Fußball – Bezirksliga: Wahrenholzer Torwart-Problem neu entfacht

Erneut Not am Schlussmann

Er hält nach nicht einmal einer Saison nicht mehr zur Stange am Taterbusch: Keeper Marcel Horn (l.) zieht es zurück zu seinem Heimatverein TuS Platendorf.
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Er hält nach nicht einmal einer Saison nicht mehr zur Stange am Taterbusch: Keeper Marcel Horn (l.) zieht es zurück zu seinem Heimatverein TuS Platendorf.

Wahrenholz – Der Auslöser liegt nun schon vier Jahre zurück. Und verfolgt den VfL Wahrenholz bis heute wie ein dunkler Schatten.

Seit im Sommer 2016 Bastian Mechelk (Karriereende) und Chris Neuschulz (zum SSV Kästorf) dem Taterbusch im Paket lebewohl sagten, drückt den Fußball-Bezirksligisten der (Hand-) Schuh auf der Torhüter-Position.

Mal mehr, mal weniger. Aktuell wieder ganz massiv! Eine never ending story. . . Stand jetzt wäre die Königs-Position zwischen den Pfosten bei einem potenziellen Saisonneustart im September verwaist!.

Denn bereits kurz vor dem Corona-Cut ereilte die Verantwortlichen in Wahrenholz die Hiobsbotschaft. Marcel Horn ist, nach nicht einmal einer kompletten Spielzeit im schwarz-gelben Dress, noch vor dem Lockdown dem Lockruf seines Heimatvereins TuS Neudorf-Platendorf erlegen und kehrt unverhofft ins Moor zurück. Dabei hatte der frühere Jugend-Keeper dort jahrelang nur ein Dasein als Stürmer in der Reserve gefristet, ehe der VfL auf ihn aufmerksam wurde.

Und Horn musste direkt seinen Mann stehen, weil sich Justus Ganz – gerade erst nach langwieriger Verletzungspause zurück – im ersten Saisonspiel gegen den MTV Gamsen einen Sprunggelenks-Bruch plus einen Innen- wie Außenbandriss zuzog. An seine Rückkehr ist bis zum Ende des Jahres nicht zu denken, erklärte VfL-Coach Thorsten Thielemann. „Er hat immer noch Probleme. Und wir gehen kein Risiko ein. Da stelle ich mich lieber selbst ins Tor...“, unkt der Wahrenholzer Dirigent mit einem Riesen-Schuss Sarkasmus. Horn hätte Ganz prima vertreten. „Er hat bei uns einen guten Job gemacht.“ Davon bekam offenbar auch Bezirksliga-Nachbar Platendorf Wind und lotste den verlorenen Sohn zurück. Bitter für den VfL. Er leistete die Aufbauarbeit, die Ernte fährt nun der Konkurrent ein. „Das ist ärgerlich, aber so ist das Geschäft“, seufzt Thielemann.

Die Nummer eins im Nordkreis steckt abermals in einer kapitalen Keeper-Klemme. „Es ist nervig“, hadert der Übungsleiter. Denn er hat dieses Kardinalproblem schon vererbt bekommen. Daher nun „ein kleiner Hilferuf“, sagt Thielemann. „Weil wir an unsere Grenzen stoßen.“ Während der ersten Corona-Zwangspausen-Wochen wollte er aus Anstand noch nicht die Fühler nach Ersatz ausstrecken. Mittlerweile läuft die Fahndung auf Hochtouren. Bislang ohne Fortune. „Der Zug ist schon einigermaßen abgefahren. Wir haben schon sieben bis acht Absagen“, bedauert Thielemann. Der Umstand, dass seit dieser Woche der Standby-Schlussmann Mats-Ole Herz wieder in der Heimat weilt, hilft Wahrenholz auch nicht wirklich weiter. Denn er bleibt nur bis Ende August. „Er geht also genau dann wieder zurück nach Schweden, wenn es wieder losgehen würde“, so Thielemann. Aus der eigenen Jugend rückt auch kein Ballfänger hoch. Und so werden die Optionen rarer.

Der Coach hat sogar schon seine Spieler angestupst. „Meist kennt ja der eine den anderen.“ In Panik verfällt Thielemann beim vagen Blick voraus aber (noch) nicht. „Was soll ich mich verrückt machen!?“ Er hofft inständig, dass noch ein neuer Torwart vom Himmel fällt...

VON INGO BARRENSCHEEN

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