IK-Nachspielzeit: Riesen-Verstärkung für Sprakensehl / Musikalische Germanen

Deadline-Day: SSV holt Gernsheimer

+
Applaus, Applaus... Mit der Last-Minute-Verpflichtung von Patrick Gernsheimer (2. v. r.) hat Sprakensehls Spielertrainer Waldemar Bier einen Coup gelandet.

Es ist wieder Musik auf den Fußball-Plätzen im Nordkreis – und auch abseits davon, wie die IK-Nachspielzeit zeigt.

Von Außen nach Innen

Es war kein Notfall-Plan. Sondern vielmehr die von Detlef Weber proklamierte Variabilität auf dem Spielfeld. Erstmals überhaupt in einem Punktspiel beorderte der Trainer des VfL Knesebeck den sonst eher auf der Außenbahn wirbelnden Toni Roggenbach im Topspiel gegen den SV Groß Oesingen in die Innenverteidigung, da Nils Mohr fehlte. „Die Idee hatte ich schon immer, habe das früher in der A-Jugend schon einmal mit ihm getestet. Und in dieser Vorbereitung auch wieder“, erklärte Weber. Seine Eindrücke scheinen ihn nicht getrügt zu haben, denn Roggenbach hätte einen „bärenstarken“ Part in der Arbeit nach hinten abgeliefert, „wenn es darum ging, die schnellen Oesinger Angreifer abzulaufen“, betonte sein Übungsleiter. Mit seiner Explosions-Kraft hielt die Mohrsche Mini-Me-Variante den Laden sauber.

Ehmke willensstark

So etwas nennt man dann wohl die perfekte Rotation. Zur Halbzeitpause hatte Matthias Hopp zunächst Noah Ehmke vom Feld genommen, um ihm eine Verschnaufpause zu gönnen. „Ich wusste, dass wir vorne rotieren mussten“, erklärte der Coach des Wesendorfer SC. Und in der Tat kam Ehmke noch einmal zurück aufs Feld – und wie! Doppelpacker Thomas Rauhöft hatte einen Schlag auf den Knöchel bekommen, musste runter. Und siehe da: Ehmke stocherte die Kugel in der Nachspielzeit zum 5:4-Siegtreffer gegen den SSV Kästorf II über die Linie! Vielleicht auch eine Art ausgleichende Gerechtigkeit. Denn zuvor war ihm ein Treffer wegen eines angeblichen Handspiels aberkannt worden. Hopp: „Ich habe es zwar nicht gesehen, aber man konnte es wohl so geben.“

Lob für Keeper-Talent

Er parierte, was zu parieren war: Philip Koch. Der A-Jugend-Keeper des SV Groß Oesingen kam bei der 2:4-Pleite der Reserve gegen den SV Sprakensehl zum Einsatz und hinterließ einen bleibenden Eindruck. In Halbzeit zwei parierte er vier Mal überragend und hielt den Schaden weitestgehend in Grenzen. Coach Sören Goltermann lobte seinen Schützling und berichtete: „Es haben auch die Sprakensehler Chapeau gesagt, dass man so ein Talent in der Hinterhand hat.“ Es wird sicher nicht der letzte Sahnetag des noch jungen Koch gewesen sein.

Sechs FCB-Verletzte

Es war – wie der Teammanager der ersten Vertretung, Hendrik Joswig, treffend feststellte – ein „rabenschwarzer“ Sonntag für den FC Brome. Sowohl die erste Mannschaft in der Bezirksliga (2:3 bei der SV Gifhorn) als auch die Reserve in der 1. Kreisklasse (0:3 gegen den FC Germania Parsau) mussten sich nicht nur in ihren jeweiligen Partien geschlagen geben, sondern hatten zusammen auch noch ganze sechs Verletzte auf einmal zu beklagen. Während in Gifhorn Marc Steckhan, Marvin Keller und Ahmed Chabaan frühzeitig vom Platz mussten, verletzten sich bei der Zweiten Albert Berneis, André Schultz und Christoph Nieswandt. Bitter! „Weitere Verletzte sollte es nicht geben“, verriet Joswig. So gut sind die Burgherren in personeller Hinsicht nämlich nicht aufgestellt.

