Rudern – Peter Kluge wird bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften nur Fünfter im B-Finale mit dem Zweier

„Ein Griff ins Klo!“

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Unzufrieden: Peter Kluge.

Krefeld/Wittingen. Peter Kluge ist ein Mann der klaren Worte. Und so hielt der Ruder-Riese aus Wittingen mit seinem Frust nicht hinter dem Berg.

„Das war ein Griff ins Klo!“ Platz fünf im B-Finale bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Krefeld am Wochenende entsprach so gar nicht den Ansprüchen des ambitionierten 26-Jährigen.

Zusammen mit seinem neuen Partner Nico Merget (Frankfurter RG Germania) erlebte Kluge im Zweier ohne Steuermann einen Dämpfer im Kampf um die begehrten Boots-Plätze im Team Deutschlandachter für die saisonalen Höhepunkte 2017. Einmal mehr wurde bei der DM in Krefeld offensichtlich, dass das Tandem miteinander nur bedingt harmoniert. Mal gibt es Ausreißer nach oben, mal Abstürze wie beim jüngsten Meilenstein. Kluge spricht von einer „Wundertüte“. Die auf dem Elfrather See Negatives zu Tage förderte. Der Vorlauf sei noch „ganz solide“ gewesen, erklärte der BWL-Student. Das Duo ließ immerhin die späteren Sechstplatzierten Jakob Schneider/Hannes Ocik hinter sich, musste nur den neuen Vizemeistern Johannes Weißenfeld/Torben Johannesen den Vortritt lassen. Doch dann setzte schleichend die Abwärtsspirale ein bei Kluge/Merget. „Ab dem Halbfinale ging es bergab.“ Sie hatten auf ihrer Bahn mit erschwerten Bedingungen, seitlichem Schiebewind, zu kämpfen, während andere Boote Windschatten genossen. Sicherlich ein Faktor, den Kluge aber nicht als Grund vorschieben wollte. „Wir waren einfach nicht schnell genug, haben nicht genug investiert.“

Ein Vorbo(o)te für das anschließende B-Finale. „Einfach nur eine Katastrophe.“ Kluge/Merget liefen mit satten zehn Sekunden Rückstand hinter dem siegreichen Nachwuchs-Zweier mit Christopher Reinhardt/Laurits Follert ein. Daher würde der 1,91 Meter-Hüne das Wochenende „am liebsten streichen“. Zum Vergleich: Mit seinem vorherigen Partner Clemens Ernsting hatte Kluge den B-Lauf in den zwei Jahren zuvor gewonnen. Weil beide auf gemeinsame Basics in Drucksituationen zurückgreifen konnten. Das ist in der jetzigen Zweck-Gemeinschaft mit Merget nicht der Fall...

Aber passiert ist passiert. Obwohl das Empfehlungsschreiben fehlgeschlagen ist, hegt der WM-Dritte von 2014 (im Zweier mit Steuermann) die leise Hoffnung, dass die Kleinboot-DM anders als in den Vorjahren in der Gewichtung „nicht ganz so viel zählen könnte“. Sondern auch die anderen Ergebnisse zuvor und Kluges individuelle Leistungsfähigkeit, die er ohne Frage seit Jahren nachweist. Am heutigen Dienstag beratschlagen die Bundestrainer das weitere Vorgehen. „Mal gucken, was daraus wird“, ist der Wittinger gespannt. „Richtig wichtig“ werde die Hügelregatta in Essen im Mai. Dort geht es dann noch einmal im Vierer zur Sache. Kluge betont: „Da müssen wir richtig performen.“

Von Ingo Barrenscheen

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