IK-Nachspielzeit: Der ganz normale Wahnsinn auf Nordkreis-Plätzen zum Start

„Die ersten Pflaumen sind madig...“

Bittere Niederlage, leckeres Geburtstagsmenü: Bromes Coach Mark-Oliver Schmidt (l.) wurde zum 50. von seinem Teammanager Hendrik Joswig beköstigt.
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Bittere Niederlage, leckeres Geburtstagsmenü: Bromes Coach Mark-Oliver Schmidt (l.) wurde zum 50. von seinem Teammanager Hendrik Joswig beköstigt.

Flächendeckender Anstoß zur neuen Fußball-Saison – das geht selbstverständlich auch mit der IK-Nachspielzeit einher! Die bunte Anekdoten-Runde von den Nordkreis-Plätzen feiert ihr Comeback.

Tja, wären die Kicker vom FC Brome vor dem Tor nur mal so abgekocht gewesen wie ihr Teammanager Hendrik Joswig... Dieser landete am Sonnabend nach der unnötigen 0:1-Pleite gegen den SV GW Calberlah mit seinem Menü zum 50. Geburtstag von Chefcoach Mark-Oliver Schmidt einen kulinarischen Volltreffer. Kein Wunder, steht Joswig im normalen Leben doch bei Volkswagen durchaus auch mal für die Manager in der Küche. „Er hat schon die ganze Nacht gekocht. Es gibt Pulled Pork“, erklärte Schmidt, bevor er mit dem Gaumenschmaus seiner rechten Hand in sein rundes Wiegenfest hineinfeierte.

Den Ruhm der Aufholjagd wollte er nicht für sich selbst beanspruchen. Wenngleich Matthias Hopp mit seinen drei Einwechslungen ein goldenes Händchen bewies beim 5:2 des Wesendorfer SC über den TuS Müden-Dieckhorst, reichte der Coach die Lorbeeren an sein Team weiter. Fünf Torschützen waren Ausdruck der mannschaftlichen Geschlossenheit. Interessant übrigens die Szene vor dem 4:2 per Foulelfmeter: Da kam es nämlich zum Innenverteidiger-Dialog beim WSC. „Dennis Pavlov hat zu Manuel Schupp gesagt: Du schießt keinen Elfer mehr...“, schilderte Hopp. Schupp hatte bei der Vorhoper Sportwoche vom Punkt gegen Ummern versagt. Nun schnappte sich Pavlov das Leder und versenkte abgezockt. Die Hackordnung ist also vermutlich erst einmal geklärt...

Axel Krüger flüchtete seine Hoffnungen auf einen versöhnlichen Sonntag noch in die abendliche Bundesliga-Premiere von Union Berlin – aber selbst die ging bekanntlich mit 0:4 gegen RB Leipzig gehörig schief... Es passte ins Bild, denn auch Krügers FC Ohretal hatte sich im Wittinger Kreispokal beim 1:6 gegen den SV Welat Gifhorn gehörig in die Nesseln gesetzt. Die Mischung aus fehlenden Stammkräften und einem Formtief schlägt sich aktuell bei den Rot-Grünen kräftig nieder. „Das nagt persönlich an mir. Ich habe mir das natürlich anders vorgestellt“, seufzt der neue Coach angesichts der unverhofft großen Startprobleme. Krüger bleibt dennoch positiv: „Die ersten Pflaumen sind madig... Aber ich behaupte, wir kommen noch.“

Während die (übrig gebliebenen) Kollegen am Sonntag ihr erstes Pflichtspiel im Rahmen des NFV-Kreis-Gifhorn-Pokals bestritten, vergnügte sich ein Großteil der zweiten Mannschaft des VfL Wahrenholz zeitgleich in Prag. „Die Fahrt war aber schon lange geplant“, gab VfL-Trainer Ralph Meyer zu, der seinen abwesenden Schützlingen also keinen Vorwurf machte. Mit einem Augenzwinkern sagte er nur: „Man hätte ja wissen können, dass Mitte August schon Pflichtspiele angesetzt sind.“ Die Chancen auf ein Weiterkommen waren für die Taterbusch-Kicker, die ihr Aufgebot in der Not mit fünf Altherren und dazu mit dem 53-jährigen Altsenioren-Schlussmann Jörg Lindmüller aufgefüllt hatten, natürlich schon im Vorfeld der Partie entsprechend gering. Gegen den SV Triangel II hieß es am Ende dann auch 1:7 aus VfL-Sicht.

Dieser Standort-Wechsel war keine Selbstverständlichkeit. Und deshalb richtete Werner Vodde, Trainer des SV Tülau-Voitze, auch noch einmal ein dickes Dankeschön an den gegnerischen TuS Seershausen/Ohof. Dieser hatte freiwillig auf sein Heimrecht im Wittinger Kreispokal verzichtet, um den Grün-Weißen nicht den angedachten Höhepunkt ihres Sportfestes am Wochenende zu sprengen. Vodde: „Das ist nicht bei jeder Mannschaft so, das finde ich gut.“ Vielleicht war es fußballgöttliche Fügung, dass Seershausen schließlich im Elfmeterschießen das Glück auf seiner Seite hatte. Quasi als Gegenleistung für die faire Geste.

Nur gut, dass Vitalij Sterz mit dem Pausenpfiff die Führung für den VfL Germania Ummern erzielte. Denn draußen an der Seitenlinie spielte Trainer Jörg Drangmeister schon mit dem Gedanken, seinen Not-Joker zu ziehen. Maurice Kutz, Neuzugang vom VfL Wahrenholz, war noch angeschlagen vom Endspiel-Triumph beim Handwerker-Cup des VfR Wilsche und sollte bestenfalls gar nicht zum Einsatz kommen. „Ich wollte ihn komplett schonen für unseren Liga-Start. Aber hätte Vita nicht getroffen, hätte ich ihn zur zweiten Halbzeit noch gebracht. Ich bin froh, dass ich das nicht mehr musste“, meinte Drangmeister.

Vielleicht sollte Torben König diese Woche in den Trainingseinheiten das beliebte Spiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit...“ einbauen. Dann dürfte solch ein Fauxpas vermutlich nicht noch einmal vorkommen. Denn dem SV Groß Oesingen war auf der langen Auswärtsfahrt zum Pokalmatch beim SV Eischott (9:2) plötzlich auf halber Strecke eingefallen, dass die Trikots vergessen wurden. Also U-Turn und nochmal zurück nach Oesingen. „Wir haben trotzdem nur fünf Minuten zu spät angefangen. Das muss man erst einmal schaffen. Solche Geschichten schreibt nur die Kreisliga“, sagte SV-Trainer Torben König augenzwinkernd und fügte an: „Unseren zwei Trikotbeauftragten passiert das nicht noch einmal. Wir müssen uns noch eine Strafe für sie ausdenken...“

Kein Heimspiel, aber auch ein kurzer Dienstweg: Die Altsenioren des FC Brome treten in der ersten Quali-Runde der Ü40-Niedersachsenmeisterschaft bei der SG Fallersleben-Sülfeld an. Ausgetragen wird die Partie am Mittwoch, 4. September, um 18.30 Uhr.

VON INGO BARRENSCHEEN UND FLORIAN SCHULZ

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