Aller-Ohre-Wölfe lernen Südafrika kennen / „Mehr konnte man nicht erleben“

Eine unvergessliche Reise

Die Aller-Ohre-Wölfe in Südafrika: Mit den Spielern des VfL Wolfsburg im Stadion (gr. Foto), mit Generalkonsul Bernd Rinnert (kl. Foto oben/M.) und auf dem Tafelberg. Fotos: privat

Brome/Kapstadt. Wie geht es jetzt weiter? Der tödliche Autounfall von VfL Wolfsburgs Mittelfeldspieler Junior Malanda wurde auch für die Aller-Ohre-Wölfe zu einer – wenn auch kurzzeitigen – Zäsur.

„Wir sind mit großer Betroffenheit und Trauer zurück ins Hotel gefahren“, schilderte Lothar Hilmer, Vorsitzender des Wolfsburger Fanclubs, die Momente, nachdem die traurige Nachricht am 10. Januar die Nordkreisler erreicht hatte.

Zusammen mit einigen Mitgliedern der Aller-Ohre-Wölfe war er einige Tage zuvor schon ins südafrikanische Kapstadt geflogen, wo die Wölfe ihr Wintertrainingslager abhielten. Eine Abreise der Fans stand trotz des tragischen Unfalls zwar nicht zur Debatte. Die Nachricht, dass die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking die Reise nach Südafrika dennoch antrat, wurde dafür umso positiver aufgenommen. „Wir wären schon sehr traurig gewesen“, so Hilmer.

Und so wurde es „für alle eine unvergessliche Reise. Denn mehr konnte man in den Tagen nicht erleben“, bilanzierte Hilmer, der sich ausdrücklich bei Generalkonsul Bernd Rinnert bedankte. „Er hat uns den Gedenkgottesdienst für Junior Malanda ermöglicht, den Pfarrer Dieter Osthuis würdevoll gestaltet hat“, fand Hilmer anerkennende Worte.

Auch für die Betreuung vor Ort. Wolfsburgs Manager Klaus Allofs hatte den VfL-Anhängern einen Bus mit Fahrer, einen Reiseleiter und mit Michael Schrader auch einen Fanbeauftragten zur Verfügung gestellt. Und so konnten die Aller-Ohre-Wölfe das Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in vielen Facetten kennenlernen.

Bei herrlichem Sonnenschein und klarer Sicht ging es hoch auf den Tafelberg, der mit einer Gesamtfläche von 6500 Hektar den Mittelpunkt von Kapstadt darstellt. „Er prägt die Silhouette der Stadt“, war Hilmer begeistert.

Genauso wie vom Blick auf den Atlantik und den Indischen Ozean, den die deutsche Reisegesellschaft am kommenden Tag am Kap der guten Hoffnung genießen durfte. Und auch auf die Abkühlung im Wasser wurde beim Badestopp nicht verzichtet. „Es war zwar die schwarze Flagge als Warnung vor Haien gehisst. Das ist aber nur Stufe zwei.“

Auch in den nächsten Tagen hatten die Wölfe keine Berührungsängste mit den einheimischen Tieren. Die Heimat und Brutstätte von Pinguinen wurde ebenso besucht wie die Robbeninsel. Ein Abschluss bildete eine dreistündige Safari im Inverdoorn Game Reserve unweit von Kapstadt.

Ein kleiner Teil der gut 1 200 Wildtiere, die bei der Safari gesehen werden konnten, landeten dann auch auf dem Tellern. Bei „Big Mama“ Monica Mahloone probierten die Europäer Springbock, Strauß oder Kudu. Zu den kulinarischen Höhepunkten zählten der Besuch verschiedener Weingüter sowie der Brauerei CBC mit Braumeister Wolfgang Ködel („Braut nach dem deutschen Reinheitsgebot“).

Seit wenigen Tagen ist der Fan-Tross wieder zurück in Deutschland. Und auch jetzt geht wieder die Frage um, wie geht es weiter. Am Freitag (30. Januar, 20.30 Uhr) startet der VfL im Spitzenspiel gegen Bayern München wieder in die Bundesliga. Und in den Gedanken vieler VfLer ist dann auch Junior Malanda noch einmal mit dabei.

Von Matthias Jansen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare