IK-Sportvolontär Jannis Klimburg verbringt die freien Tage beim Groundhopping in England / Plausch mit Lehmann

Boxing Day – Mittendrin statt nur dabei

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Groundhopping pur: Während seiner freien Tage verbrachte IK-Sportvolontär Jannis Klimburg (l.) die Zeit in den Stadien Englands. Hier im The Den vom Zweitligisten FC Millwall.

Wittingen/London. Boxing Day im englischen Fußball, Darts-WM im Ally Pally. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde den Sportfanatikern in London jede Menge geboten. Davon machte sich IK-Sportvolontär Jannis Klimburg selbst ein Bild. Ein Erfahrungsbericht.

Denn die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr nutzte der 24-Jährige, um mit seinem ehemaligen Kommilitonen Fabian Moers die Hauptstadt Englands unsicher zu machen. Drei Spiele binnen drei Tagen: So lautete der Plan. Ein straffes Programm für die beiden Fußballverrückten.

In einem packenden Derby behielt der FC Arsenal London (r. Mesut Özil) gegen Crystal Palace die Oberhand.

Kaum gelandet auf der Insel, ging es direkt ab ins Hostel und fast direkt im Anschluss weiter nach Selhurst. Ein kleiner Stadtteil im Süden Londons, wo der Premier League-Klub Crystal Palace beheimatet ist. Im ausverkauften Selhurst Park lieferten sich die Eagles ein packendes Derby gegen den Favoriten und Lokalrivalen Arsenal London. Nicht nur viele deutsche Fans weilten live im Stadion, auch die deutschen Spieler auf dem grünen Teppich sorgten für Furore. So brachte DFB-Spieler Shkodran Mustafi die Gunners in der ersten Hälfte in Front. Auch Mesut Özil wusste mit seiner Ballsicherheit und präzisen Pässen zu überzeugen. Nach einem kurzen Halbzeitplausch mit dem ehemaligen Nationalkeeper Jens Lehmann, der als TV-Experte fungiert, ging es rasant weiter nach dem Seitenwechsel. Der Underdog ließ nicht locker, musste sich am Ende unter tosendem Applaus der eigenen Anhänger mit 2:3 geschlagen geben. „Ich habe schon viele Spiele im Stadion gesehen. Aber das Derby hat alles übertroffen“, resümierte der 24-Jährige.

Nur einen Tag später ging es Abends in den Stadtteil Millwall – vielen ein Begriff aus dem Hollywood-Film „Hooligans“ mit Schauspieler Elijah Wood (Herr der Ringe) in der Hauptrolle. Aus den etwas ärmeren Stadtteilen aus dem Südosten Londons pilgerten die Fans in das Stadion The Den. Erneut stand ein Derby an, denn die Queens Park Rangers waren zu Gast. Eine besondere Atmosphäre, weil der ehemalige Trainer vom FC Millwall – Ian Holloway – nun bei QPR an der Seitenlinie steht. Beim Duell in der Championship, der englischen zweiten Liga, überzeugte nicht die Spielkultur der beiden Mannschaften. Sondern die einzigartige Stimmung in einem der ältesten Arenen Englands stand im Vordergrund. Diese Stimmung schwappte in pure Ekstase über, als Kapitän und Routinier Steve Morison den 1:0-Siegtreffer für den Gastgeber markierte. Auf der langen Heimfahrt Richtung Innenstadt stiegen mehrere deutsche Touristen in den zweistockigen Bus ein, welche zuvor im legendären Ally Pally den Halbfinal-Einzug von Darts-Publikumsliebling Phil Taylor bejubelten.

„Zwischendurch war nicht viel Zeit, um sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Wir hatten aber auch nicht viel Wert draufgelegt“, so der Sportvolontär. Stattdessen stand der Besuch weiterer Stadien im Blickpunkt. „Vor allem das Wembley und Emirates Stadium von Arsenal wussten uns zu imponieren“, fuhr Klimburg fort. Weil keine Karten mehr für das Chelsea-Spiel bekommen, ging es für die beiden ehemaligen Sportstudenten am letzten Tag zum FC Watford. Ein eher kleinerer Verein, welcher im Süd-Westen Londons angesiedelt ist. Viele deutsche Touristen fanden den Weg an die Vicarage Road, um sich die Partie gegen Schlusslicht Swansea City anzuschauen. Kurios dabei: In der ersten Reihe saßen die wenigen Zuschauer quasi unter dem Spielfeld, konnten teilweise nur erahnen, was sich auf dem fein geschnittenen Rasen ereignete. Kein Wunder also, dass nur wenige Touristen sich die Plätze geschnappt hatten und die meisten Sitzschaalen frei waren. In einem eher müden Kick gaben die Hausherren ihre frühe Führung her und die Waliser holten somit den erst vierten Dreier in der laufenden Premier League-Spielzeit.

Damit endeten dann auch am nächsten Morgen mit dem Flug zurück nach Deutschland drei Tage voller Stress, die sich aber vor allem aufgrund der besonderen Stimmung in den drei englischen Stadien mehr als gelohnt haben. Es besteht auf alle Fälle Wiederholungsbedarf und der nächste Boxing Day bietet sich dafür wieder an...

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