Der Dominator aus dem Moor

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Blockade: Dem SV Hankensbüttel (l. Timo Dittrich) stand der Wesendorfer SC in der Zwischenrunde im Weg.

Give me Moor! Nach dem erneuten Triumph beim 4. Wittinger-Cup nimmt der TuS Neudorf-Platendorf direkt das Triple ins Visier – um 2021 den Pott dauerhaft in der Vereins-Vitrine parken zu können.

Wittingen – Endspiele gegen die Platendorfer Moorkicker scheinen für Detlef Weber ein rotes respektive grünes Tuch zu sein. Schon beim einstmaligen Nord-Cup, dem Vorgänger-Modell des Budenzaubers unter Federführung der Privatbrauerei Wittingen, war für den Fußballlehrer, damals noch mit dem SV Groß Oesingen, 2015 gegen den Bezirksligisten Hopfen und Malz verloren gewesen. Auch eine handvoll Jahre später reichte es für Weber und seinen heutigen Club VfL Knesebeck nicht, um ein großes Fass aufzumachen. Zu übermächtig erwies sich am Sonnabend der Turnierfavorit TuS, gewann das Endspiel souverän mit 4:1 und zog damit in der imaginären Ahnengalerie mit dem Co-Piloten des Events, dem VfL Wittingen/S., gleich.

Platendorfs besonnene, strukturierte wie zielstrebige Spielweise weckte nicht nur bei Weber Assoziationen an die frühere Nord-Cup-Vorherrschaft der Grün-Weißen. Doch auch ohne vollendeten Überraschungscoup sprach Knesebecks Coach von einem „schönen Finale“. Und meinte damit „die Art und Weise, wie wir dahingekommen sind“. Die Einhörner traten am Endspieltag wesentlich überzeugender auf als noch in der Vorrunde. Das hatte sich schon eingangs beim hauchzarten 0:1 im Gruppenspiel gegen Platendorf gezeigt (Weber: „Da hatten wir 6:1-Torschüsse, doch den einen macht Platendorf rein“).

Bei der Neuauflage wenige Stunden später im Showdown um den Wittinger-Cup leistete Knesebeck dann, anders als im Halbfinale gegen den belebenden Neuling SG Eldingen (1:0 durch ein Eigentor) – nicht mehr ganz so viel Widerstand, hätte „die Räume nicht schließen können“. Und das nutzte eine Mannschaft der Güte von Platendorf gnadenlos aus. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Malte Gercke zum 2:1 – nur ein kurzer Silberstreif am Horizont.

Christian Jansen (2), Hauke Düsel und Berkan Gülabi rundeten das perfekte Turnier für Platendorf ab. Neun Spiele, neun Siege – und das bei einem Gesamt-Torverhältnis von sage und schreibe 45:7! Imposante Zahlen. „Alles gewonnen, das schafft auch nicht jeder“, konstatierte TuS-Spartenleiter Dennis Schön zufrieden und kündigte direkt an: „Es ist ein super Turnier und macht immer Spaß. Ich hoffe, im nächsten Jahr sind aller guten Dinge drei.“ Eine Ahnung muss auch der verletzte TuS-Akteur Vitali Kast gehabt haben, der bereits am Donnerstag in weiser Voraussicht einen Tisch in Tito’s Bar reserviert hatte. Es wurde eine Platendorfer Siegerparty.

Weil auch der Wesendorfer SC sich vorab vergeblich am Herkules-Sturz versucht hatte (0:4 im Halbfinale). Doch allein der Einzug unter die besten Vier – verbunden mit dem Gewinn einer feuchtfröhlichen Brauerei-Besichtigung – war für den Kreisligisten schon aller Ehren wert, befand auch Julian Hoppe. „Wir haben positiv überrascht, hatten uns nach dem frühen Aus beim Volksbank-Cup nicht so viel ausgerechnet.“ Im Vorjahr war der WSC schon eine Runde zuvor an Platendorf gescheitert. Das 0:4 sei „zwei Tore zu hoch“ ausgefallen, war aber verschmerzbar.

VON INGO BARRENSCHEEN

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