Handball – Verbandsliga: VfL Wittingen verliert nach guter erster Hälfte die Linie und schließlich 19:27 in Barsinghausen

Nur eine Halbzeit nach deutschem Vorbild

Geier Sturzflug: Wittingens Handballer (r. Arne Gades) sind nach dem 19:27 in Barsinghausen nur noch Sechster in der Tabelle. Foto: Barrenscheen

Barsinghausen. Es erinnerte ein wenig an Barcelona. Nicht nur wegen des ähnlichen Namens. Barsinghausen wurde am gestrigen Sonntagabend Schauplatz einer Überraschung. Allerdings in verkümmerter Version.

Anders als die deutsche Nationalmannschaft zwei Tage zuvor bei der WM in Spanien machte der VfL Wittingen in der Handball-Verbandsliga nur halbe Sachen und kassierte eine empfindliche 19:27-Pleite.

„Leider haben wir uns nur eine Halbzeit Deutschland gegen Frankreich gegönnt“, bedauerte VfL-Trainer Mike Mühlenbruch nach dem nächsten Nackenschlag beim neuen Spitzenreiter TSV Barsinghausen. Dieser hatte sich die Lorbeeren allerdings nicht unbedingt selbst verdient, sondern den Kranz vielmehr von den Wittingern aufs Haupt gesetzt bekommen.

Streng genommen selbst auferlegtes Leid, das sich die Brauereistädter in einer hanebüchenen Schlussviertelstunde zufügten. „Wir haben geschludert in der zweiten Halbzeit“, monierte Mühlenbruch. „Das war eine Fehler-Anhäufung, die nicht hätte sein müssen.“ Was er aber in erster Linie den arrivierten Kräften und nicht den Aushilfen aus Reserve und A-Jugend ankreidete.

Als hätte sein Puzzle-Personal die ineinandergreifenden Eckpfeiler des ersten, verheißungsvollen Abschnitts nicht verinnerlicht, passte nach dem Seitenwechsel zusehends nichts mehr zusammen im Wittinger Spiel. „Die erste Hälfte war diszipliniert, genau was wir wollten“, so Mühlenbruchs zufriedenes Zwischenfazit. Auch der kurzfristig doch noch eingesprungene Rückraumschütze Arne Gades bekräftigte: „Die Abwehr stand, dadurch hat sich Barsinghausen überhastete Würfe genommen.“ Der VfL als Quälgeist für Basche.

Doch die Szenerie sollte sich komplett spiegeln. „Wir fangen leider das Ballern an. Wenn wir den Gegner da schon haben, müssen wir auch unsere Schlüsse daraus ziehen“, seufzte Mühlenbruch. Gades drückte es so aus: „Unser Spiel ist richtig aus den Fugen geraten.“ Ab dem 17:16 (45.) gewann Barsinghausen ohne eigenes Dazutun die Oberhand dank teils haarsträubender Wittinger Fehlwürfe und -abspiele. Der VfL zerfiel plötzlich in seine Einzelteile. „Wir haben uns selbst in die Bredouille gebracht und für die die Handbremse gelöst“, stellte der Coach ernüchtert fest. Dass seine Schützlinge, von denen einige tags zuvor bereits für die Zweite gespielt hatten, über ihre Verhältnisse gelebt hatten, schloss er weitestgehend aus.

Das Ende vom Klagelied: Der VfL fiel auf Rang sechs zurück. „Barsinghausen hat uns weit, weit weg getragen“, haderte Mühlenbruch und schob hinterher: „Ins Mittelfeld...“

Von Ingo Barrenscheen

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