Fußball – 2. Kreisklasse 1+2: Knacken die aufstrebenden Bergfelder auch Primus Brome II? / Hoitlingen bleibt bescheiden

Emmen vs. Knesebeck II: Der Krisengipfel

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Das Wettrennen gegen den Abstieg geht weiter: Der TV Emmen (r.) empfängt den VfL Knesebeck II zum Sechs-Punkte-Spiel. Die Wagenhoffer Reserve ist in Hoitlingen Außenseiter.

Wittingen. Für den Augenblick wie ein kleines Endspiel: Die (Tabellen-)Nachbarn TV Emmen und VfL Knesebeck II treffen sich am Sonntag um 15 Uhr in der 2. Fußball-Kreisklasse 1 zum Krisengipfel. Interessant auch das Duell der aufstrebenden Fortunen aus Bergfeld gegen Primus FC Brome II.

Bereits um 13 Uhr sind der VfL Wahrenholz II und FC Parsau II in ihren Heimspielen auf Wiedergutmachung aus.

Die Partien im Überblick:

Staffel 1

FC Germania Parsau II – SV Steinhorst

3,5 Gegentore pro Partie im Schnitt: Es liegt auf der Hand, warum Parsaus Zweite ihr Dasein am Tabellenende fristet. Und es steht zu befürchten, dass die Quote an diesem Wochenende erneut bestätigt wird. Denn der starke Neuling aus Steinhorst stellt die drittbeste Offensive der Klasse und ist bestrebt, sich weiterhin im Spitzenfeld zu tummeln. Die Chancen auf einen Befreiungsschlag der Germanen stehen demnach eher schlecht.

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VfL Wahrenholz II – SV Bokensdorf

Rollentausch: Nach der Auftaktniederlage 2018 ist die Wahrenholzer Zweitvertretung vom Gejagten zum Jäger geworden im Aufstiegskampf. Trainer Ralph Meyer hält zunächst einmal auch den Ball flach, sagt: „Wir müssen erst einmal wieder in Gang kommen.“ Dass er dann auch noch dem Gast aus Bokensdorf (8.) die Favoritenrolle zuschustert, kommt dann schon überraschend. Meyer klärt auf: „Wir haben im Hinspiel (0:4, Anm. der Redaktion) auch schon alt ausgesehen gegen sie.“ Außerdem sei bis Platz acht runter alles dicht beisammen. Er ist übrigens guter Dinge, dass gespielt werden kann am Taterbusch. „Wenn kein Weltuntergang mehr passiert...“

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TV Emmen – VfL Knesebeck II

Acht Kilometer liegen zwischen beiden Ortschaften. Acht spärliche Punkte haben beide Teams jeweils auf dem Konto nach der ersten Saisonhälfte. Dank des besseren Torverhältnisses hält sich Emmen gerade noch so über dem Strich, Knesebeck II wäre aktuell erster Absteiger. Von daher „ist es schon ein Endspiel“, bekräftigt VfL-Coach Bernd Boese. Seine Mannschaft hat seit dem 10. September keinen einzigen Punkt mehr geholt! Weil sie „Fehler ohne Ende“ mache und „keine Tore schießt“, legt Boese den Finger in die Wunde. Deshalb soll gegen Konkurrent Emmen dringend ein Dreier her. „Um Ruhe reinzukriegen.“

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TSV Fortuna Bergfeld – FC Brome II

Die Nummer zwei der Liga haben sie gefoppt (4:2 gegen Wahrenholz II) – piesacken die Bergfelder nun auch Spitzenreiter Brome II? „Das wäre natürlich Weltklasse“, liebäugelt TSV-Trainer Jörg Hoffmann mit der Überraschung. Wohlwissend, dass es „ein hartes Brot“ wird. Der FCB hat die zweitmeisten Tore geschossen, hat schon ein wenig Sicherheitsabstand zwischen sich und die Verfolger gebracht. „Ziel ist schon, die oben zu ärgern“, unterstreicht Hoffmann. Wenn der Aufwärtstrend seines Teams anhält, ist auch mit der Fortuna im Aufstiegskampf noch zu rechnen. Allerdings sei das Einstiegs-Programm 2018 nicht ohne. „Es ist unglücklich, dass gleich die Kracher kommen. Ich hätte sie lieber später gehabt. Aber die Zeit haben wir nicht.“

