3. AMATEURFUSSBALL-KONGRESS: Bromer Spartenleiter will genau wie Sina Bruchmann (SV Eischott) viel Input aufsaugen

Einer von 7 Millionen: Wedekind wirkt an Veränderungen mit

Kassel/BarsinghausenBrome/Eischott – Wie singt Max Giesinger doch so schön: Einer von 80 Millionen. . . René Wedekind ist einer von gut sieben Millionen Kickern in Deutschland.

Und dann zu den 288 Delegierten beim Amateurfußball-Kongress in Kassel an diesem Wochenende zu zählen, sei „schon etwas Besonderes“, sagt der Spartenleiter des FC Brome.

Vielleicht könne er bald mit Stolz sagen: „Das haben wir da und da beschlossen, und danach wurde es umgesetzt. “ Der NFV-Kreis Gifhorn wirkt also an der Zukunft des Vereinsfußballs mit. Zumal mit Sina Bruchmann und Kevin Krause vom SV Eischott noch zwei weitere Funktionsträger beim Satelliten-Kongress in Barsinghausen beteiligt sind.

Im November hatte Wedekind davon Wind bekommen, dass man sich, quasi als Abgeordneter in Sachen Fußball, für die Veranstaltung bewerben kann. Kurzerhand setzte er ein Motivationsschreiben auf und erhielt tatsächlich den Zuschlag. Wobei sich für ihn im Nachhinein auch noch eine Hintertür aufgetan hätte. „Das Kuriose war: Ich hatte einen Anruf von unserem Kreisvorsitzenden Ralf Thomas, ob ich nicht von Volkswagen aus dorthin möchte.“ Bekanntlich ist VW neuerdings offizieller Partner des DFB.

Diese frisch gebackene Zusammenarbeit wird in Kassel ebenfalls in einer Arbeitsgruppe aufgegriffen, an der Wedekind teilnimmt. Um zu eruieren, „wie man als Amateurverein davon profitieren kann“. Sein zweites Steckenpferd an den drei Tagen werde, auf Anraten von Thomas, die Digitalisierung sein.

„Er hat das Gefühl, dass wir da als FC Brome ganz gut unterwegs sind.“ Der Club von der Steimker Straße könne gewissermaßen als „Pilot-Verein“ für den Kreis Gifhorn fungieren. Wie könnten denn Zukunfts-Modelle aussehen? Wedekind: „Wenn man mal rumspinnt: Etwa der papierlose Verein. Oder zum Beispiel eine Vereins-App.“

Apropos: Für den Kongress wurde vom DFB eigens ein Handy-Tool entworfen, dass nur so mit Informationen gespickt ist. „Keine 08/15-App. Wirklich gut gemacht“, findet Wedekind. Seine Intention sei es, „an Veränderungen mitzuarbeiten“. Der Masterplan, der 2012 beim 2. Kongress erarbeitet wurde, brachte immerhin Errungenschaften wie fussball.de.

„Das sind schon Innovationen, mit denen der Papierkram abge-löst worden ist.“ Selbstverständlich erhofft sich Wedekind auch, aus den vielen Arbeitsgruppen, Dialogen und Vorträgen „ein Netzwerk zu schaffen“ und Ideen für den eigenen Verein mitzunehmen, der passenderweise in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Wer weiß: Vielleicht schafft es eine Handlungsempfehlung, an der er mitgewirkt hat, ja auf die Prioritätenliste.

Das würde sich auch Sina Bruchmann wünschen. Die Vorsitzende des SV Eischott ist zumindest am Freitag beim Satelliten-Kongress des NFV in Barsinghausen dabei und blickt gespannt voraus: „Es ist schon interessant zu sehen: Wie viel kommt von unseren Ideen in Kassel an!?“ Sie stellt sich auf einen spannenden wie intensiven Tag ein. Bruchmann erhofft sich Inspiration, wie man speziell als kleiner Dorfverein auch in Zukunft Fußball im Amateurbereich als Freizeitsport anbieten kann. Immerhin plagen nicht nur den SVE Nachwuchssorgen.

„Die A- und B-Jugend ist in unserer Region sehr dünn besetzt.“ Eischott soll auf Sicht gesehen kein weißer Fleck auf der Fußball-Landkarte werden. Bruchmann: „Ich will mich an das Thema weiter ranarbeiten. Vielleicht kann ich Denkanstöße geben, vielleicht auch etwas mitnehmen.“ Auch die Rahmenbedingungen für Vereine seien ein aufschlussreiches Themenfeld.

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