Fußball – DFB-Pokal, 2. Runde: VfL-Sportdirektor Schäfer redet Klartext nach 1:6

„Ein richtiger Schlag in die Fresse!“

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Am Ende stehen wir wie die Deppen da.

Wolfsburg – Dass irgendwann über kurz oder lang dieser Tag kommen würde, war allen Beteiligten bewusst gewesen. Die brutale Wucht allerdings haute die Spieler und Verantwortlichen des VfL Wolfsburg dann am Mittwochabend aber doch aus den (Sport-)Socken.

1:6 – klingt nach einem Tennis-Satzergebnis. Doch es war ein Fußballspiel, das die Grün-Weißen gegen RB Leipzig auf niederschmetternde Art verloren hatten.

Und so wählte dann Sportdirektor Marcel Schäfer auch passende Worte zu diesem Niederschlag: „Wir haben auf gut deutsch einen richtigen Schlag in die Fresse bekommen!“ Sein Frust zielte in viele Richtungen ab. Zuvorderst auf die Leistung der eigenen Mannschaft. „Wir hatten zwölf Minuten einen kompletten Blackout, haben uns komplett aus dem Konzept bringen lassen und komplett die Ordnung verloren.“ Ein No-Go in seinen Augen. „Wir haben zu viel Energie verschwendet auf eine Schiedsrichter-Entscheidung, die sicherlich zu diskutieren ist, und uns zu sehr darüber aufgeregt – daher ist das Ergebnis auch in der Höhe erklärbar. Leipzig war effizient, eiskalt, gnadenlos.“ Ähnlich sah es Torwart Pavao Pervan bei Wölfe-TV: „Am Ende stehen wir wie die Deppen da.“

Doch noch einmal zur Szene vor dem 0:3. In Schäfers Augen unstrittig ein Handspiel, das man hätte pfeifen können/müssen. Schiedsrichter Felix Zwayer tat es nicht, den Video-Assistenten gibt es ab der nächsten Pokalrunde. Der Ex-Profi winkte ab: „Uns hat er erklärt, dass unmittelbar keine Torgefahr bestand. Ich kann mir bei Leipzig gar nicht vorstellen, dass sie bei einem Konter keine Torgefahr ausstrahlen“, merkte Schäfer ironisch an.

Doch daran wollte er die Schlappe nicht festmachen. Von so einer Entscheidung dürfe man sich nicht „zu 100 Prozent abbringen lassen“, monierte er. Mehr noch: Bis zum Blackout hätte der VfL „ganz nett mitgespielt, im gegnerischen Strafraum aber die letzte Konsequenz vermissen lassen“. Letztlich hätten sich alle diesen Dämpfer zusammen eingebrockt. „Nun müssen wir alle gemeinsam wieder aufstehen. Wir werden eine Reaktion zeigen“, versicherte Schäfer.

Wobei die Wölfe nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könnten. „Man sagt zwar immer, man muss spätestens morgen den Hebel umlegen, aber dafür war die Niederlage zu heftig. Wir müssen sie analysieren, drüber sprechen und dann geht es spätestens in zwei Tagen in Richtung Dortmund.“ Das sei ja zum Glück ein anderer Wettbewerb, „vielleicht hilft uns das für den Kopf“, so Pervans Ausflucht.

ib

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