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Hoitlinger SV – SV Wagenhoff II

Kann der Hoitlinger SV tatsächlich den Durchmarsch schaffen? „Auf diese Frage habe ich schon gewartet“, lacht der neue Coach Egidio Mileo. Der Sprung auf Platz zwei sei ja „schön und gut“, doch ab Ostern würden die Wochen der Wahrheit gegen die komplette Liga-Spitze warten. „Danach können wir darüber reden“, bleibt Mileo erst einmal zurückhaltend. Gegen den altbekannten Mitaufsteiger Wagenhoff II soll natürlich zuvor ein Sieg herausspringen. Wobei Mileo vor Leichtsinn gegen den Tabellen-10. warnt: „Es sind immer neue 90 Minuten...“

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FC Oerrel – Wesendorfer SC II

Der Aufstieg zum 50-jährigen Jubiläum: Das hätte doch was für den FC Oerrel. Die Blau-Gelben befinden sich mit fünf Zählern Rückstand in Lauerstellung auf Platz sechs und wollen am Sonntag gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn Wesendorf II von ihrer Heimstärke profitieren. Allerdings hat der WSC seinerseits erst einmal in der Fremde verloren. Ein echter Prüfstein für die Oerreler Festung also.

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SV Groß Oesingen II – SV Hagen-Mahnburg

Real bringt ein Sieg immer nur drei Punkte. Gefühlt wäre er für Groß Oesingens Reserve aber mehr wert, unterstreicht Coach Sören Goltermann. Da wäre zum einen der tabellarische Mehrwert: Die Gastgeber würden sich vom Tabellenkeller distanzieren. „Wir müssen die Punkte aufholen, die wir liegen lassen haben.“ Dann hätte seine Riege nach der 2:3-Niederlage im Hinspiel dringend etwas wiedergutzumachen. Goltermann: „Das war mit die schlechteste Leistung, die ich gesehen habe.“ Mehrwert Nummer zwei. Zudem sei es ein Heimspiel. Nach vielen Verletzungssorgen bisher, wobei Kapitän Tobias Düvel auf unbestimmte Zeit nach einem privaten Unfall ausfallen wird, hofft Goltermann auf „einen konstanten Kader in der Rückrunde, damit wir uns wesentlich stabilisieren. Wir werden fit und hungrig starten.“

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Staffel 2

TSV Flettmar – VfL Germ. Ummern II

6:8 – klingt nach einem Handball-Ergebnis aus der männlichen E-Jugend. Tatsächlich ereignete sich dieses aberwitzige Resultat aber im Hinspiel zwischen Ummerns Reserve und Flettmar. Eine wilde Achterbahnfahrt, die mit zwei TSV-Toren in der Nachspielzeit ihren Höhepunkt fand. Wird’s wieder so verrückt? „Wir können gerne wieder sechs Tore schießen, aber weniger als sechs kassieren“, meint VfL-Co-Trainer Jan Rüngeling augenzwinkernd. Er wird übrigens zur neuen Saison vom Assistenten zum Chefcoach aufsteigen, da Dieter Orzol aufhört. „Ein fließender Übergang. Wir wollen ihm den Klassenerhalt schenken.“ Obwohl Flettmar Tabellendritter ist und Keeper Leon Laue dauerhaft für die Rückserie an die Erste abgetreten werden muss, sieht Rüngeling sein Team nicht chancenlos. „Wir können auf jeden Fall etwas mitnehmen, wenn wir uns in der Abwehr clever anstellen.“

Von Ingo Barrenscheen

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