Aufschlussreiches Webinar für Nordkreis-Coaches

So tickt die Fußball-Generation Z

Isenhagens Jugendleiter/-trainer Max Jeep gewann neue Perspektiven durch das VfL-Kinderfußball-WOBinar.
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An der einen oder anderen Stelle geriet selbst der junge und dennoch erfahrene Nachwuchscoach/Jugendleiter Max Jeep (in schwarz) beim WOBinar ins Grübeln. Isenhagens Trainer nahmen viele aktuelle Ansätze für die tägliche Arbeit mit.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Eine andere Generation, eine andere Herangehensweise: Gut 300 Teilnehmer, darunter auch Nachwuchscoaches aus dem Isenhagener Land, gewannen bei einem Webinar des Bundesliga-Klubs VfL Wolfsburg inklusive DFB-Trainern spannende Einblicke in den Zeitgeist des Jugendfußballs.

  • Jugendfußball-Webinar liefert interessante Anhaltspunkte für einen zeitgemäßen Trainings-Alltag.
  • JSG Isenhagen will unverhoffte Aha-Effekte dank des Vortrags vom DFB-U16-Trainer direkt ummünzen.
  • Darum kann die Playstation als Instrument zur Nachwuchs-Begeisterung dienen...

Hankensbüttel/Wittingen/Wolfsburg – Kaum hatten die Köpfe wie ein Schwamm frisches Wissen aufgesogen, wären die zwölf Nachwuchscoaches der JSG Isenhagen am liebsten direkt ans Werk gegangen. Geht aber nicht aufgrund des anhaltenden Corona-Lockdowns. Dennoch nahm nicht nur das interessierte Dutzend, sondern etwa auch der Wittinger Talente-Trainer Sergej Löwen am vergangenen Wochenende jede Menge Ansatzpunkte für die tägliche Trainingsarbeit (wann auch immer sie wieder zulässig ist) mit vom VfL-Kinderfußball-WOBinar. Die Fußballschule des Wolfsburger Bundesligisten hatte für die digitale Weiterbildung Top-Referenten gewonnen.

Alle hatten direkt eine Riesenlust, die Inhalte auf dem Platz umzusetzen.

Max Jeep, Jugendleiter der JSG Isenhagen

Darunter eben auch die Isenhagener Fraktion. Gleich die Hälfte aller Übungsleiter drückten, bezuschusst von der JSG, die virtuelle Schulbank. Investierte Zeit, die sich gelohnt hat, unterstrich Jugendleiter Max Jeep. „Wir haben das Seminar bei uns im Anschluss in der Gruppe reflektiert. Alle hatten direkt eine Riesenlust, die Inhalte auf dem Platz umzusetzen.“

JSG Isenhagen will Trainer-Kodex erarbeiten

Auch der Coach der Isenhagener C-Jugend-Bezirksliga-Riege erhielt den einen oder anderen Augenöffner vor dem Bildschirm. Etwa die vom VfL vorgelegte Philosophie, auf klare Strukturen als Leitlinien zu setzen. Praktisch eine Art Trainer-Kodex. „Was wollen wir als Verein? Was wollen wir verkörpern? Was wollen wir bewirken? Diese Idee werden wir aufgreifen“, unterstrich Jeep. Was er persönlich als „sehr, sehr spannend“ empfand, war der Gast-Beitrag vom DFB-U16-Nationaltrainer Marc-Patrick Meister. Kernthema: die Spielerführung – und was diese mit den Menschen, sprich den Nachwuchskickern, macht. Jeep erlebte dabei einen großen „Aha-Effekt. Wichtig ist, den Spielern nicht die Lösung vorzugeben, sondern sie selbst die Lösung entwickeln und finden zu lassen.“ Learning by doing gewissermaßen. Das steigere den Faktor Spielintelligenz.

Faszinierend: Whatsapp praktisch genauso wichtig wie der persönliche Draht

Als „ziemlich faszinierend“ stufte Isenhagens Jugendleiter auch die für ihn überraschende Info seitens des Referenten ein, dass die Jugendlichen heutzutage einen eher unpersönlich wirkenden Austausch per Whatsapp auf eine Stufe mit einem Vier-Augen-Gespräch stellen. „Dass das Handy so ein riesiges Wirkungsmittel geworden ist, fand ich schon krass.“

Löwen: Trainer müssen den Trend mitgehen

Auch Wittingens E-Jugend-Coach Sergej Löwen nahm neue Erkenntnisse mit. „Es war schon interessant zu sehen, wie die Jugend heutzutage tickt. Das ist die Generation Z – sie sind mit der Technik geboren. Die Trainer müssen halt schon mit dem Trend mitgehen.“ Prägnant fand er ein weiteres angeführtes Fallbeispiel aus der aktuellen Praxis, um gewissermaßen die Sprache der kleinen Kicker zu sprechen: Ein Übungsleiter gab seinen Schützlingen eine Tasten-Kombination vom Playstation-Controller vor – „und die Kids wussten sofort, was sie zu tun hatten...“ Ein kurios anmutender Ansatz, der jedoch zeigt: Wer als Jugendtrainer nicht up to date ist, kann die Talente womöglich auch nicht mitreißen.

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