Extremsportler aus Emmen

Matthias Bölsche brennt auf seinen größten Karriere-Kraftakt

Ein Sportler geht in Schwimmkleidung aus einem See
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Matthias Bölsche hat sich mit dem Swiss Ultra etwas Großes vorgenommen.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Er ist auf dem Weg zum größten Kraftakt seiner sportlichen Karriere: Der Emmener Extremsportler Matthias Bölsche, der für sein großes Ziel kämpft, dem Swiss Ultra.

  • Zehnfacher Ironman als Riesen-Herausforderung
  • Findet der Swiss Ultra statt? Optimismus in der Szene!
  • Bei Absage steht bereits eine Alternative fest

Wie heißt es volksläufig so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Dementsprechend eisern trainiert Bölsche Tag für Tag. Und dementsprechend eisern hält er an seinem Traum fest, dass es 2021 – dann im zweiten Anlauf – endlich klappt mit ersehnten Ereignis. Im Vorjahr verhinderte die Corona-Pandemie seinen Start beim Swiss Ultra. Doch nicht nur auf der Strecke gilt für den Emmener Extremsportler: Aufgeben ist keine Lösung.

Unfassbare Zahlen, die Bölsche beim zehnfachen Ironman abspulen muss

Ohne großes Federlesen hatte er seinen Startplatz beim Veranstalter konserviert. Ohne zu wissen, ob die Mega-Herausforderung 2.0 (geplant vom 15. bis 30. August) überhaupt über die Bühne gehen wird. Es dreht sich wohlgemerkt um die Weltmeisterschaft im zehnfachen (!) Ironman im schweizerischen Buchs! In Zahlen: 38 Kilometer Schwimmen. 1800 Kilometer Radfahren. 422 Kilometer Laufen. Unvorstellbare Distanzen für einen Otto-Normal-Bürger. Das nächste Level für Bölsche. Fünf Triathlons am Stück hat er 2019 in Österreich schon bewältigt, nun will er das doppelte Donnerlüttchen.

Knapp ein Jahr, nachdem der Wettkampf seines Lebens fürs Erste abgesagt worden ist, schaut der Emmener wieder gebannt über die Alpen. Und lässt sich von der Unsicherheit nicht irritieren. „Ich trainiere darauf hin – was kommt, das kommt. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ende April will sich das Gremium in der Schweiz zusammensetzen und entscheiden, ob sie das Event canceln und wieder um ein Jahr verschieben oder es stattfindet.“

Bölsche optimistisch: „Sportverrückte denken immer positiv“

Bölsche hofft, dass ihm das Covid-19-Virus nicht wieder die Tortur de Suisse vermasselt. Überhaupt herrsche in der kleinen, aber feinen Ultra-Familie Optimismus vor. „Die Athleten sind alle noch positiv gestimmt. Sportverrückte denken immer positiv“, lacht Bölsche.

Pikanterweise ist der Triple-Triathlon in Lensahn, an dem er vor drei Jahren teilnahm und der nur zwei Wochen vor dem Swiss Ultra terminiert war, bereits gecancelt worden. Von Aktiven-Seite spräche im Grunde nichts gegen einen solchen Wettkampf trotz Corona – die überschaubare Szene (um die 30 Starter) sei auf der Strecke ohnehin „mehr oder weniger auf sich allein gestellt“. Doch es gibt ja noch die vielen Helfer, Betreuer und Organisatoren, die es mit ins Kalkül zu ziehen gilt aus Veranstalter-Sicht.

Bei Absage: Ein Plan B stünde schon bereit

Bis das Votum fällt, reißt das Ausdauer-Ass seine Kilometer ab. So zwischen 100 und 150 pro Woche per pedes. Läuferisch sei er „richtig top“ unterwegs aktuell. So könne er die Grundausdauer schaffen – mit der Absicht, „den Puls niedrig zu halten“. Auch die Pedal-PS sind nicht das Problem. Im Zweifelsfall dient sein heimischer Keller als Velodrom. „Einzig das Schwimmtraining ist auf Null runtergefahren“, pointiert er. Alle Hallenbäder haben geschlossen, die Seen sind aktuell selbst für einen hartgesottenen Sportler noch zu kalt.

Sollte es schlussendlich doch ein zweites Mal zur roten (Inzidenz-)Ampel kommen, hat Bölsche bereits einen Plan B gefasst. Mit einem Triathlon-Freund aus Berlin wolle er die Deca Continuous-WM dann halt privat abspulen. Egal wie, egal wo. „Die Distanz wird runtergeritten“, bekräftigt Bölsche. Die dann zweijährige Vorbereitung soll schließlich nicht für die Katz gewesen sein. Wobei: Selbst bei einer Absage hätte sich der stark beanspruchte Kilometerzähler nicht umsonst gedreht, verdeutlicht Bölsche. Letztlich mache er es „für sich selbst“.

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