IK-Nachspielzeit: WSC verabschiedet Urgestein / Tülau empört / Diercks als neuer Hans-Jörg Butt

Dickes Dankeschön für Damert

Danke, Opa! Wesendorfs Sturm-Routinier Victor Damert (M.) wurde am Wochenende offiziell verabschiedet. Foto: Barrenscheen

Ein vorweihnachtlicher Nussknacker in Emmen. Eine Ampelkarte, die keine war. Riesen-Ärger in Tülau. Und ein dickes Dankeschön an den treuen Torjäger in Wesendorf. Die IK-Nachspielzeit.

„Danke, Opa!“ Nein, im Heidelandstadion spendierte am Sonntag kein Großvater seinem Enkel eine bunte Tüte. Mit diesem durch und durch nett gemeinten Spitznamen verabschiedete die erste Herren des Wesendorfer SC ein Urgestein. Nach fast 16 Jahren – eine stolze Zeit – entschied sich Victor Damert, in dieser Saison etwas kürzer zu treten. Am Rande des Heimspiels gegen die SV Meinersen sagte der Kreisligisten seinem ewigen Goalgetter nun lebewohl mit einer Collage aus alten (IK-)Zeitungsartikeln und einem Reisegutschein. Sein erstes Pflichtspiel für Wesendorf hatte Damert am 2. September 1994 in der B-Jugend bestritten. Es folgten hunderte Einsätze, sagte WSC-Spartenleiter Stefan Müller. Und Tore? „Schätzungsweise auch einige Hunderte“, schmunzelte der Fußball-Chef. An sein schönstes konnte sich Damert auch sogleich erinnern: 1997 gegen Eischott. Ein Seitfallzieher. „Ich habe damals sogar noch vom IK das Original-Foto bekommen.“ Künftig spielt der treue Torjäger in der Zweiten und bei den Altherren. Damert blickte stolz zurück. „Es ist perfekt gelaufen, ich habe alles erreicht.“ 2010 den Aufstieg in die Kreisliga, 2012 den Kreispokal-Sieg. Man soll eben aufhören, wenn es am schönsten ist... Aber wer weiß: Vielleicht taucht der Name Damert in einigen Jahren wieder in der Ersten auf: Mit Sohnemann Maxim steht der Nachwuchs bereit.

Eieieieiei.... An das Heimspiel gegen den SV Jembke II wird sich Steve Kuhnert wohl noch eine Weile schmerzhaft erinnern. Der Spieler des TV Emmen machte an unliebsamer Stelle Bekanntschaft mit dem Ball. Sein Teamkollege Klaas Hildebrandt hatte einen Freistoß-Pfiff überhört und zwiebelte ihm das Leder aus gut acht Metern mit Karacho direkt in die Kronjuwelen. Ein Nussknacker Wochen und Monate vor Weihnachten... „Er hat sich ganz schön gewunden, musste erst einmal ausgewechselt werden“, konnte sich Frank Mehlhase leichte Schadenfreude nicht verkneifen. Kuhnert hatte übrigens tags zuvor Geburtstag. Emmens Coach: „Da hat er ein schönes Geschenk gekriegt...“

René Pieruschka traute seinen Augen nicht so recht. Für ein Foul fünf Minuten vor Schluss bekam der Spielertrainer des FC Brome II vom Schiedsrichter den gelben Karton gezeigt. Erst einmal nichts Ungewöhnliches. Komisch wurde es erst dann, als der Unparteische noch im selben Atemzug die Rote zückte und dem verdutzten Pieruschka unter die Nase hielt. „Obwohl ich zu dem Zeitpunkt noch gar kein Gelb hatte“, wunderte sich der FCB-Frontmann. Er hatte aber so eine Ahnung: „Vielleicht hat er mich mit meinem Bruder verwechselt, der hatte schon Gelb.“ Doch Pieruschka lamentierte nicht groß, sondern ging artig vom Platz. Letztendlich war’s egal. Mit Bruder Marcel anstatt René auf dem Feld brachte Brome den ersten Saisonsieg gegen den TSV Bergfeld über die Zeit.

Der Geduldsfaden von Antonio Larosa ist geplatzt. „Wir werden Maßnahmen einleiten“, kündigte der Trainer des SV Tülau-Voitze an und wetterte: „Wir werden benachteiligt bis zum geht nicht mehr!“ Was war passiert? Im Spiel gegen den TuS Ehra-Lessien sei Tülaus Torhüter Christian Wotsch von einem Gegenspieler „wie ein Berserker“ (Larosa) umgerempelt worden und brach sich das Schlüsselbein! Nicht der erste Vorfall dieser Art in jüngerer Vergangenheit. Damit nicht genug. Da der Ball, den Wotsch durch den Zusammenprall verfehlte, ins Tor kullerte und der Treffer zählte, fühlte sich Larosa verschaukelt. „Unglaublich.“ Und der Ärger sollte tatsächlich noch größer werden: Der Referee pfiff die Begegnung gut zehn Minuten zu früh ab! Als Tony Engelhardt und Klaus Weise ihn lediglich darauf aufmerksam machten, sahen sie den Roten Karton! Angeblich wegen Beleidigung. Larosa war kaum zu beruhigen. „Ein Ding der Unmöglichkeit.“ Er will gegen die Wertung des Spiels vorgehen. „Wir werden das so nicht hinnehmen.“ Und wenn dadurch nur mehr Sensibilität geweckt wird.

Butt, Butt, Butt... So hallte es früher durch die BayArena zu Leverkusen, wenn Torhüter Hans-Jörg Butt einmal quer übers Feld lief und Strafstöße fast mit verbundenen Augen versenkte. Auch beim VfL Wahrenholz II ist der sicherste Elfmeter-Schütze eigentlich von Hauptberuf Tor-Verhinderer. Fabian Diercks ging beim 2:2 in Ummern gleich zweimal den weiten Weg zum anderen Strafraum und kehrte als Torschütze in seinen 16er zurück. „Er ist ein eiskalter Elfmeter-Schütze. Da gibt es gar keine Frage“, sagt sein Trainer Hans-Ulrich Peters. Obendrein sei Diercks gerade „in fantastischer Form“. Ein Schlussmann für alle Fälle.

Von Ingo Barrenscheen, Matthias Jansen und Eike Hoppmann

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