Handball – Verbandsliga: Schwerer Gang zur Heimmacht Heidmark

Bildet Wittingen wieder die glorreiche Ausnahme?

Es braucht eine Top-Leistung: Wittingens Handballer (am Ball Arne Gades) müssen zur Heimmacht HSG Heidmark. Foto: Barrenscheen

ib Wittingen. Nicht nur Rot ist eine Signalfarbe. Auch das Wappen von Handball-Verbandsligist HSG Heidmark scheint eine einschüchternde Wirkung auf die Gegner zu haben. Zumindest zuhause.

Wer auch immer die Thormarcon-Arena betritt, ärgert sich in der Regel gemäß der HSG-Vereinsfarben grün und blau. Heimmacht Heidmark. Genau dort gastiert heute (19. 30 Uhr) der VfL Wittingen.

Mike Mühlenbruch packt schon einmal Sicherheitsseil, Steigeisen und Trekkingschuhe ein. „Ein ganz schöner Berg, der da vor uns liegt.“ Um nicht von der Tabellenspitze zu stürzen, muss sich der VfL als wahrer Kletterkünstler erweisen. „Heidmark lässt zuhause nicht allzu viel liegen. Wir müssen hellwach, kampfbereit sein und auch ein wenig über uns hinauswachsen“, umreißt Mühlenbruch die notwendigen Gipfelsturm-Utensilien.

Im Grunde müssen die Wittinger aber nur in ihrem Erinnerungs-Rucksack kramen. Denn als eines der wenigen Teams wissen sie, wie man die schnaubenden Schnucken, wie sie auf der HSG-Homepage abgebildet sind, lammfromm macht. Nur zwei Teams eroberten in der Vorsaison die Festung zu Dorfmark. Meister Stadtoldendorf. Und eben der VfL (37:30).

Solch eine glorreiche Ausnahme wünscht sich Mühlenbruch auch heute. Sehr wohl in dem Wissen, dass es eine Herkulesaufgabe wird. „Wir müssen eine Top-Leistung bringen.“ Durch den Aufstieg der A-Jugend in die Bundesliga sei bei Heidmark noch mehr als früher das „Handball-Feuer“ entfacht worden. Aktuell ist der Widersacher daheim noch verlustpunktfrei. Auch dank jener Top-Perspektivkräfte wie Ole Diringer oder Florian Proehl, die regelmäßig ihre Duftmarken in der Verbandsliga hinterlassen. Ein Unterbau, zu dem man Heidmark nur beglückwünschen könne, meint Mühlenbruch.

Dass die HSG dennoch nur Tabellenachter ist, liegt an ihrem zweiten Gesicht. Der Auswärtsschwäche. Ein Stück weit erkennt Mühlenbruch sein Team darin wieder, allerdings zeigte Wittingen bei den jüngsten Gastspielen ansteigende Tendenz, gewann vor dem durchwachsenden Heimsieg zuletzt gegen Edemissen (33:26) in Zweidorf (41:33). „Wir haben etwas für unser Selbstwertgefühl getan. Aber das soll noch nicht alles gewesen sein“, hofft der Coach auf einen weiteren Leistungsschub in der Fremde.

Dieser muss ohne Timo Kiehm, dafür aber mit Bastian Albrot als zweitem Keeper und Marten Schultze erfolgen. Womöglich gibt auch der zuletzt verletzte Torben Hildebrandt grünes Licht, damit Heidmark wieder einmal zuhause sein blaues Wunder erlebt.

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