Fußball – NFV-Kreis Gifhorn: Ausrichter-Verein hätte viel Arbeit und keinen Ertrag gehabt

Darum gibt es kein Pokal-Elfmeterschießen

Selbstverständlich wäre der Spannungs-Bogen bei einem Elfmeterschießen (wie hier 2015 in Bielefeld) zur Ermittlung der Gifhorner Pokalsieger 2020 spannender gewesen. Doch in der Kürze der Zeit war das, gepaart mit dem unrentablen Aufwand, nicht realisierbar gewesen. Foto: friso Gentsch/Dpa

Gifhorn/Wittingen – Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. . . An und für sich sollte der Wittinger Kreispokal 2020 ein besonderes Event werden. Denn die Privatbrauerei Wittingen unterstützt den Königs-Wettbewerb im NFV-Kreis Gifhorn nunmehr seit zehn Jahren.

Die Partnerschaft soll zukünftig sogar auf alle Kreispokale im Senioren- und Frauenbereich ausgeweitet werden. Doch statt auf dem grünen Rasen findet die Ermittlung der Sieger nun am kommenden Sonntag, 28. Juni, um 10 Uhr virtuell statt. Im Los-Verfahren (das IK berichtete).

Morgen wird aller Voraussicht nach die aktuelle Fußball-Saison durch den außerordentlichen NFV-Verbandstag abgebrochen. Das betrifft den Ligaspielbetrieb. Anders verhält es sich mit den Cup-Wettbewerben. Um diese auch in der kommenden Spielzeit ausrichten zu können, müssen Kreispokalsieger ermittelt werden. Diese müssen gemäß NFV-Direktive an die Kreise bis zum 30. Juni feststehen. Damit keine Vakanzen in der kommenden Bezirkspokal-Runde entstehen. Die Krux in Gifhorn: Dort sind noch nicht einmal alle Achtelfinal-Paarungen absolviert worden vor dem Corona-Cut. Die verbliebenen zehn Mannschaften wandern am Sonntag in den Lostopf. Die Ziehung erfolgt in den Räumen der Privatbrauerei und wird live auf den sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram) übertragen. Der NFV-Kreis Gifhorn betont, dass es auch zu keinem späteren Zeitpunkt zu einer Pokal-Übergabe kommen wird.

„Vorrangig geht es uns nicht darum, einen diesjährigen Kreispokalsieger auszulosen, sondern eine Gifhorner Mannschaft für den Bezirkspokal zu melden“, erklärt der Kreisvorsitzende Ralf Thomas. „Uns ist vollkommen bewusst, dass sich niemand über den Losgewinn so richtig freuen wird. Dennoch sind wir angehalten und aufgefordert, irgendwie einen Sieger zu ermitteln. Dies betrifft alle Fußballkreise in Niedersachsen.“

Die Gifhorner Verantwortlichen erörterten auch noch einmal detailliert, warum eine Pokal-Entscheidung via Elfmeterschießen nicht in Frage kam. „Diese Möglichkeit haben wir bedacht und kritisch geprüft. Da noch zehn Mannschaften allein im Wittinger Kreispokal im Wettbewerb sind, ist sie aber schlichtweg nicht durchführbar“, pointiert der Spielausschuss-Vorsitzende Timo Teichert. „Bei einer solchen Größenordnung wären über 70 Personen auf einem neutralen Platz. Das funktioniert nur mit behördlicher Genehmigung und einem ausgefeilten Hygienekonzept, welches der neutrale Heimverein entwerfen müsste, ohne davon einen Mehrwert durch Verkauf oder ähnliches zu haben. Im NFV-Kreis Gifhorn praktisch auch in der zeitlichen Dringlichkeit nicht umsetzbar.“ Der Kreis müsse schlichtweg dafür sorgen, die Rahmenbedingungen für den Wiedereinstieg in einen geordneten Spielbetrieb zu gewährleisten. „Dazu zählt auch ein Pokalwettbewerb auf allen Ebenen, welchen man in der folgenden Saison nicht einfach ausfallen oder mit weniger Mannschaften spielen lassen kann.“

Als kleines Schmankerl gibt es für die Losgewinner vom Sponsor ein Präsent in Flüssigform. Auch bei der A- bis C-Jugend werden die Kreispokalsieger per Losverfahren ermittelt mit Blick auf die nächsthöhere Ebene. Das erfolgreiche Topf-Trio erhält vom NFV-Kreis einen Ball. Außerdem gibt’s für alle 56 verbliebenden Jugend-Mannschaften als kleinen Trost eine Dose Fruchtgummi...  ib

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