Fußball – IK-Nachspielzeit: ...denn Co-Trainer Sebastian Sommer wechselt nach Knesebeck / Parsau präsentiert drei Neue

Bittere Note für Vorhops Klassenerhalt...

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Parsaus Coach Niclas Pilz (2. v. r.) mit den Neuen Cedrick Hecker (v. l.), Steffen Flaschel und Tim Reinsdorf.

Wieder ein pikanter Wechsel zwischen Vorhop und Knesebeck, Kuriositäten vom Taterbusch und drei Neue für den FC Parsau – die Themen der IK-Nachspielzeit.

• Diese Nachricht mitten hinein in die Nichtabstiegsfeier preiszugeben, fiel Sebastian Sommer alles andere als leicht angesichts der pikanten Note und Vorgeschichte zwischen beiden Clubs: Der Interimscoach des VfL Vorhop, der nach der Trennung von Thorsten Thielemann in die Bresche gesprungen und eigentlich in der neuen Saison als Assistent von Walter Dürkop eingeplant war, wechselt stattdessen kurzerhand zum Lokalrivalen VfL Knesebeck und wird dort Co-Trainer unter Detlef Weber! Die Einhörner haben ihrem Nachbarn also dank der Last Minute-Tore in Wasbüttel den Klassenerhalt geschenkt, ihm aber auch gleichermaßen die rechte Hand genommen. Sommer weiß um das Geschmäckle, hätte auch „lange drüber nachgedacht“. Doch für den Trainer-Novizen, der auch in Knesebeck wohnt, sei es der „richtige Schritt zur richtigen Zeit. Ich möchte noch etwas lernen von Detlef, der ja auch immerhin die B-Lizenz besitzt.“ Gleichermaßen ist Sommer den Vorhopern dankbar „für die tolle Chance, dass ich mich beweisen konnte.“ Keine Frage: Nachdem im Winter schon die Spieler Daniel Meinecke und Maik Szillat zu den Einhörnern gegangen waren, sind die Vorhoper nicht unbedingt amüsiert. Der süffisante Kommentar vom VfL-Vorsitzenden Nicky Urbanitsch dazu: „Christian Kasten und ich warten darauf, ob wir nicht ein Angebot als Sportdirektor vom VfL Knesebeck bekommen, wo wir doch so gute Ideen haben...“

• Vom Eieressen direkt auf den Platz und fast an die Spitze der Torjägerliste. Ben-Lukas Wiegmann vom SV Groß Oesingen II fehlten am Ende zwei Treffer, um Robin Weber in der 2. Kreisklasse vom Thron zu schubsen. Die sieben Buden gegen Schlusslicht SV Wagenhoff II fand sein Trainer Sören Goltermann dennoch beeindruckend: „Schade, dass es nicht ganz gereicht hat, aber die sieben Tore sind eine schöne Sache für ihn.“

• „Bitte, bitte gib ihm kein Rot!“ Stefan Frommelt sah das Unheil kommen, flehte den Schiedsrichter gedanklich aber an, den gegnerischen (!) Keeper nicht vom Platz zu stellen. Der Spartenleiter des VfL Wahrenholz hatte ein strafstoßwürdiges Vergehen von Jörg Möllring gesehen. Der Torwart des SV GW Calberlah war in der Bezirksliga zwischen die Pfosten gegangen, weil Stammkeeper Philipp Korsch im Feld spielen sollte. Mit der Roten Karte für Möllring ging jedoch wieder Korsch ins Tor und wurde zum gefeierten Helden. Erst hielt er den Elfmeter von Konstantin Kutz, dann schoss er später selbst vom Punkt das 5:2.

• Nach einer halben Stunde kamen vier Wechseloptionen dazu. Die zweite Mannschaft des VfL Wahrenholz hatte den Aufstieg in der 2. Kreisklasse mit einem Sieg in Parsau realisiert. Somit war klar, dass keine Relegationsspiele mehr anstehen würden und das Aushelfen in der Bezirksliga demnach kein Problem mehr darstellt. Da Stefan Frommelt schon nach drei Minuten den verletzten Hilmar Camehl durch Lukas Camehl ersetzen musste, war der Aushilfstrainer also durchaus auf die Spieler der Reserve angewiesen. Jan Sölter bekam dann auch noch seinen Einsatz und traf sogar zum 2:4. Danach vergaß Frommelt das weitere Wechseln schlicht: „Ich wollte einen der Jungs eigentlich noch bringen, aber das Spiel war zu spannend, da habe ich einfach nicht mehr dran gedacht.“

• Sind diese drei das fehlende Puzzlestück? Niclas Pilz hat in der kommenden Saison mit dem FC Germania Parsau den Aufstieg in die Kreisliga als Ziel proklamiert. Zum Abschluss der alten Serie wurden nun drei Neuzugänge präsentiert. Cedrick Hecker kommt aus der A-Jugend des SV Reislingen-Neuhaus. Ein vielseitiger Spieler, technisch gut ausgebildet, mit einer „klasse Übersicht“, meint Pilz. „Das zentrale Mittelfeld ist seine Topposition.“ Als Innenverteidiger ist indes Steffen Flaschel vom Helmstedter Kreisligisten TSV Danndorf einplant. Pilz lobt sein gutes Auge und besonders die Kommunikation mit den Mitspielern. Der dritte im Bunde ist im Grunde kein richtiger Zugang: Denn Stürmer Tim Reinsdorf wird aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. „Er kann offensiv alles spielen, ist technisch sehr stark, schnell und super torgefährlich“, charakterisiert Parsaus Übungsleiter den Aufsteiger, der mit 27 Treffern Vize-Torschützenkönig in der 2. Kreisklasse 1 wurde.

