Fußball – 1. Kreisklasse 1: Auch Spartenleiter schmeißt nach offensichtlicher Rebellion hin / Zukunfts-Ausrichtung spaltet Verein in zwei Lager

Erdbeben in Jembke! Trainer und Team-Gros treten zurück

Nicht mit uns! Trainer Marcel Goese (hinten) und das Gros der Spieler (r. Marco Stuhlmacher) treten nicht mehr für Jembke an.

ib Jembke. Die Situation ist äußerst verworren. Auch die Betroffenen selbst haben sie längst noch nicht durchblickt.

Doch sie haben ihre Konsequenzen gezogen: Beim SV Jembke Fußball hat es in dieser Woche ein Riesen-Erdbeben gegeben! Spartenleiter Thomas Herberth, Teammanager Stefan Haage, das Trainertandem Marcel Goese/Sebastian Schultz und große Teile der Mannschaft aus der 1. Kreisklasse 1 sind zurückgetreten!.

Grund scheint eine vereinsinterne Strömung gegen das gerade in der Winterpause installierte Trainerduo zu sein. Dabei hatte der Club aus dem Boldecker Land sich gerade mit fünf Siegen aus sechs Begegnungen anno 2018 aus der Abstiegszone befreit. „Und jetzt passiert plötzlich so etwas. Unerklärbar“, versteht Goese die Welt nicht mehr. „Ich bin auch noch dabei, das Puzzle zu ordnen...“ Auch Herberth spricht von einer „verrückten Situation“ und bezeichnet sie als „absurd“.

Jüngst seien vier junge Spieler auf Goese zugekommen und hätten Bedenken geäußert bezüglich der künftigen Kader-Zusammensetzung. Die die Verantwortlichen zerstreuten – es seien schon gute Gespräche mit potentiellen Neuzugängen initiiert worden, erklärte Goese. Doch das Thema war nicht vom Tisch. Im Gegenteil! Bei einem Gespräch zur zukünftigen Ausrichtung hätten sich zwei derart gegensätzliche Positionen herauskristallisiert, die „mit harten Bandagen verteidigt“ (SVJ-Spartenleiter Herberth) worden seien und die Runde in zwei Lager spaltete.

Die Altgedienten Goese und Herberth verfolgten den Plan einer sukzessiven Steigerung mit wenigen Verstärkungen. Doch hinter den Kulissen schien sich bereits seit einem gewissen Zeitraum eine andere Fraktion aufgetan zu haben – mit den Coaches der zweiten Herren, Alessandro Alfano und Guiseppe Millemaci, an der Spitze. Diese hätten ein „super tolles Szenario aufgestellt“, schildert Herberth. Offenbar sollte die Mannschaft im Hauruck-Verfahren umstrukturiert werden, mit vielen neuen Spielern und lizenzierten Trainern. Diesen Floh hätten sich eben auch die besagten jungen Spieler ins Ohr setzen lassen. Versprechungen, die Herberth „für nicht tragfähig“ hält und deshalb direkt ankündigte, dass eine Trennung im Sommer vom bisherigen Trainerteam direkt mit seinem Abschied einhergehen würde.

So kam es nun auch. Denn der Vereins-Vorstand um Elke Riemann-Hesker soll hinter dem radikalen Neuanfang stehen. Die Vorsitzende wollte sich gestern nicht zu den Geschehnissen äußern, da „noch Gespräche laufen“ würden. Zumindest bestätigte sie aber, dass es „Ärger im Verein“ gibt. Ärger ist augenscheinlich noch untertrieben.

Goese und Co. kehren dem Verein unter diesen Aspekten den Rücken. Ein massiver Einschnitt. Riemann-Hesker bekräftigte, dass der SVJ für den Rest der Saison in der 1. Kreisklasse antreten werde. Dann aber ohne das Gros der ersten Herren, das sich loyal zu seinen Trainern verhält. Die Posse ruft bei Goese einen Gefühls-Mix hervor: „Ich bin sauer, enttäuscht und fassungslos.“ Er gehört dem SV Jembke seit gut 20 Jahren an – es sei immer ein ruhiger, bodenständiger Verein gewesen. „Das ist eine Minderheit, die dem Verein schädigt ohne Ende.“ Auch Herberth ist bedient: „Ich habe die Mannschaft mit am Leben gehalten. Dass das jetzt die Konsequenz ist, ist doch sehr erstaunlich...“

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