Rudern – Deutsche Sprint-Meisterschaften: Imort holt erstmals Doppel-Titel

Ab durch die Goldene Mitte!

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Der gebürtige Steinhorster Dominic Imort (hinten M.) gewann mit dem RTHC Bayer Leverkusen Sprint-Gold im Achter und Vierer mit Steuermann.
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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Der gebürtige Steinhorster Dominic Imort (hinten M.) gewann mit dem RTHC Bayer Leverkusen Sprint-Gold im Achter und Vierer mit Steuermann.

Werder/Steinhorst – Und es kommt eben doch auf die Länge (der Strecke) an. . . Zwischen 280 und 450 Meter darf die Distanz gemäß des Ruder-Verbands bei den alljährlichen Deutschen Sprint-Meisterschaften betragen.

Dass der ausrichtende Verein in Werder an der Havel am Wochenende diesen Ermessensbereich voll ausreizte, erwies sich für die Ausdauer-Asse rund um Dominic Imort als absoluter Glücksfall.

Wie heißt es so schön: Hinten wird die Ente fett! Nicht nur sein Verein RTHC Bayer Leverkusen, sondern auch der gebürtige Steinhorster selbst bejubelte auf dem Gewässer nahe Potsdam erstmals den doppelten DM-Titel im Sprint in seiner langen Laufbahn!.

„Irgendwie cool!“ Auch am Tag nach dem vollendeten Triumphzug ist Imort noch aufgekratzt. Durchströmt von Glücksgefühlen. Verständlich. Die nationalen Wettkämpfe bildeten in diesem von Corona überlagerten Jahr praktisch die Saison. Ein kurzes, aber umso intensiveres Vergnügen, das mit einem einzigartigen Erfolg endete für die Bayer-Boote.

Keine Frage: Im Vierer mit Steuermann hatte die Leverkusener Crew „eine gewisse Favoritenrolle“ eingenommen, bestätigte Imort. „Der sind wir auch nachgekommen.“ Und wie! Nachdem der Vorjahressieger Hameln im Parallel-Vorlauf noch eine Sekunde schneller übers Havel-Wasser gejagt war, drehten Imort und Co. im Showdown am Sonnabend das (Ruder-) Blatt um und schossen mit zwei Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Im Sprint eine kleine Welt. Nach dem Vize-Titel 2019 nun Gold. „Im Finale hat alles gepasst. Es war uns schon ein Bedürfnis, dass es Revanche gibt“, unterstrich der 31-Jährige.

Weitaus überraschender hingegen fiel der Sprung aufs oberste Treppchen in der Königs-Disziplin, dem Achter, aus. Genau wie die deutschen Nationalruderer bei der EM in Posen landete beim eine Stufe tiefer angesiedelten Event in Brandenburg auch das Leverkusener Flaggschiff auf Platz eins. „Im Achter war die Freude umso größer“, betont Imort. Die Zeiten im stark besetzten Feld hätten in den ersten Durchgängen noch sehr nah beieinander gelegen. „Wir hätten Sechster oder Erster werden können im Endlauf. Es war alles drin“, meint der Wahl-Schwabe (wohnt in Neuhausen auf den Fildern nahe Stuttgart). Dass der RTHC den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen musste, hätte sich im Nachhinein als durchaus vorteilhaft erwiesen, urteilte Imort. „So konnten wir den Rennen noch mehr zusammenfinden.“

Die beste Performance hob sich sein Team fürs Finale auf. Während die Vorlaufsieger komplett leer ausgingen, wählte Leverkusen gewissermaßen die Taktik der Goldenen Mitte. Imort: „Wir wussten, dass wir am Start nicht die Schnellsten sind. Also haben wir uns gesagt: Lieber kontrolliert losfahren anstatt mit durchdrehenden Reifen. Das wird oft unrund. Wir sind dann einen Zwischenspurt gefahren. Da wachsen einem Flügel.“ Den Turbo vermochte die Konkurrenz auf der knappen Rest-Strecke nicht mehr zu kontern.

„Uns kamen die 450 Meter eher entgegen als die 280. Da geht dem ein oder anderen schon die Puste aus. Wir haben nicht an Geschwindigkeit verloren.“ Zwar verschwand Imorts unmittelbares Siegerlächeln beim Aussteigen hinter der obligatorischen Maske. Aber diese DM wird ihm, nicht nur aufgrund der Corona-Lage, in ganz spezieller Erinnerung bleiben. VON INGO BARRENSCHEEN

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