Nordkreis-Vereine werden Corona-Krise aller Voraussicht nach gut überstehen

Einbußen ja, Existenznöte nein

Zutritt verweigert! Die Vereine aus dem Nordkreis müssen aktuell Einbußen durch fehlende Zuschauer-Einnahmen hinnehmen, doch in Existenznöte geraten sie dadurch nicht.
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Zutritt verweigert! Die Vereine aus dem Nordkreis müssen aktuell Einbußen durch fehlende Zuschauer-Einnahmen hinnehmen, doch in Existenznöte geraten sie dadurch nicht.

Isenhagener Land – Über Nöte, gar Existenzen wurde inmitten der Corona-Pandemie zur Genüge gesprochen. Selbst auf höchstem Niveau. So war es für viele Vereine sogar ein Muss, dass die Fußball-Bundesliga-Saison zu Ende gespielt wurde.

Klar: Aus München, Dortmund, Leipzig oder auch Leverkusen fielen die Hilfe-Rufe deutlich leiser aus als aus Gelsenkirchen, Paderborn oder auch Düsseldorf.

Letztendlich „retteten“ die TV-Einnahmen mehrere Klubs, während die Zuschauereinnahmen allerdings ausblieben. Wie sieht es allerdings bei den kleineren Vereinen – auch aus dem Nordkreis – aus? Das IK hat sich bei den hohen Funktionären der Klubs schlau gemacht.

Ein echtes Zugpferd im Isenhagener Land ist und bleibt der VfL Wittingen/Suderwittingen mit Otmar Mertens an der Spitze. Mertens macht deutlich, dass „auch uns die Corona-Krise getroffen hat, aber glücklicherweise noch nicht ganz so schlimm“. Der Verein wird – das versichert Mertens – nicht in Existenznöte geraten. „Uns fehlen aktuell natürlich vor allem die Zuschauer-Einnahmen beim Fußball und Handball. Aber dafür fallen ja auch Ausgaben in Sachen Fahrten und Schiedsrichter weg“, so der VfL-Klubchef, um hinzuzufügen: „Daher halten sich unsere Einbußen zumindest noch in Grenzen.“

Problematisch könnte es mit Blick auf den Herbst beziehungsweise Winter werden, wenn die Brauereistädter nahezu alle Sparten in die Sporthalle schicken müssen. „Da müssen wir abwarten, wie die Auflagen aussehen und ob sie zu erfüllen sind. Da könnte es vor allem im organisatorischen Bereich Probleme geben, doch die Monate Oktober und November werden uns sicherlich mehr Klarheit bringen“, verrät Otmar Mertens. Ohnehin würde sich auch mit Blick auf den Haushaltsplan erst in der zweiten Jahreshälfte mehr über die Zahlen sagen lassen, meint Mertens. In den zwei bisherigen Corona-Monaten sei schließlich noch nicht allzu viel passiert. „Die Frage ist ja: Was passiert, wenn ab Sommer wieder normal Fußball gespielt wird, aber ohne Zuschauer? Dann hätten wir wieder Ausgaben, aber keine Einnahmen“, rechnete der Wittinger Vereinschef vor. Doch diesbezüglich gibt es wohl Entwarnung, denn der Auftakt erfolgt tatsächlich spätestens im September – aber dann mit Publikum. Gerade die Sparten Fußball und Handball müssen mit großen Ausgaben leben, während sich andere Sektionen wie beispielsweise Berg- und Wintersport, Tennis oder auch Wasserball einzig durch die Mitgliederbeiträge finanzieren. Glücklich ist Mertens, dass – Stand jetzt – keine Sponsoren oder Mitglieder abgesprungen sind. Nur beim Tennis sei eine Mannschaft aus dem Spielbetrieb ausgetreten aufgrund der fehlenden sozialen Komponente. Ansonsten herrscht beim VfL auch in schwierigen Zeiten großer Zusammenhalt.

Ähnlich verhält es sich beim SV Hankensbüttel. Natürlich hat auch der HSV mit Einbußen zu kämpfen, aber auch in diesem Fall wird es nicht zu einer Existenznot kommen. „Klar: Das macht sich schon alles bemerkbar. Uns fehlen die Zuschauer, auch die Bewirtung bei den Spielen ist nicht gegeben. Aber wir leben eben vor allem von unseren Mitgliedsbeiträgen“, schildert Hankensbüttels Geschäftsführer Heinz Ehmke. Kurzgefasst: „Sicherlich fehlt am Ende jeder Cent, doch ein Kollaps droht uns nicht.“ Bilanz gezogen für das laufende Jahr hat man beim HSV noch nicht. Glücklicherweise haben auch die Blau-Weißen – zumindest coronabedingt – keine Austritte zu verschmerzen. Auch die Sponsoren halten bislang zur Stange – ganz zur Freude von Ehmke, der sich aber sicher ist: „Die ganze Sache summiert sich immer mehr, solange uns diese Krise begleitet.“

In die gleiche Kerbe schlägt auch der Vorsitzende des Wesendorfer SC, Stefan Müller. „Wir kriechen nicht auf dem Zahnfleisch“, macht Müller unmissverständlich klar. Ein Problem hätten die Wesendorfer nur dann, „wenn 500 Mitglieder auf einmal austreten“, wie der WSC-Chef mit einem Augenzwinkern zu Protokoll gibt. Doch damit rechnet Müller natürlich nicht. Einzig die Einnahmen durch die Eintrittsgelder der Fußball-Zuschauer fehlen momentan. Einen Problemfall gibt es dennoch in Wesendorf: Nämlich die Mutter-Kind-Turngruppe. „Diese darf momentan nicht trainieren, weil die Gerätschaften in der Halle nicht genutzt werden dürfen“, verrät Müller. Ansonsten läuft bei den Blau-Weißen nach wie vor alles in soliden Bahnen.

Sehr kurz, aber präzise fasst sich Dieter Kille, der beim FC Brome das Sagen hat: „Wir haben definitiv keine Finanznöte, das kann ich ganz sicher sagen. Zumal wir uns genügend Rücklagen geschaffen haben.“ Die Burgherren mit Kille an der Spitze haben in den vergangenen Jahren sehr solide gewirtschaftet, so dass es in der Krise keine Probleme existenzieller Art geben sollte. Unter dem Strich hält sich der Schaden für die Nordkreis-Vereine also – glücklicherweise – in Grenzen. Dennoch wünschen sie sich natürlich sportliche Normalität zurück. VON FLORIAN SCHULZ

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