Handball – Oberliga Herren: Wittingens Rumpfteam kassiert 18:36-Pleite

Eine Opfer-Gabe für die Wochen der Wahrheit...

Mit sieben Toren erfolgreichster Wittinger Werfer gegen die HG Rosdorf-Grone: Torsten Meyer (r.).
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Mit sieben Toren erfolgreichster Wittinger Werfer gegen die HG Rosdorf-Grone: Torsten Meyer (r.).

Rosdorf. Sie wussten, dass die Auswärtspartie unter keinem guten Stern stand. Dieser Umstand gepaart mit dem Blick nach vorn auf den Monat März – ohne Frage Wochen der Wahrheit! – verleitete die Handballer des VfL Wittingen praktisch zu einer Art Oberliga-Opfergabe:

Der Abstiegskandidat schonte bewusst im Gastspiel beim Tabellendritten HG Rosdorf-Grone einige angeschlagene Kräfte. Der letztendliche XS-Kader bezog eine XL-Pleite. 18:36! Gewissermaßen einkalkuliert.

Die Trainer Christian Gades und Manfred Busch waren sich im Vorfeld bewusst: Es bedarf schon einer kompletten Mannschaft, eines sehr guten Spiels und auch Glück, um in Göttingen überhaupt etwas reißen zu können. Voraussetzung Nr. 1 war ganz und gar nicht gegeben durch diverse Ausfälle. „Also haben wir abgewägt.“ Die Stammkräfte Alexander Busch (Oberschenkel) und Kai Eschert (die ganze Woche krank) wurden eigens geschont. Um die Kräfte auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Der März wird der entscheidende Monat“, verdeutlichte Gades. „Da müssen wir alle an einem Strang ziehen und gut trainieren.“ Um die Herkulesaufgabe Klassenerhalt erfolgreich zu bewältigen.

Die geringen Erfolgs-Aussichten hielten den VfL wohl gemerkt gegen Rosdorf-Grone zumindest zwischen der fünften und 21. Minute nicht von einem „richtig guten Spiel“ (Gades) ab. Nach verkorkstem Einstieg (0:4-Rückstand), bei dem sich die offensive Deckung des Gegners als sofortige Stolperfalle entpuppte, stellten die Brauereistädter direkt um, brachten den siebten Feldspieler im Angriff, um die HG in die defensive Abwehr zu zwingen. Das funktionierte. Wittingen glich zum 6:6 und zum 8:8 (21.) aus. Dass die restlichen Minuten der ersten Halbzeit nicht mehr ganz so optimal liefen und ein 10:14-Rückstand zubuche stand – halb so wild. „Jeder in der Halle hat uns bis zur Pause ein gutes Spiel bescheinigt“, meinte Gades. Erst Recht in Anbetracht der Personal-Konstellation.

Doch direkt nach Wiederbeginn ging es dahin mit dem VfL... Rosdorf-Grone legte, begünstigt durch eine Reihe von Wittinger Fehlern, binnen sieben Minuten einen 9:0-Lauf zum 23:10 hin! Damit nicht genug. Nochmal fünf Minuten später stand es bereits 27:11. „Da wollten wir zu sehr mit dem Kopf durch die Wand“, monierte Gades. Die Mischung aus Unerfahrenheit und Ermüdungs-Erscheinungen schlug ins Kontor. So hieß es am Ende: Willkommen im Club der 100er! Der VfL hat nun exakt ein Torverhältnis von minus 100.

Der Coach nahm seine Riege samt der Landesliga-Leihgaben Jan-Philipp Goetzie, Nick Schmidt und Niklas Heinecke aber in Schutz: „Kein Vorwurf an die Mannschaft. Wir haben in dieser Konstellation noch nie zusammengespielt. Die, die dabei waren, haben sich unseren Respekt verdient.“

Von Ingo Barrenscheen

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