IK-Nachspielzeit: Oldie-Keeper nun bei HaMa / Vorlagen-König Constantin Heers, Zauberfüßchen Zadi

Brasch kann es einfach nicht lassen...

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In dieser Szene kann er nur noch hinterherschauen: Torwart-Oldie Detlef Brasch (r.) feierte ein Blitzdebüt bei seinem neuen Verein SV Hagen-Mahnburg und gewann direkt 3:1 in Brechtorf.

Die Katze lässt das Mau(s)ern nicht. . . Detlef Brasch läutet beim SV HaMa seinen fünften Frühling als Keeper ein, der SV Groß Oesingen II amüsiert sich über seinen Vorlagen-König, Wahrenholz entdeckt die Innenverteidigung der Zukunft und der SV BW Rühen wundert sich selbst ein wenig über seinen 1a-Start.

Ein buntes Allerlei in der IK-Nachspielzeit.

• Bei einem 10:0-Schützenfest würde man davon ausgehen, dass sich jeder Offensivspieler zumindest einmal in die Torschützenliste eingetragen hat. Pustekuchen! Nicht so beim SV Groß Oesingen II, der den FC Germania Parsau II zweistellig vom Rasen fegte. Denn Constantin Heers ist nicht unbedingt als Knipser bekannt in der 2. Fußball-Kreisklasse 1. Zwar bereitete der Mittelfeldstratege acht Treffer vor, aber zum eigenen Tor reichte es dann nicht. „Er ist eben einfach kein Goalgetter“, unkte SVGO-Coach Sören Goltermann. „So einen brauchst du eben auch, der durch seine präzisen Pässe glänzt.“ Dabei hatte er mehrmals die Chancen, das runde Leder in die Maschen zu donnern. „Aber er entschied sich lieber für einen Querpass. Conni ist total der Teamplayer“, lobte Goltermann. Die Saison ist noch jungfräulich, irgendwann wird dann auch mal Heers zum Jubeln abdrehen können.

• Mit 52 Jahren sitzt man eigentlich am Wochenende gemütlich auf seinem Sofa und schaut Bundesliga. Oder guckt mit einem Kaltgetränk von der Seitenlinie sich die Spiele seiner ehemaligen Mannschaft an. Nicht so Detlef Brasch. Der alte Haudegen, der in der zurückliegenden Saison für den SV Langwedel zwischen den Pfosten stand, feierte am Sonntag sein Comeback. Nach einem Anruf von Torsten Haase konnte er nicht nein sagen und hütete ohne Trainingseinheit gleich das Tor des SV Hagen-Mahnburg – mit Erfolg! HaMa siegte mit 2:0 beim TSV Brechtorf II. Brasch bejubelte einen gelungenen Einstand. „Er war stets ein sicherer Rückhalt und hat eine extreme Ruhe ausgestrahlt mit seiner ganzen Erfahrung“, schwärmte Haase. „An dieser Stelle auch ein Dank an Langwedel, die sich nicht quer gestellt haben.“

• Würde er nicht schon Graf heißen – Christian Graf wäre von seinem Teamkollegen am Sonntag mit Sicherheit geadelt worden. Denn der Torwart des VfL Vorhop verhinderte ein mögliches Debakel für die Rot-Weißen im Kreisliga-Gastspiel bei der SV Leiferde. „Was er gecatcht und rausgeholt hat, war nicht mehr normal“, staunte sein Trainer Walter Dürkop. Ohne den Irrwisch zwischen den Pfosten wäre der Rückstand weitaus beträchtlicher als das schlussendliche 0:2 ausgefallen. 1:1-Situationen, Paraden auf der Torlinie, cleveres Rauslaufen: An Graf lag es freilich nicht, dass das gallische Dorf leer ausging.

