Felix Schulz ist in der GFL bei Hildesheim angekommen

Auf einmal ist die Nervosität weg

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Gegen die Braunschweiger New Yorker Lions hatte Felix Schulz (am Ball) meistens alles im Griff. Hier zumindest den Football. 

Hildesheim/Wagenhoff. Du stehst in der Endzone. Es ist dein zweites Spiel in der höchsten Deutschen Football-Liga. Du spielst gegen Braunschweig. Quasi deine Heimat also. Der Football kommt genau in deine Richtung geflogen.

Du musst ihn bloß noch fangen und hast deinen ersten Touchdown erzielt. Doch das Ei, es rutscht dir durch die Finger. Die Chance ist dahin.

Um die Nervosität zu verlieren, ein paar Bälle fangen. Der Reserve-Quarterback half Schulz vor seinem Debüt.

Felix Schulz, Standby-Fußballer des SV Wagenhoff, hat wilde Wochen in der GFL hinter sich. Gleich in seinem ersten Spiel gegen die Potsdam Royals gelang dem Wide Receiver (Passempfänger) der erste Catch mit der ersten Aktion für die Hildesheim Invaders. Und dabei war der Kästorfer vor seiner Einwechslung im letzten Viertel extrem angespannt: „Ich habe dem Reserve-Quarterback gesagt, er solle mir noch mal ein paar Bälle zuwerfen.“ Und es hat geklappt. Auch gegen Braunschweig im zweiten Spiel gelang ihm wieder ein Catch, dabei blieb es bisher jedoch. Von fünf möglichen Spielen kam Schulz in vieren jeweils fürs letzte Viertel rein.

„Das wurde mir ja so gesagt und das hab ich auch erwartet. Wenn man dann aber da sitzt, will man natürlich auch mehr spielen“, gibt Schulz zu.

Das absolute Highlight bislang war jedoch nicht sein erster Catch, sondern das erste Einlaufen ins Stadion: „Das war schon beeindruckend, vor 1.500 Zuschauern das Spielfeld zu betreten.“ Die Nervosität war mit der Einwechslung jedoch komplett weg, versichert der Student, der für seinen Drop gegen Braunschweig in der Endzone immer noch von seinen Teamkameraden aufgezogen wird.

Ansonsten hat sich Schulz auch konditionell schnell akklimatisiert: „Am Anfang habe ich schon hinterhergehechelt.“ Stumpfes Ausdauertraining als Vorbereitung auf die ersten Einheiten beim GFL-Team erschienen dem Kästorfer als ausreichend: „Im Fußball hat das immer so gepasst, doch beim Football geht es viel mehr um Schnellkraft.“ Zwei Wochen benötigte der Neuzugang, dann hatte er zu seinen Teamkameraden aufgeschlossen und fiebert jetzt schon dem Auswärtsspiel bei den Braunschweiger New Yorker Lions entgegen. Nicht nur, weil er dann seinen missglückten Catch wiedergutmachen kann, sondern auch, weil er viele Freunde am Seitenrand als Zuschauer erwartet. „Da haben sich schon einige angekündigt.“ Seine Familie dagegen ist schon jetzt bei jedem Heimspiel dabei und sieht, dass Schulz in den wenigen Wochen, die er nun zum GFL-Kader gehört, schon einiges dazugelernt hat. Schulz selbst findet: „Jede Einheit und jede Minute auf dem Feld bringt mich voran. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner ersten Zeit hier.“ Auch wenn noch kein Touchdown gelang. Vielleicht klappt es ja in Braunschweig. Der Kreis würde sich dann schließen.

Von Christian Thiemann

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