Judo – Grand Prix: Scoccimarro startet nach Prüfungs-Pause mit Erfolgserlebnis in Olympia-Phase

Bronze zum Wiedereinstieg in Fernost

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Einblicke in eine andere Welt: Beim Trainingslager übten Giovanna Scoccimarro und Co. mit dem Team Südkorea.

Lessien – Zurück auf der großen Judo-Bühne. Zurück im Glück. Nachdem es – bedingt durch ihre Prüfungen als VW-Auszubildende – zuletzt etwas ruhiger um Giovanna Scoccimarro geworden war, meldete sich die Olympia-Hoffnung aus Lessien nun eindrucksvoll zurück.

Mit der Bronzemedaille beim Grand Prix im chinesischen Hohhot läutete sie erfolgreich die heiße Phase im Kampf um einen Startplatz bei den Spielen 2020 ein.

Der erste Asien-Trip ist also gelungen. Nur zu gerne würde sie in gut einem Jahr einen weiteren folgen lassen. Denn das würde bedeuten, dass die Vize-Europameisterin von 2017 ihr Tokio-Ticket in der Tasche hatte. Das große Ziel. Der große Traum. In den vergangenen Wochen hatte die 21-Jährige ihrem beruflichen Werdegang Priorität beimessen müssen, brachte die schriftlichen Prüfungen hinter sich, der mündliche Part folgt noch Mitte Juni. Die Ergebnisse kennt sie noch nicht. „Aber vom Gefühl her war es okay.“

Mehr als Okay war der dritte Platz in Hohhot. Immerhin wusste Scoccimarro nach der Judo-Auszeit nicht so recht, wo sie steht, hatte zudem bei den letzten großen Wettkämpfen in Düsseldorf und Paris nicht zufriedenstellend abgeschnitten. Doch so richtig wichtig wird erst der Zeitraum jetzt von Mai 2019 bis Mai 2020. Dem relevanten Qualifizierungs-Jahr für Olympia. Die Ergebnisse aus dieser Periode fließen zu 100 Prozent in die relevante Weltrangliste mit ein, die Resultate aus der Vergangenheit werden nur noch mit 50 Prozent oder gar nicht mehr gewertet. Sprich: Ab sofort zählt es! Zwar verpasst die Kämpferin vom MTV Vorsfelde durch die jüngsten Rückschläge die European Games nächsten Monat in Minsk, doch es gibt noch genügend andere Gelegenheiten, um sich beim Bundestrainer als Nummer eins in ihrer Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm zu empfehlen.

Denn: Jede Nation kann nur einen Starter pro Kategorie nach Tokio entsenden. Scoccimarro muss unter die Top 18 der Welt und zudem die beste Deutsche sein. Vor dem Start in China lag sie auf Position 19, vier Ränge hinter ihrer nationalen Konkurrentin Miriam Butkereit (TSV Glinde). Diese war in Hohhot nicht dabei, flog nach dem vorweggenommenen Trainingslager in Südkorea wieder zurück.

Fasziniert von den Mega-Krafträumen: „Das war unbeschreiblich“, staunte Scoccimarro. 

Während Scoccimarro Pluspunkte sammelte. Dabei sei ihr zunächst „etwas bange“ gewesen, gab die Lessienerin zu. Immerhin lag der letzte Wettkampf lange zurück. „Aber ich bin froh, dass mir der Einstieg so gut gelungen ist.“ Nur im Halbfinale gegen die Schwedin Anna Bernholm hätte sie „etwas gepennt“, haderte darüber hinaus mit einer strittigen Wazari-Wertung. Doch ansonsten überzeugte das hiesige Judo-Ass, auch im Kampf um Bronze gegen Lokalmatadorin Xiaoqian Sun.

Mit Jetlag in den Knochen nach 30 Stunden auf den Beinen, aber happy kehrte sie aus China zurück. Und mit der Hoffnung, mit dann 22 bei Olympia dabei zu sein.

VON INGO BARRENSCHEEN

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