• Beim 1:4 gegen den 1. FC Wolfsburg hatte die Abwehr des VfL Wahrenholz noch ganz schlecht ausgesehen, eine Woche später bei der völligen Kehrtwende gegen Spitzenreiter MTV Isenbüttel (4:0) stand hingegen die Null. Und das hatte zu großen Teilen auch mit einem Kniff respektive Griff von Trainer Thorsten Thielemann zu tun. Er versetzte den etatmäßigen Rechtsverteidiger Daniel Müller in die Zentrale neben Chris Hartmann. „Die beiden ergänzen sich gut. Was der eine oben wegholt, holt der andere unten mit seiner Schnelligkeit“, meinte Thielemann. Müller hätte seinen neuen Job „überragend“ ausgefüllt. Ein Zukunfts-Modell also beim Taterbusch-Team? „Das ist es – und soll es auch bleiben“, bekräftigte der VfL-Coach.

Starkes Startelf-Debüt für Knesebeck: Inago Yannick Zadi.

• Die Offensive des VfL Knesebeck ist ohne Frage prominent besetzt. Inago Yannick Zadi allerdings hatten in dieser Saison wohl die wenigsten auf dem Schirm für einen Part in der Abteilung Attacke beim hochgehandelten Kreisligisten. Doch der Flüchtling hat sich im Training empfohlen. Trainer Detlef Weber zog ihn aus der Zweiten hoch und schmiss ihn – nach einer halben Stunde Schnupperkurs gegen den FC Schwülper – am Sonntag gegen den VfL Ummern direkt in die Startelf. Nicht die schlechteste Idee. Zadi glänzte bei seinem Debüt von Beginn an mit einem feinen Füßchen und erzielte obendrein noch den 3:1-Endstand. „Was er so mit dem Ball macht, ist wirklich sehenswert“, lobte Weber. „Man konnte über die letzten Wochen die Entwicklung sehen.“

• Ohne ihn geht’s scheinbar nicht. Weil sich die Personaldecke äußerst dünn gestaltete am Sonntag, feierte Oldie Stefan Fricke beim VfL Germania Ummern das Comeback vom Comeback vom Comeback... „So ähnlich“, schmunzelte Trainer Thorsten Hahn. „Er wollte ja eigentlich schon vorletztes Jahr nicht mehr spielen...“ Doch auch Hahns Vorgänger Michael Alms hatte in Notfällen immer wieder auf die Dienste des Routiniers zurückgegriffen. „Er bringt es ja auch immer noch“, betonte Hahn.

Bis nächste Woche, Jungs! Danny Klimt (2. v. l.) muss unverhofft gleich zwei Oesinger Kreisliga-Spiele in Folge pfeifen.

• Eigentlich wollte sich Danny Klimt es sich an der Bande bequem machen und einen entspannten Fußball-Nachmittag verbringen. Doch daraus wurde nichts. Weil der angesetzte Schiedsrichter zum Heimspiel des SV Groß Oesingen gegen den TSV Hillerse II unverhofft nicht erschien, griff der Gastgeber spontan auf den Plan B zurück. Klimt, in Groß Oesingen wohnhaft und für den VfL Vorhop an der Pfeife aktiv, holte seine Schiedsrichter-Utensilien und los ging’s. „Gut, dass er auf dem Sportplatz war. Er hat die Partie souverän geleitet“, sagte Oesingens Coach Torben König. Wer nun eine gewisse Parteilichkeit vermutet, der sieht sich getäuscht. „Tendenziell hat er eher gegen uns gepfiffen.“ Kurios: Am kommenden Samstag im nächsten Heimspiel des SVGO gegen den anderen Neuling MTV Gifhorn II ist Klimt regulär angesetzt. Wiedersehen macht Freude...

• Andre Thiele zuckt mit den Schultern. So richtig entschleiern kann er den Mega-Start des Aufsteigers SV BW Rühen in der Kreisliga (fünf Spiele, 13 Punkte, Platz eins) auch nicht. „Ich kann es selbst nicht erklären, warum wir so gut gestartet sind. Ob es noch die Euphorie ist oder wir als Truppe super funktionieren!?“ Allerdings hat Thiele auch etwas anderes registriert, nachdem er sich bereits die komplette Rückrunde seiner neuen Mannschaft angeschaut hatte. „Ich finde persönlich, zwischen der 1. Kreisklasse und Kreisliga ist nicht wirklich so ein großer Unterschied da.“ Insofern verwundert die Tabellenführung für die Blau-Weißen ja doch nicht...

Von Ingo Barrenscheen und Jannis Klimburg

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