Wittinger Frauen-Renaissance

Die Frauenfußballer des VfL Wittingen/Suderwittingen sind wieder da

Die neue Damenmannschaft des VfL Wittingen/Suderwittingen mit Trainer Thomas Engwer und Betreuerin Evi Thiele
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Sprung ins kalte Wasser: Das neugegründete Frauenteam des VfL Wittingen/S. um Trainer Thomas Engwer (unten links) und Betreuerin Evi Thiele (oben rechts) startet spontan in der Kreisklasse. Training ist immer mittwochs um 18.30 Uhr.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Über zehn Jahre hat es gedauert. Der VfL Wittingen/Suderwittingen ist wieder im Frauenfußball vertreten. Die neu ins Leben gerufene Mannschaft tritt schon in der kommenden Saison 2021/22 in der Gifhorner Kreisklasse an.

Wittingen – Über Jahrzehnte hinweg war der VfL Wittingen/Suderwittingen im Nordkreis Vorreiter in Sachen Frauenfußball. Seit über eine Dekade allerdings war die Brauereistadt auf diesem Gebiet ein weißer Fleck auf der Landkarte. Bis jetzt! Denn die einstige Hochburg feiert ihre Renaissance. Und das sogar schon in der neuen Saison 2021/22. Denn der Klub hat seine gerade erst aus der Taufe gehobene Mannschaft spontan noch nachträglich für den Punktspielbetrieb in der Gifhorner Kreisklasse gemeldet.

Unverhofft kommt oft. Die eigentliche Initialzündung zur Wiedergeburt im Vorjahr sei im Grunde verpufft, erklärt Trainer Thomas Engwer. Er hatte im Zuge des ersten Corona-Lockdowns die Werbetrommel gerührt, in der halben Innenstadt Flyer ausgelegt. Das Ergebnis: ganze drei Telefonnummern... Dann grätschte auch schon wieder die nächste Pandemie-Pause dazwischen. „Damit war die Idee schon wieder hinfällig.“

Oder eben auch nicht. Wie es der Zufall so will, kam die vermeintlich gescheiterte Initiative in diesem Jahr durch Mund-zu-Mund-Propaganda plötzlich wieder ins Rollen. Ein Gespräch hier, ein bisschen Vitamin B da – und mit einem Mal hat sich ein Kader von 14 enthusiastischen jungen Frauen zwischen 16 und 28 Jahren – teils blutige Anfänger, teils mit Erfahrung, teils mit Sport-Background vom Handball – zusammengefunden, die seit ein paar Wochen dem runden Leder hinterherjagen.

Allerdings hatte der VfL zunächst bis zum Meldeschluss im NFV-Kreis Gifhorn am 21. Juni noch kein Team für die Pflichtspiele gemeldet. Doch dann setzte ein Gedanken-Umschwung ein bei Engwer. „Wenn du ein Jahr lang nur Training machst, kann es passieren, dass die Mädels sagen, sie hauen wieder ab. Sie wollen ja auch mal ein Trikot anhaben...“ Also klopfte er die Bereitschaft ab, direkt von null auf 100 durchzustarten. Seine Schützlinge nickten, die Verantwortlichen vom Kreis trotz der verstrichenen Deadline ebenfalls (Engwer: „Sie sind ja auch dankbar dafür: Umso mehr Teams, umso mehr Spiele“). Und fertig ist das Wittinger Frauenfußball-Comeback!

Schneller Härtetest: Premiere beim Wittinger Stadtpokal

Ein buchstäblicher Neuanfang also. „Das muss alles erst einmal anlaufen, ich fange mit den Basics an“, betont Engwer und kalkuliert mit ein: „Das erste Jahr wird ein Lehrjahr, da werden wir mit Sicherheit ein paar Klatschen kriegen. Aber die Mädels sind alle Feuer und Flamme. Warum nicht mal ins kalte Wasser werfen!?“ Bis zur Feuertaufe bleibt nicht viel Zeit. Das VfL-Frauenteam wird am 7. August beim Stadtpokal in Knesebeck seine Premiere feiern. Der Coach ist zuversichtlich: „Die packen das, sie sind alle aufnahmefähig.“ Ziel sei es, den Wittinger Frauenfußball wieder zu etablieren – und bestenfalls irgendwann wieder auf dem Großfeld spielen zu können. Aber wie heißt es so schön: Jeder fängt mal klein an. Und das viel flotter als gedacht.

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