Fußball – 1. Kreisklasse 1: Rückkehrer Nick Zinn Gewinn für TuS Ehra-Lessien

Comebacker voller Tatendrang

Wichtiger Rückkehrer: Nach langer Verletzungspause ist Nick Zinn (links) zurück im Kader des TuS Ehra-Lessien und direkt wieder voller Tatendrang.
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Wichtiger Rückkehrer: Nach langer Verletzungspause ist Nick Zinn (links) zurück im Kader des TuS Ehra-Lessien und direkt wieder voller Tatendrang.

Ehra – Viele Verletzte, teils unglückliche Niederlagen, stark gelittenes Selbstvertrauen, tief im Tabellenkeller: Der Saisonstart ließ für den TuS Ehra-Lessien in der 1. Fußball-Kreisklasse 1 Schlimmes erahnen.

Doch nach dem ersehnten ersten Sieg vor gut einem Monat in Hoitlingen (4:1) läuft es plötzlich, die Elf von Trainer Jürgen Schenk darf im gesicherten Mittelfeld erst einmal aufatmen. Doch geht es nach dem erst 24-jährigen Vize-Kapitän Nick Zinn, kann es für die Schwarz-Weißen gern noch etwas weiter nach oben gehen.

Er lebt den Fußball.

TuS-Trainer Jürgen Schenk über Nick Zinn

Das „Sprachrohr“ im Team ist zurück. TuS-Coach Jürgen Schenk ist froh, dass Nick Zinn nach gut halbjähriger Verletzungspause wegen einer Achillessehnen-Entzündung wieder einsatzfähig ist. Nicht nur wegen seiner tollen Kommunikation auf dem Platz, sondern auch wegen seiner großen Einsatz- und Laufbereitschaft ist Zinn ein echter Gewinn für das Team. „Er lebt den Fußball“, lobt Schenk seinen Schützling, der in der Vorwoche beim 5:1-Erfolg beim FC Ohretal ein gelungenes Comeback – unverhofft sogar über 90 Minuten – feierte. „Die erste Halbzeit war schon sehr gut, danach war die Luft ein wenig weg“, blickt der 24-Jährige mit einem Schmunzeln zurück. Er ist ein Ehra-Urgestein, dazu immer zuverlässig. Bereits mit vier Jahren spielte Zinn im Nachwuchs für den TuS, musste später aufgrund einer fehlenden Spielmöglichkeit bei seinem Heimatklub allerdings das Weite suchen. So führte sein Weg zunächst zum SV Westerbeck, später dann zur JSG Parsau/Bergfeld, mit deren B-Jugend der Youngster sogar in die Bezirksliga aufstieg.

Seit der Saison 2013/2014 spielt Nick Zinn allerdings wieder für den TuS und hat sich in der ersten Herren-Vertretung längst zum Führungsspieler entwickelt. Fast die gesamte Familie steht hinter dem Verein oder ist sogar fester Bestandteil. So spielen auch Zinns Cousins Jannis und Eric Meyer für Ehra-Lessien. Eltern, Großeltern, Tante und Onkel schauen zudem beim Großteil der Partien zu. Auch insgesamt bezeichnet der Nordkreisler die Atmosphäre im Klub als sehr familiär: „Uns zeichnet vor allem die große Geschlossenheit aus.“

Der 24-Jährige fühlt sich im Mittelfeld-Zentrum am wohlsten – entweder auf der Zehn oder der Acht. Dementsprechend wichtig ist er auch für die insgesamt recht eingespielte Mannschaft. „Ich soll Verantwortung übernehmen und glaube, dass ich das auch hinbekomme“, so Nick Zinn, seines Zeichens stellvertretender Kapitän des gegenwärtigen Rangachten. Den Wunsch, irgendwann höherklassig zu spielen, kann der Youngster nicht verneinen: „Klar würde mich das reizen. Irgendwann mal in der Bezirksliga zu spielen, wäre schon toll.“ Doch selbst die Kreisliga wäre für Zinn durchaus verlockend. „In diese würde ich aber nur mit dem TuS gehen. Doch da muss man realistisch sein. In den nächsten Jahren ist das hier kaum vorstellbar“, verrät der Nordkreisler. Vielmehr geht es für die Schenk-Elf erst einmal darum, in der 1. Kreisklasse eine solide

Rolle zu spielen und sich fernab des Tabellenkellers aufzuhalten. „Mit dem Abstieg möchte ich definitiv nichts zu tun haben. Da jetzt immer mehr Langzeitverletzte zurückkommen, bin ich guter Dinge, dass wir im oberen Mittelfeld landen können“, erklärt Zinn.

Wenn wir die Leistung aus der Vorwoche bestätigen, sollten wir auch als Sieger vom Platz gehen.

Nick Zinn vor dem Duell gegen den FC Brome II

Richtungsweisend dürften die nächsten beiden Partien werden. Zunächst müssen die Schwarz-Weißen am Sonntag daheim gegen den FC Brome II (14 Uhr) antreten. Die Bezirksliga-Reserve befindet sich aktuell tief im Tabellenkeller, aus dem sich der TuS dank zehn Punkten aus den letzten sechs Partien mittlerweile befreien konnte. Um keinen Rückschlag hinzunehmen, müssen auch ohne den im Urlaub befindlichen Joshua Patta drei Punkte auf heimischem Geläuf her. Das weiß natürlich auch der Vize-Spielführer, der im Vorfeld durchaus optimistisch klingt: „Wenn wir die Leistung aus der Vorwoche bestätigen, sollten wir am Ende auch als Sieger vom Platz gehen.“ Gerade erst zurück auf dem Rasen, ist Nick Zinn beim TuS Ehra-Lessien also schon wieder voller Tatendrang.

VON FLORIAN SCHULZ

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