Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg bezwingt zehn Paderborner mit 4:2

Der erste Schritt aus der Krise

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Der sitzt wie angegossen: Daniel Ginczek (l.) erzielt in dieser Szene das 3:1 für den VfL Wolfsburg gegen Paderborns Schlussmann Leopold Zingerle.

Paderborn – Die Krisenbewältigung, sie verlief nicht ohne Komplikationen. Aber immerhin endete sie erfolgreich: Ausgerechnet Wout Weghorst-Vertreter Daniel Ginczek hat dem VfL Wolfsburg den ersten Sieg anno 2020 beschert und die Talfahrt der Grün-Weißen damit gebremst.

Mit einem Doppelpack ragte der lange Zeit verletzte Angreifer beim 4:2 (2:1) der Wölfe am gestrigen Sonntagabend beim tapferen Neuling SC Paderborn heraus und erstickte mögliche Gedanken an den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga, noch bevor sie überhaupt so recht aufkommen konnten.

„Hier in Paderborn bist du nie durch, sie spielen immer wieder nach vorne. Heute war wichtig, hier drei Punkte zu holen unter sehr schwierigen Voraussetzungen. Das haben die Jungs toll gemacht“, zeigte sich VfL-Trainer Oliver Glasner nach der Partie beim TV-Sender Sky erleichtert. Denn auch der Österreicher war zuletzt zunehmend in die Kritik geraten.

Dabei schien der Wolfsburger Schlinger-Kurs vor 13 926 Zuschauern seine Fortsetzung zu nehmen. Ben Zolinski brachte den frechen Underdog nach einer durchaus dominanten Anfangsphase in der 22. Minute in Führung. Es war wieder eine Standardsituation wie schon in den Vorwochen, bei denen die Wölfe kollektiv pennten. Dass das mal nicht zum chronischen Problem wird... Doch ehe sich Unbehagen breit machen konnte in den Wolfsburger Köpfen, gab Robin Knoche (26.) mit dem prompten Ausgleich die passende Antwort.

Es sollte ein Wendepunkt sein. Zumal sich Paderborn selbst schadete: Gerrit Holtmann ließ sich in einem Zweikampf zu einem leichten Schlag gegen Renato Steffen hinreißen, Schiedsrichter Pattrick Ittrich ahndete diesen Anflug einer Tätlichkeit mit glatt Rot (34.)! Eine vertretbare, aber durchaus harte Regelauslegung, fand auch SCP-Geschäftsführer Martin Przondziono: „Rot kann man geben, ein großer Verein bekommt sie aber nicht...“

So konnte der VfL das Blatt noch vor der Pause durch Ginczek (40.) komplett wenden. Eine Viertelstunde nach Wiederbeginn legte der Stoßstürmer überlegt zum 3:1 nach. Vermeintlich war die Partie damit entschieden. Doch denkste! Zehn Ostwestfalen kamen durch den Flatterschuss von Sebastian Vasiliadis noch einmal heran (72.). Doch wirklich kribbelig wurde es für die Wölfe nicht, weil Maximilian Arnold nur wenige Minuten später bei einem Freistoß das Zauberfüßchen auspackte und die Kugel ins untere Toreck zirkelte (76.). Damit hatte der VfL erstmals in dieser Saison vier Tore in einem Spiel erzielt.

„Wenn es länger 2:3 steht, geht vielleicht noch was. Nach dem schönen Freistoß von Arnold war das Spiel dann gelaufen. Die Leistung hat gestimmt, wir geben nicht auf“, meinte Przondziono rückblickend. Paderborns Trainer Steffen Baumgart erklärte: „Die Jungs haben einen hohen Aufwand gehabt, viel getan, aber man muss leider auch sagen, dass wir viele Fehler gemacht haben.“

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