Handball – Landesliga Ost Damen: SG VfL imponiert im einzigen Spiel der Staffel – 33:20

Ein einmalig-skurriles Vergnügen!?

Applaus für ein womöglich einmaliges Vergnügen!? Wittingen/Stöckens Damen genossen trotz der seltsamen Umstände die Rückkehr ins Wettkampf-Geschehen...
+
Applaus für ein womöglich einmaliges Vergnügen!? Wittingen/Stöckens Damen genossen trotz der seltsamen Umstände die Rückkehr ins Wettkampf-Geschehen...

Wittingen – Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Andreas Witzke begegnete der skurrilen Situation mit Süffisanz. „Wir wollten die Grundlage für die Oberliga schaffen. . .“

Seine gerade erst aufgestiegenen Handball-Damen von der SG VfL Wittingen/Stöcken hatten inmitten der Corona-Chaostage die einzig verbliebene Auftakt-Partie in der Landesliga Ost bestritten und überzeugend mit 33:20 gegen die SG Südkreis Clenze gewonnen. Spitzenreiter – wenn jetzt die Saison direkt wieder abgebrochen werden würde, wäre der Durchmarsch doch perfekt, nicht wahr!? 

Aber Scherz beiseite: Womöglich war es fürs Erste ein einmaliges Vergnügen, das der Neuling am Sonnabend genießen durfte.

Denn wer weiß schon, ob der Spielbetrieb nach dem extremen Stotter-Start im HVN angesichts der Corona-Pandemie nicht sofort wieder zum Erliegen kommt. „Ein Zwanzigstel der Saison haben wir schon einmal hinter uns gebracht“, unkte Witzke. Doch selbst wenn es ein Muster ohne Wert werden sollte, so hatte die Ausnahme-Erscheinung doch einen Nutzen. Mit Blick auf das Wittingen/Stöckener Selbstwert-Gefühl. „So konnten wir sehen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Klar war es ein schlagbarer Gegner, aber das Spiel so durchzuziehen, zeugt von Stärke“, ging Witzkes Daumen steil nach oben.

Besonders die erste Halbzeit, insbesondere der bärenstarke Lauf von 9:5 auf 21:8 zur Pause, hatte nicht nur dem SG-VfL-Coach mächtig imponiert. „Die Zuschauer haben auch ein bisschen gestaunt, wie da die Post abging.“ Das Heimteam störte sich, entgegen der Vergangenheit, nicht einmal an der von Clenze praktizierten 5:1-Deckung. „Überragend gespielt, sehr rund“, so Witzkes Zwischen-Urteil.

Der tolle Gesamt-Eindruck wurde auch durch die kleine Schwächephase zu Beginn des zweiten Abschnitts nicht getrübt. „Dass wir uns nicht noch einmal in so einen Rausch spielen, war klar.“ Wittingen/Stöcken unterliefen viele Fehler, Clenze witterte durch die Aufholjagd zum 22:14 hauchzart Morgenluft. Doch nach Witzkes Team-Timeout habe sich seine Riege wieder „zusammengerauft“ und sei „stabil“ geworden. Heraus kam ein eindrucksvolles Erstlingswerk.

Oder Einmal-Werk? „Bei der Form wäre es natürlich ärgerlich, wenn die Saison gleich wieder unterbrochen wird“, meint Witzke einerseits. Doch die Eindrücke der seltsamen Begleiterscheinungen am Sonnabend ließen auch ihn skepseln. „Der ganze Tag war komisch. Schon bei der Vorbereitung wusste ich nichts mit mir anzufangen. Nur die 60 Minuten waren normal, alles andere nicht.“ Auch nicht die Szenerie nach Spielende. Erst hatten Wittingen/Stöckens Damen den Gegner geputzt. Dann putzten sie mit Desinfektionsmittel alles, was berührt worden war. VON INGO BARRENSCHEEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare