Handball – Regionsoberliga Herren: Stöcken rennt im Möchtegern-Topspiel kopflos in ein „Desaster“

Bitterböse Bescherung: MTV 18:40!

...denn sein MTV Stöcken lieferte im vermeintlichen Topspiel in Schladen eine erschreckend schwache Leistung ab. Keeper Philip Lührs verhinderte beim 18:40 ein noch schlimmeres Debakel.
+
...denn sein MTV Stöcken lieferte im vermeintlichen Topspiel in Schladen eine erschreckend schwache Leistung ab. Keeper Philip Lührs verhinderte beim 18:40 ein noch schlimmeres Debakel.

Schladen. Ach du heiliger Bimbam! 72 Stunden vor Heiligabend, dem Tag der Geschenke, erlebte der MTV Stöcken einen absolut geschenkten Tag.

Das vermeintliche Regionsoberliga-Spitzenspiel beim Tabellenführer HSG Schladen-Hornburg 08 mutierte für den Verfolger zum Fiasko – 18:40!.

Die Stöckener hatten den völlig falschen Ansatz gewählt und bezogen für ihren Haudrauf-Handball, man muss es so deutlich sagen, ihrerseits eine Tracht Prügel vom Primus. MTV-Coach Frank Darges fand, mit versteinerter Miene, kaum Worte für das Grauen am gestrigen Abend. Von Keeper Philip Lührs („Er hat sogar noch wie ein Gott gehalten“) einmal abgesehen ein Kollektiv-Versagen. „Keiner hat kapiert, worum es heute ging. Es tut mir leid für unsere Fans, die sich dieses Desaster angucken mussten“, grantelte Darges.

Das Unheil war in diesen Ausmaßen anfangs auch noch nicht abzusehen gewesen. Stöcken hielt die Partie bis zum 7:7 offen. „Dann kriegen wir eine Zwei-Minuten-Strafe und Schladen macht vier Tore. Das bricht uns das Genick“, nannte Darges den unverhofft frühen Casus knacksus. Von 12:8 zog die HSG bis zur Pause schon einmal auf 18:11 davon. Erste Ernüchterung.

Diese sollte schnell zum Frust-Mount Everest anwachsen. Schladen sei einfach heißblütig gewesen, meinte Darges. Sein Team indes hatte die Antarktis in den Adern. Unzählige Durchbrüche in der Abwehr-Mitte, dazu „gefühlte 20 Passfehler an den Kreis“, „sinnlose“ wie verfrühte Abschlüsse – kurzum: Der MTV agierte „total kopflos“, konnte es der Trainer kaum fassen. In der 45. Minute beim Stand von 26:16 nahm Darges eine Auszeit. Der Appell: „Nicht über zehn.“ Am Ende wären die Gäste über zehn Tore Differenz heilfroh gewesen...

Erst das zweite Mal in seiner Trainer-Karriere erlebte Darges eine derartige Klatsche. Und das in einem solch wegweisenden Spiel. Ein Mega-Dämpfer für die Aufstiegsambitionen. „Aus diesem Sumpf muss sich die Mannschaft selbst ziehen“, erwartet Darges eine Reaktion. Mit Timmerlah wartet im neuen Jahr aber kein Aufbaugegner.

MTV Stöcken: P. Lührs, Peters – N. Thunecke, Eilers, Rolfs (1), Wegmeyer (1), Cohrs (9), T. Schiewe (1), Sefzig (4), Wildner, J. Lührs (2), P. Schiewe.

Torfolge: 4:4, 7.7, 12:8, 18:11 – 19:12, 21:15, 28:16, 34:17, 40:18.

Strafminuten: 4 – 8.

Von Ingo Barrenscheen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare