Motorsport: Nach norddeutschen Titel beim ADAC Oldtimer Cup greift der Knesebecker Ingo Wachsmann an – auch in Wüste!

DM und Dakar: „Wird spannendes Jahr!“

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So sehen Sieger aus: Der Knesebecker Ingo Wachsmann (2. v. l.) und sein Co-Pilot Karsten Schulze aus Wittingen (3. v. l.) bei der ADAC-Ehrung in Osnabrück.

Knesebeck. In den Anfängen seiner Lauf- respektive Fahrbahn schraubte Ingo Wachsmann als Mechaniker an Karts herum. Später an größeren PS-Boliden.

Mittlerweile, nach gut einem Vierteljahrhundert Erfahrung im Rennzirkus, schraubt der Motorsportler Knesebeck indes die eigenen Erwartungen nach oben. Gestützt auf das erfolgreiche Jahr 2017 will der Knesebecker in den kommenden Monaten weiter auf der Überholspur bleiben.

Ganz schön staubig... Ingo Wachsmann startet beim Seitenwagen-Motocross auf der Rallye Dakar-Route.

Die jüngste Fahrt gen Osnabrück genossen Wachsmann und sein Neffe Karsten Schulze aus Wittingen in vollen Zügen. Auch ohne Jagd nach Millisekunden. Der ADAC Weser-Ems hatte rund 350 Motorsportler zur Ehrungs-Gala geladen. Und auch das hiesige Gespann wurde inmitten von Welt- und Europameistern ausgezeichnet. Als Sieger des norddeutschen ADAC Oldtimer Cups 2017! „Unser persönliches Highlight!“ Die Krönung für ein aufstrebendes Tandem, das mit seinem Herbie-Ahnen – einem Käfer Baujahr 1972 – die Rallye AvD-Histo-Monte erstmals bewältigt hatte (das IK berichtete).

Seit drei Jahren fahren Wachsmann und sein Co-Pilot Schulze in der Oldtimer-Serie und liebäugelten vor der abgelaufenen Saison durchaus mit einem Treppchenplatz. „Wir haben uns bewusst Läufe ausgewählt, die uns liegen“, unterstreicht der Knesebecker. Wohl gemerkt: Das Duo geht bei den Klassikern in der „stärksten Klasse überhaupt“ an den Start. Etwa auf halber Höhe der Serie witterten die Nordkreisler dann sogar die große Chance auf den Gesamtsieg. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen und haben an zwei Läufen mehr als ursprünglich geplant teilgenommen“, so Wachsmann. Letztlich der Schlüssel zum Erfolg, denn durch den ersten und zweiten Platz bei den Extra-Runden in Berlin und Lingen „waren wir uneinholbar. Sonst wäre es nicht aufgegangen.“

Wachsmann ist stolz auf seinen jungen Sitznachbarn (23), den er behutsam aufgebaut hat. Fahrer und Beifahrer müssten eine perfekte Symbiose ergeben. „Die Leistungsdichte ist sehr hoch in der Klasse“, pointiert der 45-Jährige. Wer glaubt, bei den betagten Fahrzeugen wären die Unterschiede größer als in der Formel 1, der irrt. „Die ersten 30 Teilnehmer sind 0,3 Sekunden voneinander entfernt. Das sind Wimpernschläge.“

Die Ergebnisse haben gezeigt: Wachsmann/Schulze sind konkurrenzfähig. Deshalb treten sie auch bei den Zielsetzungen für 2018 aufs Gaspedal. Zum einen wollen sie ihren norddeutschen Titel verteidigen. Zum anderen aber auch bei der deutschen Meisterschaft – dem sogenannten Revival-Pokal – vorne mitmischen und potenziell auch ein, zwei europäische Läufe einstreuen.

Bevor es soweit ist, nimmt der Knesebecker noch einen Perspektivwechsel vor und tauscht das Lenkrad mit der Rolle als Beifahrer. Mitte März steigt Wachsmann für sieben Wochen in einen Motocross-Seitenwagen und absolviert die legendäre Original-Strecke der Rallye Dakar (die seit einer Terror-Warnung 2009 nach Südamerika verlagert wurde). Stolze 8500 Kilometer quer durch die Wüste – für Motorsportler das Nonplusultra. „Das wird ein spannendes Jahr“, reibt sich Wachsmann vergnügt die Hände.

Zumal sein Neffe Schulze zuhause in der Zwischenzeit weiter an einem neu aufgebauten VW Käfer für die Oldie-Serie bastelt. „Mit unserem jetzigen Modell sind wir hoffnungslos unterlegen“, meint der Knesebecker mit Blick auf die AvD-Histo-Monte, deren Lockruf das eingespielte Team auch bei der Neuauflage 2019 folgen will. Bei dem Ü100-PS- Upgrade handelt es sich um einen WM-Käfer. Ein Sondermodell, von dem nur 6000 Stück produziert worden. Auch mit der Rarität soll es dann heißen: Es läuft und läuft und läuft und läuft...

Von Ingo Barrenscheen

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