Fußball – Bezirksliga: Halbzeit-Fazit des VfL Wahrenholz fällt nach Personal-Dilemma doch noch versöhnlich aus

Dank Herbst-Hoch doch nur Alarmstufe Gelb

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Rechtzeitig die Kurve bekommen: Der VfL Wahrenholz (am Ball Jan Evers) befreite sich gegen Ende der Hinrunde mit einer Siegesserie aus seiner misslichen Lage und rangiert nun auf Platz elf. 

Wahrenholz. Eigentlich hätte diese Statistik bei Thorsten Thielemann keinen Wow-Effekt mehr auslösen dürfen. Tat sie aber. Denn Strichliste führt er nicht.

„Gott! Wahnsinn! Wahnsinn! Wahnsinn!“ Was den Trainer des Fußball-Bezirksligisten so verblüffte, war die Summe der eingesetzten Spieler in der ersten Saisonhälfte. 26 an der Zahl! Ein Sinnbild und auch eine plausible Erklärung dafür, dass äußerst wechselhafte Monate hinter dem Taterbusch-Team liegen. Aber was haften bleibt, ist das Herbst-Hoch. So fällt die Halbzeit-Bilanz noch halbwegs versöhnlich aus.

Ende Oktober hatten noch die Silhouetten eines Worst-Case-Szenarios mehr und mehr Konturen angenommen. Weihnachten auf einem Abstiegsplatz wie schon vor zwei Jahren zeichnete sich ab. Doch statt den gefürchteten November-Blues anzustimmen, gingen die Schwarz-Gelben vielmehr ins November-Plus. Zehn Zähler aus vier Spielen. Und dann auch noch den Heimkomplex mit dem 4:2-Paukenschlag gegen Titelaspirant SV Gifhorn überwunden. Ein winterlicher Rettungsanker.

„Das alles ist wichtig für die Köpfe“, zeigte sich auch Thielemann ein Stück weit erleichtert ob des Schlussspurts. Doch es ist ein dünnes Lorbeerbett, auf dem sich Wahrenholz nicht zur Ruhe legen kann. „Vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sind nichts“, hakt auch Thielemann direkt ein. „Wir müssen im neuen Jahr gleich da weitermachen, wo wir aufgehört haben.“ Denn im Gegensatz zur Vorsaison gebe es keine Ausfallerscheinungen wie Holzland oder Barnstorf. Wenn überhaupt, dann laufen der FC Schunter und der SSV Vorsfelde II ein wenig dem restlichen Orchester hinterher.

Dabei ließ der VfL just gegen jene zwei Schlussleuchten Federn. „Spiele, die richtig wehtun“, trauert Thielemann noch immer den sträflichen Punktverlusten hinterher. Denn ansonsten wäre die Wahrenholzer Weihnacht noch besinnlicher ausgefallen. „Gar keine Frage, es war mehr drin. Deshalb bin ich auch nicht zufrieden“, will der Coach bei seinem Fazit nichts beschönigen.

Viele Probleme hingen unweigerlich mit dem eingangs aufgegriffenen Personal-Dilemma zusammen. Gerade Leitfiguren wie Niklas Germer, Marcell Meyer oder Lars Koch waren zwischendurch nicht adäquat zu ersetzen. Die Ergebnisse blieben aus, Thielemann sah sich zum Handeln gezwungen. Und veränderte das System. Ein breiteres Mittelfeld, mehr Augenmerk auf die Defensive. „Das kam auch ganz gut rüber.“

Kaum kehrten die Schlüsselfiguren zurück, hob sich exponentiell das Niveau und der Erfolg. Und Wahrenholz hat ja noch einige Pfeile im Köcher. „Die Altlasten sind bald weg, wir haben noch Big Points in der Hinterhand“, bekräftigt auch Thielemann. Ein Jan Schöbel etwa trainierte schon wochenlang wieder mit dem Team, will aber aufgrund eines Agreements erst 2019 wieder spielen. Aber auch die nächste Generation hat Fortschritte gemacht. Bestes Beispiel ist Dauerbrenner Julian Koch, der die meiste Einsatzzeit aufs Papier bringt bislang. „Er hat den nächsten Sprung gemacht“, so sein Coach.

Der Gewinner der Halbserie ist in seinen Augen Torwart Justus Ganz, der auf der Jahres-Zielgeraden zwischen die Pfosten zurückkehrte und zur Stabilität beitrug. „Weil er sich nach schwerer Verletzung zurückgekämpft hat. Er hat einen echt tollen Job gemacht“, begründet Thielemann.

Von Ingo Barrenscheen

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