Fußball – Kreisliga: Ausnahmezustand an der Steimker Straße nach dem Aufstieg

FC Brome entwickelt sich zum Feierbiest

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Ein bisschen Rivalität schadet nicht: Der FC Brome (l. Erik Weis) bejubelt den Aufstieg beim SV BW Rühen.

Wesendorf/Brome – Für das ältere Semester war schon gegen 23 Uhr Feierabend. Die jungen Wilden dagegen machten sich in der Nacht von Sonntag auf Montag noch auf den Weg nach Wolfsburg, um dort den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga ausgiebig zu feiern.

Am gestrigen Montag um 10.30 Uhr bat dann Trainer Mark-Oliver Schmidt und sein Trainerstab alle Feierbiester zur Eisdiele Guzzo Gelatio. Es lässt sich nur erahnen, wie viele Spieler und Fans nach der turbulenten Sause nicht erschienen sind. Ein Blick auf den Ausnahmezustand beim FC Brome.

Pure Ekstase: Die Bromer Mannschaft wurde von zahlreichen Fans am Sportheim empfangen. Die Sause endete erst im Morgengrauen. 

Es war ungefähr 20 Uhr, als der FC Brome sich nach ein paar Runden Freibier von Wesendorf auf den Weg gen Heimat machte. Natürlich wurde das vereinseigene Sportheim angesteuert. Und dort erwartete die Mannschaft ein wahnsinniges Tollhaus. „So etwas habe ich live noch nie gesehen“, beschrieb Bromes Teammanager Hendrik Joswig. Die Fans rüsteten sich mit Bengalos und sorgten für eine irre Stimmung am Bromer Sportplatz. Lautstarke und kreative Fangesänge begleiteten die Sause rund um die Uhr. „Ich glaube, dass können auch nur die Anhänger vom FC Liverpool übertreffen. Dann kommt schon der FC Brome“, unkte auch Schmidt. „Ich habe nur noch grün-weißen Rauch gesehen.“ Auch Erik Weis, in Bromer Kreisen nur als Staubsauger vor der Abwehr bekannt, konnte seine Gefühle einen Tag dem Aufstieg noch nicht wirklich einordnen. „Wir haben so lange darauf hingearbeitet. Und jetzt ist es endlich passiert. Ich brauche wohl noch ein paar Tage, um das dann zu realisieren. Jetzt wird erst einmal gefeiert.“

Die atemberaubende Party hatten sich die Burgherren wahrlich verdient. Auch im letzten Saisonspiel beim Wesendorfer SC (5:0) warfen die Grün-Weißen einmal mehr alles in die Waagschale, mobilisierten die letzten Kräfte. Und nicht wie üblich agierte der FC Brome destruktiv und defensiv, sondern suchte immer den schnellen Weg nach vorn. „Wir haben wieder den alten Hurra-Fußball ausgepackt“, erzählt Schmidt. Genau das war der Schlüssel zum Erfolg. Einmal mehr hat Taktikfuchs Schmidt zugeschlagen. Zwar hielt die Wesendorfer Verteidigung in der ersten Halbzeit noch stand. Doch mit dem 0:1 durch Kapitän Riaan-Philipp Schmidt war der Bann dann gebrochen. Die Blau-Weißen hatten viele Körner gelassen und mussten sich somit mehr oder weniger ergeben. Die Mannen von Schmidt dagegen spielten sich gerade erst in einen Rausch, legten nur wenig später das 0:2 nach. „Das war dann auch richtig schön anzusehen, was die Jungs abgeliefert haben“, zeigte sich der Übungsleiter stolz.

Und so beginnt dann bald das Projekt Bezirksliga. Bekanntlich ein Haifischbecken, in dem man schnell untergehen kann. Vor allem als Aufsteiger. Das weiß auch Joswig. „Wir haben schon Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt. Denn in der Breite müssen wir unseren Kader definitiv verstärken“, unterstreicht der Teammanager. So sollen noch ein Verteidiger, ein Mittelfeldspieler und ein Stürmer an die Steimker Straße gelotst werden. Ein Neuzugang steht quasi schon fest. Daniel Müller, im Winter für ein soziales Jahr nach Thailand abgehauen, kehrt zur neuen Saison zurück. „Das ist auf alle Fälle eine extreme Verstärkung für uns“, so Joswig.

Übrigens, nur zehn Mannen haben gestern den Weg zur Bromer Eisdiele gefunden. Naja, ein Aufstieg muss eben auch gebührend gefeiert werden. Herzlichen Glückwunsch!

VON JANNIS KLIMBURG

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