Deutschland greift nach den Sternen

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Auf in das nächste Turnier: Ein Jahr nach der Heim-WM sind Uwe Gensheimer (am Ball) und Co. bei der Europameisterschaft in Österreich, Schweden und Norwegen gefordert.

Isenhagener Land – Ab heute zählt’s! Die Handball-EM in Österreich, Schweden und Norwegen beginnt. Die Deutsche Auswahl startet um 18.15 Uhr im norwegischen Trondheim gegen die Niederlande ins Turnier. Das IK hat bei den Nordkreis-Handballern gefragt, was für den zweimaligen Champion drin ist.

Die Meinung ist zwiegespalten, ob dem Team von Nationaltrainer Christian Prokop ein erneuter Erfolg wie zuletzt 2016 bei der EM gelingen kann. Eine Medaille ist angepeilt, eine Leistungssteigerung ist nach der Vorbereitung aber vonnöten. Was sagen die Nordkreisler?

Gades: Titel ist drin!

Christian Gades, Trainer der Landesliga-Mannschaft der SG VfL Wittingen/Stöcken meint: Die DHB-Auswahl kann um den ersten Platz mitspielen. Er sagt: „Ich denke schon, dass sie ins Finale kommen können. Natürlich ist das Team gebeutelt durch die Verletzungen, durch die es sich noch mal finden muss. Aber die Vorbereitung dürfte geholfen haben. Es wird viel darauf ankommen, ein gutes Rückzugsverhalten zu haben und, dass man sich als Team gefunden hat. Es sind genügend Spieler, die die nötige Erfahrung haben.“

Zweifel bei Refardt

Trainer Rolf Refardt von der HSG Isenhagen sieht es etwas kritischer. Laut ihm schafft es die Auswahl zwar über die Vorrunde hinaus, in der Zwischenrunde aber ist Schluss, denn: „Ich glaube, Christian Prokop hat nicht die richtigen Leute mitgenommen. Im Test gegen Island (33:25 gegen Island am vergangenen Samstag, Anm. d. Red.) haben sie nicht schlecht gespielt, waren aber im Rückzug nicht so schnell. Auch ein Uwe Gensheimer allein reicht nicht aus. Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.“

Knackpunkt Spanien

Jan Schmidt, Trainer der Reserve der SG VfL Wittingen/Stöcken II, sieht ein Weiterkommen bis ins Halbfinale als realistisch an. Knackpunkt werde das Spiel gegen Spanien sein, denn „mit den Niederlanden und Estland sollte man in der Gruppe keine Probleme bekommen“. Ein Sieg gegen Spanien in der Vorrunde und die DHB-Sieben habe ein wichtiges Polster für die Zwischenrunde, um das Halbfinalticket zu buchen. Zwar ist Schmidt mit der Kaderzusammenstellung zufrieden, doch er glaubt, „wenn die harten Brocken kommen, wird das mit dieser jungen Truppe nichts“. Seine Turnierfavoriten: Gruppengegner Spanien, Weltmeister Dänemark, Frankreich und Norwegen.

Halbfinale möglich

Da klingt aber jemand zuversichtlich! Andreas Witzke, Trainer der Regionsoberliga-Damen der SG VfL Wittingen/Stöcken I, traut der Prokop-Auswahl durchaus das Halbfinale zu. „Trotz der vielen Ausfälle sehe ich immer noch genügend Qualität im Kader. Wenn die Ergebnisse passen, ist sicherlich alles möglich“, so Witzke. Ganz oben an der Spitze sieht der SG VfL-Übungsleiter sein Heimatland allerdings nicht. „Für mich sind Frankreich und Dänemark die Topfavoriten. Sicherlich ist die Qualität in Europa, auch bei Teams wie Spanien, Schweden oder Norwegen, sehr hoch, doch in der Breite sehe ich die Franzosen und Dänen ganz vorne“, erklärt Witzke, der vor dem heutigen EM-Start bereits „gespannt“ ist.

Fehler abstellen!

Gleiches gilt für Roland Püschel, der bei den Regionsliga-Damen des SV Groß Oesingen das Sagen hat. „Die Vorfreude ist natürlich groß“, macht der Coach deutlich. Genau wie Andreas Witzke sieht auch Püschel Dänemark und Frankreich ganz oben in der Liste der Favoriten. „Sie haben aus meiner Sicht die stärksten Individualisten“, begründet er. Doch auch der deutschen Auswahl traut der SVGO-Coach einiges zu. „Wenn sie im Vergleich zu letzten WM die technischen Fehler abstellen und ihre Chancen nutzen, sehe ich die Deutschen sogar im Halbfinale“, verrät Püschel.

VON ROUVEN PETER UND FLORIAN SCHULZ

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