Deadline-Day-Kracher

Ähnlich wie viele Bundesligisten gestern am „Deadline-Day“ schnappte auch der SV Sprakensehl (2. Kreisklasse 1) in allerletzter Sekunde zu. Und holte dabei kurz vor Ultimo einen wahren Kracher ins Team. Fristgerecht hatte sich Patrick Gernsheimer, ehemaliger Bezirks- und Landesligastürmer, Ende Juni vom alten Klub MTV Isenbüttel (Landesliga) abgemeldet und schloss sich seinem neuen Team an. SSV-Spielertrainer Waldemar Bier ließ dabei seine Kontakte zum Angreifer wirken. „Ich kenne ihn aus Bezirksliga-Zeiten“, erzählt Bier und fügt hinzu: „Wir passen im Sturm echt gut zusammen.“ Durch den Sohn und die Arbeit habe Gernsheimer zuletzt etwas kürzergetreten, greift nun aber wieder an. „Ich habe ihn auf gut Glück angeschrieben. Wir sind froh, dass es geklappt hat“, so Bier.

Denn: Der Transfer entwickelte sich zeitlich zur Hängepartie: „Wir haben es am letzten Transfertag eingesackt“, erzählt der Spielertrainer. Wäre es später passiert, hätte Sprakensehl den Top-Akteur nur als Vertragsspieler verpflichten können. Bereits in den ersten zwei Spielen zeigte Gernsheimer, was noch in ihm steckt. Der Stürmer traf zwei Mal und hat Anteil daran, dass sein Team derzeit Rang eins bekleidet.

Hier spielt die Musik!

Musikalischer Mannschaftsabend: Der FC Germania Parsau unternahm am Sonnabend eine Teambuilding-Maßnahme der anderen Art. Weil Mittelfeldakteur Robin Werner (studiert Populäre Musik und Medien) auf seinem (groß)elterlichen Hof in Voitze das Festival „Fill the void“ organisierte, dachte sich Trainer Sören Henke: „Das ist eine Pflicht-Veranstaltung. Wir haben einen Mannschafts-Abend draus gemacht mit 18 Mann.“

Mannschaftsabend: Die Kicker des FC Germania Parsau besuchten gemeinsam das Festival „Fill the void“ in Voitze. 

Das Festival sei „richtig nett“ gewesen, erst recht durch das Ambiente. „Das hatte schon Stil“, unterstrich Henke. Mit der Band In my days sei sogar ein Act dabei gewesen, der schon beim renommierten Rock im Park-Pendant in Nürnberg aufgetreten ist. Tags darauf trafen sich die Germanen vor dem Gastspiel beim FC Brome II (3:0) dann noch zum Frühstück und wählten den Mannschaftsrat neu. „Es wurden alle ausgetauscht“, so Henke. Neuer Kapitän ist Tim Reinsdorf, sein Stellvertreter Steffen Brendel. Sie geben ab sofort den Ton in Parsau an.

Der wunde Punkt

Autsch! Schon wieder ein Schlag auf den wunden Punkt. Der VfL Wittingen/S., derzeit ohnehin nicht von Personal-Vielfalt beseelt, bangt nach dem Premierensieg über den SV Osloß um seine wichtige Schaltzentrale. Bei Roni Agirman brach nach einem Pressschlag die alte Verletzung auf seinem Spann wieder auf, berichtete sein Coach Naim Fetahu. „Ich hoffe ja, dass er am Wochenende wieder einsatzfähig ist, aber ich befürchte nein...“ Agirman hatte in der Wiederaufstiegs-Saison schon große Teile der Rückrunde durch diese Verletzung verpasst.

VON INGO BARRENSCHEEN, FLORIAN SCHULZ UND ROUVEN PETER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare