftlich wäre, ist gemäß der Richtlinie grundsätzlich auch die Förderung eines Ersatzbaus in vergleichbarer Größe möglich.

Laut Ministerium wird die Förderung des Landes an die Kommunen in Höhe von 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt und soll mindestens 50 000 Euro betragen. Demnach müsste das Mindestvolumen einer Sanierungsmaßnahme ergo 125 000 Euro betragen. Allerdings kann eine Maßnahme bei finanzschwachen Kommunen sogar bis zu 80 Prozent bezuschusst werden. Maßgeblich ist die „Abweichung vom Vergleichswert“ der Steuereinnahmekraft der gemittelten letzten drei Jahre, heißt es.

Selbstverständlich ist die Förderung auch gedeckelt. Als Höchstgrenze werden den Kommunen bei Sporthallen maximal 400 000 Euro und bei Hallenschwimmbädern eine Million Euro gewährt.

Formeller Hinweis: Kommunen oder deren Unternehmen müssen sich bei der Antragstellung mittels des sogenannten „Antragsdeckblatts“ direkt an das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport wenden. Dieses Formular enthält eine Liste aller Unterlagen, die für den Antrag notwendig sind.

Die Antragstellung für die Sportvereine läuft hingegen – analog zu der bereits bestehenden Richtlinie zur Förderung des Sportstättenbaus – wie gewohnt über den KSB. Neben dem temporären Sanierungsprogramm würden Vereinssportstätten weiterhin aus der jährlichen Finanzhilfe des Landes Niedersachsen an den Landessportbund gefördert werden, so Böhme.

VON INGO BARRENSCHEEN

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