Fußball: Ex-Parsauer Kevin Schulze verabschiedet sich von der großen Bühne

Entscheidung für die Familie

Szene aus der Vergangenheit: Kevin Schulze (l./gegen Verls Patrick Schikowski (M.) und Patrick Choroba) verließ den Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig und wechselte zum SSV Vorsfelde in die Landesliga. 
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Szene aus der Vergangenheit: Kevin Schulze (l./gegen Verls Patrick Schikowski (M.) und Patrick Choroba) verließ den Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig und wechselte zum SSV Vorsfelde in die Landesliga. 

Vorsfelde/Parsau – Wenn man es ganz genau nimmt, hat Kevin Schulze nur ein einziges Tor auf dem Weg in Richtung Profibereich gefehlt. Wäre sein Ex-Klub 1. FC Lok Leipzig nämlich in die 3.

Liga aufgestiegen, hätte sich der Vertrag des 28-Jährigen, der aus Parsau stammt, automatisch um zwei Jahre verlängert. 

 Allerdings scheiterten die Sachsen in der Relegation am SC Verl (2:2 H, 1:1 A), bleiben in der Regionalliga und verlängerten den Kontrakt mit Schulze nicht. Der Offensivspieler entschied sich stattdessen, die große Bühne zu verlassen und ab sofort für den SSV Vorsfelde sein Glück in der Landesliga zu suchen.

„Ich habe zwei Monate gewartet, ob noch Angebote hereinkommen, habe auch mit dem einen oder anderen Verein gesprochen. Doch es hat finanziell einfach nicht gepasst“, blickt Kevin Schulze zurück. Im Sommer musste er sich viel Zeit zum Nachdenken nehmen. Wie sollte es weitergehen? Weiter hoffen auf den großen sportlichen Sprung oder den Fokus auf Familie und Beruf richten? Schulze entschied sich für Letzteres. „Es hätte sich einfach nicht gelohnt, irgendwo weiterzuspielen und nirgendwo wirklich sesshaft zu werden. Ich habe eine Familie zu ernähren, deshalb haben wir uns auch auch dazu entschlossen, wieder zurück in die Heimat zu gehen“, klärt der gebürtige Wittinger auf. Sein Sohn ist mittlerweile anderthalb Jahre alt und kann nach dem Umzug nach Vorsfelde häufiger von seinen Großeltern betreut werden.

„Für mich ist es nach neun Jahren Fußball auf höherem Niveau natürlich eine Umstellung“, gibt Schulze zu. Aktuell sucht er nach einer passenden Arbeitsstelle. Aus dem Fußballgeschäft möchte er sich weitestgehend zurückziehen. „Ich habe vor ein paar Jahren die B-Lizenz erworben und auch überlegt, als Trainer zu arbeiten, doch das Fußball-Geschäft ist mir mittlerweile schon fast zu eklig geworden. Funktionierst du nicht, bist du weg vom Fenster“, erklärt der 28-Jährige. Aktiv ist Schulze, mit den A-Junioren des VfL Wolfsburg 2011 sogar Deutscher Meister, aber trotzdem noch. Er schloss sich dem Landesligisten SSV Vorsfelde an. „Es gefällt mir dort wirklich gut. In einer sehr jungen Mannschaft bin ich sogar der Älteste, doch man genießt in einem tollen Umfeld eine Menge Wertschätzung“, schwärmt der ehemalige Zweitliga-Profi. Beim 4:0-Erfolg am vergangenen Sonntag im Bezirkspokal-Duell gegen den WSV Wendschott markierte Schulze selbst das 2:0, feierte somit einen Einstand nach Maß. „Am Ende ist es mir wichtig, dass der Verein beziehungsweise die Mannschaft erfolgreich ist. Natürlich freut man sich, wenn man selbst seine Tore dazu beisteuert, doch ich kann auch damit leben, wenn ich 20 Dinger vorlege“, erklärt der 28-Jährige, der als hängende Spitze aufgeboten wurde.

Sogar eine Rückkehr zum Jugendverein FC Germania Parsau, dessen erste Herrenmannschaft in der 1. Kreisklasse auf Punktejagd geht, stand zwischenzeitlich im Raum. „Der Kontakt nach Parsau ist nie abgerissen. Um mich fitzuhalten, habe ich in den letzten Jahren dort auch öfter mal mittrainiert. Natürlich habe ich überlegt...“, klärt Kevin Schulze auf. Er macht deutlich: „Für mich steht mittlerweile nur noch der Spaß im Vordergrund.“ Diesen hat Schulze nun aber – quasi direkt vor der eigenen Haustür – beim SSV Vorsfelde gefunden. VON FLORIAN SCHULZ

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