• Alles für den Dackel, alles für den Club... Obwohl am Wochenende in Voitze gerade die fünfte Jahreszeit herrschte, hielten sich Steffen und Lukas Vodde sowie Mark Lehmann am Samstag beim Schützenfest vornehm zurück. Um fit zu sein für das Abstiegs-Endspiel ihres SV Tülau-Voitze. Erst die Handbremse, dann Vollgas: Die Grün-Weißen feierten durch das 7:1 über den SV Jembke doch noch den Klassenerhalt, das besagte Trio heimste ein dickes Lob von Trainer Werner Vodde ein: „Sie haben unser Spiel als wichtigeres Ereignis für sich angesehen.“ Nach dem Spiel gab es dann ja noch einen Grund mehr, um zu feiern...

• Na logo, den ein oder anderen Spruch musste sich Jan-Fabian Ramünke anhören nach Spielende. Etwa, dass er sich seinen Treffer „schön aufgespart“ hätte, schmunzelte Jan Rüngeling, Co-Trainer vom VfL Germania Ummern II. Denn Remis-Retter Ramünke hatte die komplette Saison zuvor nicht ein Spiel respektive eine Trainingseinheit bestritten und meldete sich völlig unverhofft am Donnerstagabend, dass er im letzten Saisonspiel beim SSV Didderse mitwirken könne. „In unserer Situation haben wir das dankend angenommen und ihn ins kalte Wasser geworfen“, meinte Rüngeling angesichts der akuten Personalnot. Der Notnagel erzielte dann tatsächlich das 1:1 für die Germanen nach einem Eckball per Kopf. Rüngeling: „Richtig cool!“

• Ein Punktspiel vermochte der FC Oerrel seinen Fans zum Abschluss der Saison durch den Nichtantritt des Hoitlinger SV nicht zu präsentieren – dafür aber einige Zugänge für die kommende Spielzeit. Daniel Dehning wechselt nach einem Jahr Fußball-Pause vom Nachbarn SV Langwedel zurück in seinen Wohnort. Außerdem rückt David Scheel aus der eigenen Jugend auf. Nicht die einzige Perspektivkraft bei den Blau-Gelben: Eigengewächs Jan-Niklas Dreyer und Kenneth Libro (A-Jugend JSG Gifhorn Nord) verstärken im Laufe der Serie, sobald sie 18 sind, den Kader von Christian Axt. Dieser freut sich: „Genau das, wo wir hinwollen: Mit jungen Leuten arbeiten.“

• Obwohl jetzt eine drei vorne steht, erwies sich Edmund Laeseke am letzten Spieltag als Raupe Nimmersatt. Wenige Tage nach seinem runden 30. Geburtstag – als Noch-Junggeselle durfte das obligatorische Fegen natürlich nicht fehlen –spulte der Angreifer vom FC Ohretal erst eine Halbzeit bei der Zweitvertretung ab, um dann auch noch in der 1. Kreisklasse die vollen 90 Minuten durchzuziehen. „Er wollte es noch einmal wissen auf seine 30 Jahre“, schmunzelte FCO-Coach Matthias Bock. Mit dem vorentscheidenden Treffer zum 2:1 beim Sieg gegen den Absteiger SV Eischott hätte sich Eddy dann „quasi selbst ein Geschenk gemacht“.

• Das Wehklagen wich schnell dem Trotz: Natürlich waren die Spieler des SV Eischott nach dem Absturz aus der 1. Kreisklasse 1 im ersten Moment niedergeschlagen. Denn sie hatten die Möglichkeiten gehabt, das Entscheidungsspiel beim FC Ohretal zu ihren Gunsten zu entscheiden. „Wenn es zur Pause 3:1, 4:1 steht, ist alles in Ordnung“, haderte Trainer Jens Beyer mit dem alten Leid Ladehemmung. Angesichts des Tülauer Kantersiegs musste der SVE dann irgendwann aufmachen „und Harakiri spielen“. Folge waren die tödlichen Konter. Doch Beyer gab direkt die Parole für die neue Spielzeit aus. „Wir werden wiederkommen und sehen uns in einem Jahr in der 1. Kreisklasse wieder!“ Eine klare Ansage. Die Mannschaft bleibe, von Rouven Haasper (SSV Velstove) einmal abgesehen, zusammen. Außerdem stehen einige Zugänge im Raum. Was den Abstieg in Beyers Augen noch „ärgerlicher“ macht. „Wir werden stark genug sein, um oben mitzuspielen.“ Zur Erinnerung: Vor einem Jahr hatten die Eischotter angesichts eines extrem ausgedünnten Kaders nicht einmal gewusst, ob sie überhaupt eine Mannschaft melden können.

• Nach der Riesen-Erleichterung ist vor der Riesen-Herausforderung: Mit Ach und Krach schaffte der TSV Grußendorf auf den letzten Drücker mit dem 9:2-Erfolg beim SV Langwedel den Klassenerhalt in der 1. Kreisklasse 1. Der Blick von Trainer Matthias Berneis richtete sich aber schon direkt wieder nach vorne. Sein Kader bekomme vier bis fünf Nachwuchsspieler hinzu, die an das Niveau herangeführt werden müssen. „Der Sprung ist schon enorm in den Herrenbereich. Das wird wieder ein Abenteuer.“

Von Ingo Barrenscheen und Christian Thiemann

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