Bittere Nachricht für Lessiener Judo-Ass

Corona-Schock verhindert Scoccimarro-Start in Tiflis!

Enttäuscht nach dem gecancelten Start: Giovanna Scoccimarro wurde durch den Corona-Ausbruch beim Grand Slam in Tiflis ausgebremst.
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Geknickt: Giovanna Scoccimarro wollte in Tiflis den nächsten Schritt in Richtung Tokio machen, doch Corona-Fälle im deutschen Team bremsten den Start aus.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Bittere Pille für Giovanna Scoccimarro: Weil sich der Grand Slam im georgischen Tiflis zum Corona-Hotspot entwickelt hat, reist das Judo-Ass aus Lessien unverrichteter Dinge wieder ab. Immerhin: Sie selbst wurde negativ getestet.

  • DJB zieht gesamten Kader nach Corona-Ausbruch kurzfristig vom internationalen Wettkampf zurück.
  • Scoccimarro wäre nach negativen Tests zumindest in Tiflis noch gerne gestartet.
  • Was wird nun aus der angekündigten finalen Olympia-Nominierung?

Kampflos in Tiflis... Giovanna Scoccimarro saß am Freitagabend noch ausharrend und zur Tatenlosigkeit verdammt in ihrem Hotelzimmer in der georgischen Hauptstadt fest, als das IK sie erreichte. Aufgrund eines extremen Corona-Ausbruchs beim dortigen Grand Slam – auch innerhalb des DJB-Teams traten sieben positiven Covid 19-Fälle zutage – hat sich der deutsche Judo-Verband gezwungen gesehen, seinen kompletten Kader kurzfristig vom Turnier am Wochenende 26. bis 28. März zurückzuziehen. Damit hatte sich auch der Start der Lessienerin erledigt.

Dabei wollten die deutschen Spitzenathleten in Tiflis nicht nur Wettkampfpraxis sammeln, sondern auch Qualifikations-Punkte für die Olympischen Spiele 2021 einstreichen. Zuvorderst Scoccimarro, die ihr Tokio-Ticket in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm vermeintlich in der Tasche hat, sich aber durch die um ein Jahr verschobenen Weltspiele vor ihrer schärfsten nationalen Konkurrentin Miriam Butkereit (TSV Glinde) aufs Neue behaupten muss. Alles gecancelt unverhofft.

Denn bei einem von der georgischen Judo-Föderation organisierten Trainingslager vor dem Grand Slam kam es bei einigen Nationen, darunter auch der deutschen Equipe, zu Corona-Fällen. Obwohl das Frauen-Team samt Scoccimarro an diesem Warm-Up gar nicht teilgenommen hat, sei dennoch ein „problematischer Fall“ aufgetreten, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Zudem haben sich sechs Aktive aus dem deutschen Männer-Aufgebot mit Corona infiziert. Insgesamt haben sich nach Schätzung des DJB im Trainingscamp um die 50 Personen mit dem Virus angesteckt. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen... Die betroffenen deutschen Athleten, die nach DJB-Angaben symptomfrei sind, befanden sich am Freitag in Tiflis noch in unterschiedlichen Hotels in Quarantäne. Die Rückholaktion wird für die Verantwortlichen ein schwieriges Unterfangen...

Es wäre schon cool gewesen: Man kämpft hier und fährt dann einfach nach Hause.

Giovanna Scoccimarro hätte sich trotz des Corona-Ausbruchs einen Start in Tiflis gewünscht

Nicht bei Scoccimarro. Die 23-Jährige kehrt am Sonnabend wieder zurück, da bei ihr alle Tests glücklicherweise negativ ausfielen. Doch unumwunden gibt sie zu, dass sie lieber auf der Matte gestanden hätte, statt schon wieder im Flugzeug zu sitzen. Doch die demokratische Abstimmung innerhalb des deutschen Teams am Donnerstagabend fiel anders aus. „Es wäre schon cool gewesen: Man kämpft hier und fährt dann einfach nach Hause.“

Stattdessen wurde alles pauschal abgeblasen. Inklusive des direkt folgenden Grand Slams im türkischen Antalya. Nach der Rückkehr in die Heimat stünden erst einmal weitere Corona-Tests an. „Das Training kommende Woche ist erst einmal gestrichen, sprich wir haben Hallen-Verbot. Dann werden wir weiter alles im Auge behalten, wie es sich bei uns entwickelt.“

Der Abzug aus Tiflis sei alternativlos gewesen, erklärte DJB-Sportvorstand Hartmut Paulat. „Die Möglichkeit, wichtige Olympia-Qualifikationspunkte zu erkämpfen, ist für unseren Verband nun leider nicht mehr gegeben, aber die Gesundheit und Unversehrtheit aller Sportler, Trainer und Betreuer hat selbstverständlich oberste Priorität.“

Mit im Gepäck aus Tiflis hat Scoccimarro nun statt der erhofften Medaille wieder ein Stück weit mehr Ungewissheit. Denn an und für sich wollte der DJB im Anschluss an den Grand Slam-Doppelpack seine Olympia-Teilnehmer final nominieren. Die Lessienerin zuckt mit den Schultern: „Ob sich daran etwas geändert hat, kann ich gerade gar nicht sagen. Es geht alles gerade ein bisschen drunter und drüber...“

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