IK-Nachspielzeit: Gut 100 Fans in Sprakensehl dabei / Starker Rückkehrer

Emmens gewaltiger Auswärtssupport

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„Die Macht vom Bach“: Die Fans des TV Emmen kamen in Scharen nach Sprakensehl. Hier präsentieren einige von ihnen ihr Banner.

Isenhagener Land – Einiges geboten war am Wochenende wieder auf den Fußball-Plätzen der Region.

Ein flotter Feger

In den „Haven“ der Ehe ist er noch nicht eingelaufen. Genau deshalb mutierte Steffen Haven am Wochenende ganz klassisch zum Straßenfeger. Denn der derzeit noch verletzte Mittelfeldspieler des VfL Knesebeck feierte am Sonntag seinen 30. Geburtstag.

Und da ist es als Noch-Junggeselle nun einmal gute Sitte, den Besen zu schwingen. Deshalb steuerten die Einhörner nach ihrem Match direkt zurück in die Heimat, um ihrem Teamkollegen beim amüsanten Treiben zuzuschauen. Die Party war bereits am Samstagabend gestiegen. Vielleicht auch deshalb setzte es für Knesebeck eine 0:4-Packung beim SV Triangel. „Es fehlte die Handlungsschnelligkeit bei den Spielern“, merkte Trainer Detlef Weber mit einem Augenzwinkern an. Aber wenigstens die Geburtstagsfeier hätte „Spaß gemacht“.

Die Ambitionen sinken

Eigentlich hatte Thorsten Thielemann ja damit geliebäugelt, bis zur Winterpause dicht im Windschatten der Spitze zu bleiben. Doch diese Wunschvorstellung warf der Coach des VfL Wahrenholz nach dem Dämpfer gegen den SV Lauingen/Bornum (1:2) direkt über Bord. „So braucht man da oben nicht mitzuspielen. Es ist ärgerlich, wenn man Punkte gegen solche Teams lässt. Da merkt man, dass die Qualität fehlt“, urteilte Thielemann. Zuvor hatte das Taterbusch-Team schon gegen Hehlingen oder Adenbüttel Rethen gepatzt. Da das Spitzentrio SV Gifhorn, SV Calberlah und TSG Mörse wiederum gewann am Wochenende, ist der Zug ohnehin erst einmal abgefahren für die Wahrenholzer. Thielemann: „Wir machen uns da aber auch nicht verrückt. Im Moment können wir nicht mithalten. Wenn man sich unser Auswechselkontingent und das der anderen Topteams anschaut, ist einfach nicht mehr möglich, da muss man realistisch sein.“

Brome vs. Brome...

Wenn man so will, spielte der FC Brome gegen den FC Brome – und es gab keinen Sieger... Der eine oder andere Zuschauer an der Steimker Straße musste am Sonntag vielleicht erst einmal etwas genauer hingucken, um die 22 Akteure auf dem Spielfeld auch richtig zuordnen zu können.

Brome gegen Brome: Die Akteure des TuS Neudorf-Platendorf mussten in die Trikots des Gegners schlüpfen.

Denn in der Bezirksliga muss eigentlich das Auswärtsteam Ausweichtrikots an Bord haben. Doch der TuS Neudorf-Platendorf kam im grünen Dress – und das wäre zu ähnlich zum Bromer Outfit gewesen. „Deswegen haben sie Trikots von uns bekommen“, erklärte FCB-Teammanager Hendrik Joswig. Vielleicht auch deshalb erinnerte das Ergebnis (4:4) eher an ein Trainingsspiel...

So laut wie jeder kann..

Besser hätte jener Sonntagnachmittag für den TV Emmen (2. Kreisklasse 1) nicht laufen können. 4:1 im Spitzenspiel beim SV Sprakensehl – und das vor gut 100 mitgereisten TVE-Fans! „Wir waren echt beeindruckt. Das war sehr wichtig, das hat man bei den Jungs gemerkt“, beteuerte Emmens Trainer Andreas Tack. „Wir hatten gefühlt einen Mann mehr.“ Es passte alles beim Spitzenreiter. Wunderschön anzusehen war besonders das 2:0 direkt nach der Pause. Nach schönem Spielzug flankte Christoph Buhr auf Björn Grote, der per Volley vollendete. „Besser geht es nicht“, schwärmte Tack. Es sei das beste Spiel gewesen, das er je von seiner Mannschaft gesehen hat. Mit fünf Zählern vor dem Zweiten Bokensdorf ist der TVE auf dem besten Weg in Richtung Herbstmeisterschaft – und das als Aufsteiger! „Davon kann man sich nichts kaufen. Wir sind aber auf einem guten Weg“, betonte Tack, der nun schweren Aufgaben gegen den Wesendorfer SC II und dem SV Groß Oesingen II entgegensieht.

Erfolgreiche Rückkehr

Der SV BW Rühen ist in der Kreisliga gerade dabei, sich etwas Luft auf die Abstiegsplätze zu verschaffen. Am Sonntag gelang der Elf von Trainer Matthias Weiß beim 2:1 (0:1) gegen die SV Meinersen der zweite Erfolg in Serie. Allerdings lief es erst im zweiten Spielabschnitt wirklich rund für die Blau-Weißen. Das lag zu großen Teilen auch an der Einwechslung von Dominik Feind. „Er hat auf der linken Seite ordentlich Schwung in unser Spiel gebracht“, lobte Weiß. Feind wollte eigentlich eine fußballerische Pause einlegen, kehrte nun aber auf eigenen Wunsch zurück in das Rühener Aufgebot. „Er hatte wieder Lust, einzusteigen“, verriet sein Coach. Und siehe da: Der Rückkehrer fügte sich stark ein, erzielte den 1:1-Ausgleich und trug zudem maßgeblich dazu bei, dass die Nordkreisler am Ende mit 2:1 siegten.

Immer diese Ausfälle...

Stefan Theuerkauf, Trainer der in der Landesliga beheimateten Frauen des VfL Wahrenholz, hat es nicht leicht. Eigentlich ist der Kader der Schwarz-Gelben groß genug. Wohlgemerkt eigentlich: Denn am Sonntag im Gastspiel beim BSC Acosta brachen Theuerkauf erneut kurzfristig drei Spielerinnen weg. So fehlten Delia Wilkens, Isabel Gerke und Bastiane Kraasz, die der Übungsleiter in Braunschweig eigentlich fest mit eingeplant hatte. „So sind wir wieder nur mit zwölf Spielerinnen losgefahren. Einige von ihnen spielen sonst eigentlich kaum mal 90 Minuten durch“, stellte Theuerkauf klar. Der VfL hielt dennoch beim Spitzenreiter gut dagegen, stand nach dem 1:2 durch Laura Nikolai mehrfach dicht vor dem Ausgleich, musste sich aber mit 1:3 geschlagen geben. Was erneut auffiel: „Uns fehlt vorne die Entschlossenheit.“

VON INGO BARRENSCHEEN, FLORIAN SCHULZ UND ROUVEN PETER

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