Kein Budenzauber zwischen den Feiertagen in Wittingen und Beetzendorf

Corona-Absage 2.0: Volksbank-Hallenmaster-Cup fällt auch in diesem Jahr aus!

Verheddert in der Corona-Krise: Der Volksbank-Hallenmaster-Cup (hier eine Szene vom FC Parsau beim letzten ausgetragenen Turnier Ende 2019) wird in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge ausfallen.
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Verheddert in der Corona-Krise: Der Volksbank-Hallenmaster-Cup (hier eine Szene vom FC Parsau beim letzten ausgetragenen Turnier Ende 2019) wird in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge ausfallen.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Die Verantwortlichen hatten die schwerwiegende Entscheidung so lange wie nur irgend möglich hinausgezögert. Doch in dieser Woche ist sie – wie erwartet im negativen Sinne – gefallen: Auch 2021 fällt der renommierte Volksbank-Hallenmaster-Cup unter das corona-bedingte Streichkonzert! Der Budenzauber schlechthin im Nordkreis fällt wie schon im Vorjahr aus.

Und hinterlässt zum zweiten Mal in Folge eine riesige Lücke für die Amateurfußballer am Ende des alten Kalenderjahres. Nicht umsonst gedeihte Turnier-Urvater Hartmut Bartel dem Event (klassisch vom 27. bis 30. Dezember) stets den Beinamen „Das Fest zwischen den Festen“ an. Doch so schmerzvoll nicht nur für ihn das No-Go auch sein mag: Es ist zwangsläufig, wie Bartel betont. Er saß am Montag mit den Vorständen der beteiligten Vereine VfL Wittingen/S. (dort steigt an zwei Tagen die Vorrunde) und MTV Beetzendorf (Gastgeber des Finaltags) zusammen, der Tenor fiel geschwind wie einhellig. „Wir brauchten gar nicht lange um den heißen Brei drumrumreden – ganz klar Absage“, verdeutlichte der Haupt-Organisator.

Die Begründung liegt auf der Hand. „Die vierte Welle ist über uns hereingebrochen, die Lage ist dramatisch. Wir hätten eine wesentliche Verantwortung zu tragen – das Risiko gehen wir nicht ein. Die Gesundheit geht ganz klar vor“, erläuterte Bartel. Zumal die Inzidenz im Altmarkkreis-Salzwedel am Mittwoch bei der schwindelerregenden Zahl 460 lag! Und es ist erst Anfang November. „Wie soll es erst Ende Dezember aussehen!?“, hinterfragte Bartel.

Die vierte Welle ist über uns hereingebrochen, die Lage ist dramatisch. Wir hätten eine wesentliche Verantwortung zu tragen – das Risiko gehen wir nicht ein.

Turnierchef Hartmut Bartel

Letztlich spiele es auch keine Rolle, ob der Veranstalter nach 2G- oder 3G-Maßstab vorgegangen wäre angesichts der enormen Größenordnung. An den drei Turniertagen würden insgesamt 2000 bis 3000 Menschen (Spieler der 24 Teams, Ehrenamtliche, Zuschauer) in den Hallen zusammenkommen. Durch die zwei Austragungsorte sei der Aufwand mit Blick auf alle erforderlichen Maßnahmen noch größer als bei anderen Hallenturnieren. Bartel: „Der Kontroll-Aufwand ist riesig.“ Solch ein Ereignis sei auch nicht mit Profi-Spielen des VfL Wolfsburg zu vergleichen, betonte Bartel. „Wir sind nicht draußen, sitzen dicht an dicht. Wir wollen nicht in Teufels Küche kommen.“

Auch die Idee einer stark verkleinerten Volksbank-Cup-Variante wurden direkt wieder vom Tisch gewischt. Ganz oder gar nicht, lautet das Credo von Bartels. „Wir haben uns zum größten Turnier hierzulande entwickelt. Mit sechs oder zehn Mannschaften haben wir mal angefangen. Wen willst du einladen? Wen ausgrenzen? Das mache ich nicht!“ Auch eine Reglementierung auf den Tribünen ist für ihn ausgeschlossen. „Das Turnier lebt davon, dass es möglichst viele begeisterte Zuschauer mitverfolgen. Aber das ist in der aktuellen Situation nicht möglich.“

Kurzum: Allen Beteiligten bleibt nur die Hoffnung auf 2022. Bartel seufzt: „Ich hoffe, dass wir es nächstes Jahr hinkriegen.“

Auch für den Wittinger Cup 2022 fällt „schweren Herzens“ der Corona-Vorhang

Wittingen – Eine abweichende Meinung hätte auch stark verwundert: Analog zu den Machern des Volksbank-Hallenmaster-Cups haben auch die handelnden Personen hinter dem Wittinger Cup einen Haken hinter eine Austragung Anfang 2022 gemacht. Auch der zweite dreitägige Budenzauber in der Brauereistadt dreht eine weitere Runde in der Warteschleife.

„Die Gedanken sind schon länger da“, erörterte Turnierchef Peter Herrewig von der ausrichtenden Privatbrauerei Wittingen. Und die Überlegungen haben sich mit Blick auf die akut steigenden Corona-Infektionszahlen in jüngster Vergangenheit noch verstärkt. Herrewig hatte auch Kontakt mit dem NFV-Kreis Gifhorn aufgenommen, wie die Lage dort eingeschätzt wird. Das Ergebnis ist bekannt: Am Dienstagabend cancelte der Verband die komplette Jugendfußball-Hallenrunde (das IK berichtete) fürs Erste. „Es will ja keiner die Verantwortung übernehmen. Selbst bei 2G kann immer etwas passieren in einer so großßen Gruppe in der Halle. Also haben wir uns schweren Herzens dazu entschieden und müssen in den sauren Apfel beißen.“ Schon wieder...

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