Fußball – Kreisliga, Hinrunden-Rückblick Teil III: Derweil hadert WSC mit mauem Trainingsfleiß

Ergebnis-Krise „nervt“ VfL Vorhop

+
Abstiegskämpfer unter sich: Der Wesendorfer SC (l. Niko Grühl) und VfL Vorhop (Dominik Quade) müssen sich in der Rückserie steigern, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Auch wenn es die gefährliche Momentaufnahme vermuten lässt: Der Tannenbaum hat nicht gebrannt über die Feiertage beim Wesendorfer SC und VfL Vorhop. Und doch äußern sich die abstiegsbedrohten Nordkreis-Teams im dritten und letzten Teil des Kreisliga-Hinrunden-Rückblicks kritisch mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

• Wesendorfer SC (11. Platz / 14 Spiele / 16 Punkte / 22:33 Tore): The same problems as every year... Einmal mehr plagen den Wesendorfer SC die gleichen Probleme wie in jeder Saison. Zum einen ein riesengroßes Verletzungspech: Jessy Rocksen, Mika Wrede und Manuel Schupp wirkten in der Hinrunde nur teilweise mit. Zum anderen die Trainingsbeteiligung: In den meisten Einheiten kann Trainer Matthias Hopp nur auf fünf bis sechs Akteure zurückgreifen. „Dann kannst du eben auch nichts einstudieren und die Mannschaft nicht entwickeln“, so der Coach. Und das zieht sich schon durch die ganze Hinrunde. Zudem würden sich viele Spieler im Formtief befinden und nicht die richtige Einstellung zum Sport zeigen, so Hopp. Auch deshalb mussten die Blau-Weißen die A-Jugendlichen früher ins Boot holen, als eigentlich gedacht. „Doch die Jungs machen ihre Sache mehr als ordentlich“, nimmt Hopp die Jungspunde in Schutz. Dabei ging der WSC eigentlich mit hohen Ambitionen in die neue Spielzeit – und zu Beginn der Saison auch noch mit einem breiten Kader. Doch mittlerweile dümpelt man schon wieder im Tabellenkeller rum – Parallelen zur Vorsaison werden sichtbar. „Daher fällt mein Resümee nicht unbedingt positiv aus. Weil wir uns vorher mehr vorgenommen haben“, sagt Hopp, der den Ernst der Lage längst erkannt hat. „Es wird in der Rückrunde darum gehen, so schnell wie möglich den Klassenerhalt einzutüten. Und das wird schon schwierig genug.“

• VfL Vorhop (14. Platz / 15 Spiele / 12 Punkte / 20:30-Tore): Trübsal blasen ist nicht angesagt. Dabei hätten Vorhops Kicker, rein tabellarisch, allen Grund dazu. Weihnachten auf einem Abstiegsplatz: Das Fest könnte schöner sein. Doch die Verantwortlichen sehen die Leistungen hinter den ausbleibenden Ergebnissen. Und diese halten die Hoffnung am Leben. „Vom Spielerischen her waren wir, bis auf dreimal, auf Augenhöhe, aber holen die Punkte nicht“, zeigt Trainer Walter Dürkop die Lücke zwischen Aufwand und Ertrag auf. Nichtsdestotrotz verschließt er die Augen nicht vor den nackten Fakten. „De facto zählen die Punkte. Und die sprechen nicht für uns. Wir kriegen die Ergebnisse nicht hin – und das nervt alle Beteiligten!“ Der nach wie vor vorhandene Optimismus nütze nichts, solange das Konto nicht anwächst. Mit zwei Zählern Rückstand – bei einem Spiel mehr – ist das rettende Ufer aber noch in Greifweite für das kleine gallische Dorf. Was zum Glück fehlt, ist das Salz in der Suppe. Die Tore. „Unser Problem ist einfach: Uns fehlt ein Knipser. Das zieht sich wie ein roter Faden. Oft stehen wir uns bei den Chancen selbst im Weg“, hadert Dürkop. Mit Philip Meusel (SV Barwedel) wurde zwar eine Winter-Verstärkung an Land gezogen (das IK berichtete), „aber das löst die Baustelle ganz vorne nicht“, so der VfL-Coach. Auch die mangelnde Erfahrung des jungen Teams sei eine Achillesferse gewesen. Dürkop: „Ich hoffe, wir haben das Lehrgeld abbezahlt.“

Von Ingo Barrenscheen und Jannis Klimburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare