IK-Nachspielzeit: „Loch Netz“ in Ummern... / Wesendorfs Will und Wittingens Böttger feiern Comeback nach Maß

Blitzgescheite Ohretaler und ein Phantomtor

Fan-tastisch! Der SV Tülau-Voitze wurde beim Auswärtssieg in Oerrel von seinem Anhang samt Banner begleitet. Foto: Barrenscheen

Ein nicht gegebenes Phantom-Tor in Ummern, Ohretals Blitzschlag und zwei erfolgreiche Comebacker in Wesendorf und Wittingen: heute in der IK-Nachspielzeit.

Er hatte den Nebenan-Wölfen Konkurrenz machen wollen. In der Tat verlief die Bezirksliga-Partie seines VfL Wahrenholz beim SSV Vorsfelde II (3:2) weitaus spannender und hochklassiger für Chefcoach Volker Streilein als das 1:1-Gegurke des VfL Wolfsburg gegen Augsburg wenige Kilometer entfernt. „Das war der Nachmittag, den ich erwartet hatte“, rieb sich Streilein vergnügt die Hände. Eine 1a-Anlage, auf der das Taterbusch-Team „geilen Fußball“ hätte zelebrieren können, eine packende Partie und dann noch das Happy End. Der Wahrenholzer Sieg war für den Trainer auch eine Bestätigung. „Ich denke, wir haben unsere kleine Krise hinter uns und haben zu alter Stärke zurückgefunden.“ Für Streilein war es auch wichtig zu sehen, dass der VfL den Ausfall von Stammkräften verkraften kann. Chris Hartmann hatte schon beim Warmmachen signalisiert, dass er angeschlagen ist. Nach 42 Minuten war Schluss für den Abwehrchef. Jan Reitmeier fügte sich nahtlos ein. Streilein zufrieden: „Wir können Leader ersetzen, das beruhigt mich.“

You’ll never walk alone! Mit seinen Erfolgen hat der SV Tülau-Voitze in seinem Umfeld auch ein gestiegenes Zuschauerinteresse geweckt. Mehr noch: Die Grün-Weißen können sogar eine Art Fanclub vorweisen. Die Gruppe junger Leute unterstützte den Tabellenzweiten der 2. Kreisklasse 1 auch beim 4:2-Auswärtssieg in Oerrel. Für jeden sichtbar mit einem eigens entworfenen Banner. „Das Plakat haben die Jungs im Januar zum Samtgemeinde-Turnier entworfen, wo unser Verein Ausrichter war“, erläuterte Tülaus Trainer Werner Vodde. „Da haben sie zwei, drei Nächte dran gesessen und sich richtig Mühe gegeben.“ Ins Zeug legen wollen sich auch weiterhin die Tülauer Kicker. Denn im Falle des Aufstiegs könnte die Zahl der Supporter noch anwachsen.

Der FC Ohretal war buchstäblich auf Zack am Sonntag beim 5:2-Auswärtstriumph in Barwedel. Bumm, bumm, bumm: Nach nur fünf Minuten führten die Rot-Weißen bereits 3:0. „So etwas habe ich in dieser Form auch schon lange nicht mehr erlebt“, staunte FCO-Coach Joachim Schöbel und grinste: „Die Barwedeler haben sich eigentlich kompakt aufgestellt und ganz schön blöd aus der Wäsche geguckt.“ Das tat übrigens auch ein Ohretaler Zuschauer, der erst 13 Minuten nach Anpfiff den Platz betrat. Da fiel gerade das 1:3. „Er kam an unserer Bank vorbei und meinte: So ein Mist. Und dann fragte er, wie es steht. Da sagten wir 3:1. Er konnte es gar nicht richtig glauben“, schmunzelte Schöbel. Tja, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben... Wobei der FCO-Anhänger über das Verpasste wohlwollend hinwegsehen konnte.

Vier gewinnt in Jembke! Das 2:0 im Sechs-Punkte-Spiel gegen den Tabellenvorletzten TuS Seershausen/Ohof war für den SVJ der vierte Erfolg hinter- einander. Erst einmal tief durchpusten! Die Truppe aus dem Boldecker Land ist raus aus dem Schlamassel hoch auf Platz acht geklettert. Für Coach Stefan Haage aber kein Ruhekissen. „Nach und nach kommen unsere Langzeitverletzten zurück, das merkt man an den Ergebnissen. Die Lage ist deutlich, deutlich besser als noch vor vier Wochen. Aber in der Tabelle geht es eng zu. Wir dürfen uns noch nicht ausruhen.“

Wohl dem, der gleich zwei Keeper von dieser exzellenten Sorte hat. Weil sich Vitali Spack im Training am Ellbogen verletzt hatte, kam Stefan Will nach fast acht Monaten Pause zu seinem Comeback beim Wesendorfer SC. Und was das für eine Rückkehr war! Will hielt seinen Laden sauber, parierte sogar einen Foulelfmeter. „Der war zwar schlecht geschossen, aber halten muss man ihn trotzdem erst einmal“, lobte WSC-Spartenleiter Christian Müller seinen Schlussmann. Für Will war es erst der vierte Saisoneinsatz für den Kreisligisten – und übrigens der erste Sieg mit ihm zwischen den Pfosten.

Besser konnte die Rückkehr gar nicht laufen. Nach langer Verletzungspause bejubelte Robert Böttger am Wochenende mit dem VfL Wittingen gleich zwei Siege. Zunächst stand der Mittelfeldspieler 90 Minuten für die Zweite auf dem Platz, hatte somit großen Anteil am 2:1 über den TSV Bergfeld. Danach ließ ihn VfL-Trainer Naim Fetahu auch bei der Ersten noch für ein paar Minuten mitmachen. In der 90. Minute schickte er den lange am Knie verletzten Böttger auf das Feld. Vier Minuten später zahlte sich die Maßnahme aus. Aus Nahdistanz schoss der Comebacker das 4:1 über die SV Leiferde. „Das freut mich sehr für ihn“, strahlte Fetahu.

Phantomtor reloaded! Fast wäre Ummern am Sonntag das zweite Leverkusen geworden. Was war passiert? Es läuft die 80. Minute im Heimspiel des VfL gegen den MTV Isenbüttel III, als ein Gästespieler aus gut 30 Metern einen Drop-Kick Richtung Germanen-Gehäuse jagt. Die Kugel fliegt über die Latte, springt an eine Wanne, in der die Tornetze aufbewahrt werden, und kullert von dort zurück auf die besagten Maschen. Doch plötzlich signalisiert der Schiedsrichter auf Höhe der Mittellinie: Tor! „Er war der Meinung, der Ball sei durch ein Loch zwischen Latte und Netz geflogen“, so Ummerns Coach Viktor Miller. Helle Aufruhr beim VfL. Nicht nur die Gastgeber, sondern auch einige Isenbütteler hätten den Referee davon überzeugt, sich das Tornetz anzuschauen, so Miller. Alles ordnungsgemäß. So nahm der Unparteiische seine Entscheidung zurück. Der Germanen-Coach kommentierte das nicht gegebene 1:2 durchaus erleichtert-amüsiert: „Das war schon sehr kurios. So haben wir unseren Negativlauf wenigstens ein bisschen stoppen können.“

Von Ingo Barrenscheen und Matthias Jansen

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