Handball – Jugendoberliga WA: JSG enttäuscht völlig

Diese Videoanalyse wird kein Vergnügen

Die Ernüchterung ist in den Gesichtern abzulesen: Trainer Frank Michael (l.) und sein Assistent Christian Gades mochten teilweise beim Spiel der JSG Wittingen/Stöcken nicht hinsehen. Foto: Barrenscheen

Wittingen. Wenn Frank Michael demnächst zur Videoanalyse bittet, werden sich einige seiner A-Jugend-Mädels von der JSG Wittingen/Stöcken „erschrecken“, meinte der Trainer.

Denn was der Camcorder bei der 16:22-Heimpleite gegen den TSV Barsinghausen aufnahm, glich über weite Strecken einer Handball-Horror-Show.

Ist der hiesige Oberliga-Nachwuchs etwa kamerascheu? Erstmals überhaupt ließ der JSG-Coach ein Spiel aufzeichnen, da schon in zwei Wochen das Rückspiel ansteht. Und dann das! Wittingen/Stöcken völlig von der (Film-)Rolle. Und Michael irgendwie in Erklärungsnot. So recht vermochten er und sein Co-Trainer Christian Gades sich keinen Reim aus dem Katastrophen-Kino vor ihren Augen zu machen. Dann doch eine Mutmaßung. „Barsinghausens Torhüterin (Emily Altenhofen/Niedersachsenauswahl, Anm. der Redaktion) ist eine Gute. Man hatte aber fast den Eindruck, dass die Mädels die Hosen voll hatten – es wollte keiner werfen“, grummelte Michael.

Ladehemmung plus Laissez-Faire in der Abwehr: eine verhängnisvolle Mischung. Die JSG vergab in der ersten Hälfte sage und schreibe sechs von acht 7-Metern! „Eine geile Quote“, so Michael sarkastisch. Hinzu kamen in der Anfangsphase einige Holztreffer. „So nahm das Grauen seinen Lauf.“ Wittingen/Stöcken lag schnell 0:5 in Rückstand und fand seine Fassung im Grunde erst eine Viertelstunde vor Schluss wieder, als schon alles gelaufen (9:17) war. Plötzlich saßen die Würfe. „Wenn’s nicht mehr entscheidend ist, gehen die Dinger rein. Eine klasse Mannschaft trifft, wenn’s drauf ankommt“, sparte Michael nicht mit Kritik.

Immerhin habe er nun „schönes Filmmaterial zum Auswerten“. Der Coach kann die Reaktion seiner Schützlinge vorausahnen. „Manche werden fragen, ob sie das sind und was sie da bloß gemacht haben...“

Von Ingo Barrenscheen

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