Fußball – DFB-Pokal-Finale: Nordkreis-Fanclubs machen heute mobil / Fünf Busse aus Bromer Land / Hilfe bei Mega-Choreo

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

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Erst Köln, nun Berlin: Nach der Auswärtstour zum Bundesliga-Finale machen sich die Meilenwölfe heute mit 110 Fans auf zum mit Spannung erwarteten Endspiel im DFB-Pokal.

Brome/Wolfsburg. Große Klappe, . . . Für seine kessen Sprüche ist Jürgen Klopp landläufig bekannt. Hellseherische Fähigkeiten wurden dem Trainer von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund bisher noch nicht attestiert.

Und das wird aus Sicht der Wolfsburger Fanclubs aus dem Isenhagener Land auch so bleiben.

Mit seiner Vorhersage, beim DFB-Pokal-Finale zwischen dem BVB und dem VfL Wolfsburg (heute, 20 Uhr) werde das Berliner Olympiastadion „überwiegend gelb“ sein, dürfte der Borussen-Trainer deutlich daneben liegen. Denn die grün-weiße Anhänger-Schar, die in den letzten Tagen beständig wuchs, freut sich wie be-kloppt auf das Endspiel und macht mobil.

Das unterstrich auch Carsten Ihle, Leiter Fanwesen beim VfL, beim finalen Countdown: „Man kriegt keinen Bus mehr im Umkreis von 200 Kilometern. Einfach irre! Einige Fanclubs haben sogar Busse aus Hamburg geordert.“

ALLER-OHRE-WÖLFE

Der größte Fanclub des VfL stellt sich an die Spitze der Wölfe-Wanderung. Drei Busse mit über 150 Fans fahren heute vom Rathaus Brome (13 Uhr) nach Berlin. „Wir wollen mithelfen, den Pokal nach Hause zu holen“, sagt Lothar Hilmer, Vorsitzender der Aller-Ohre-Wölfe.

Die Stimmung ist schon Tage vor dem Spielbeginn endspielreif. Beim Saisonabschluss, der im Garten der Familie Wolter in Voitze gefeiert wurde, stimmten sich 130 Aller-Ohre-Wölfe gesanglich schon einmal ein. Monika Hempel hatte einen Fanclub-Song gedichtet, der im Beisein der Fanbeauftragten Michael Schrader und Holger Ballwanz seine Premiere feierte.

Die gute Atmosphäre scheint sich herumgesprochen zu haben. Wurde beim Saisonabschluss Christine Wittig noch als 300. Mitglied geehrt, haben sich jetzt schon 332 Fußball-begeisterte den Aller-Ohre-Wölfen angeschlossen.

MEILENWÖLFE

„Wir wollen alles mitnehmen“, sagt Meilenwölfe-Gründer Sören Henke. Zusammen mit 109 anderen VfL-Fans macht sich der Trainer des SV Blau-Weiß Rühen am heutigen Sonnabend (12.30 Uhr, VW-Arena) auf den Weg in die Hauptstadt.

Zunächst wird der Fanclub, der in Berlin die Hunderter-Marke (jetzt: 95 Mitglieder) knacken will, auf dem Wolfsburger Fanfest am olympischen Platz Halt machen. „Dort haben wir für unsere Busse Parkplätze reserviert“, sagt Henke.

Von dort geht es „geschlossen“ ins Stadion. „Wir haben das Glück, dass unsere Plätze nah beieinander sind“, freut sich der oberste Meilenwolf. „Dort können wir zusammen stehen und auf uns aufmerksam machen“, hofft Henke, ein Zeichen für den VfL setzen zu können.

Erst wenn die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking das Stadion verlässt, werden auch die Meilenwölfe die nächsten Kilometer auf sich nehmen. Es geht am späten Sonnabend zurück nach Wolfsburg. Um dort die Nacht zum Tag zu machen. „Wir wollen dort ordentlich feiern.“ Der Pokal wird dann höchstens in Gedanken dabei sein.

Isewölfe

Flagge zeigen: Die Isewölfe, hier mit VfL-Profi Robin Knoche beim 18. Auswärtsspiel, hissen in Berlin ihre neue Fahne.

Klein, aber fein ist die Reisegruppe der Isewölfe. Teils per Sonderzug, teils per PKW reisen die Wahrenholzer Supporter um den Vorsitzenden Dieter Kwasny nach Berlin. Um dort buchstäblich Flagge zu zeigen. „Wir hissen unsere neue Fanclub-Fahne im Olympiastadion“, betont Christian Klein aus dem Vorstand. Und er hat auch eine genaue Vorstellung vom Ausgang des zweiten Wolfsburger Pokal-Endspiels nach 1995: „Wir gewinnen natürlich für Junior Malanda.“ Zur Erinnerung: Die Nr. 19 des im Januar tödlich verunglückten VfL-Profis ziert heute auch die Trikots der Wölfe gegen den BVB.

GTI Wölfe

W für Wolfsburg, W für Wesendorf: Die berühmte Fahne der GTI Wölfe ist schon unzählige Male über deutsche TV-Bildschirme geflimmert. Und sie wird auch heute ein Blickfang in Berlin sein. Neben der Mega-Choreographie, die es im Wolfsburger Block geben wird. Zwei von 22 GTI-Wölfen sind bereits gestern aufgebrochen, um die gut 75 mal 40 Meter große Fahne (!) mit vorzubereiten für den ebenso großen Tag, berichtete der Vorsitzende Günter Heinrich. Die restlichen Mitglieder setzen sich per Bus, PKW und Bahn in Bewegung. Treffpunkt ist die Fanmeile am Washingtonplatz. Heinrich und sein Schwager (reist extra aus Frankfurt an) erlebten übrigens schon das Finale 1995 gegen Borussia Mönchengladbach live im Olympiastadion mit. „Ich habe damals Glück gehabt und bin an eine Karte gekommen. Das ist ein Erlebnis, das vergisst man nicht. Auch wenn wir verloren haben.“ Dieses Mal seien die Voraussetzungen aber andere. Heinrich ist siegessicher: „Wir sind alle guter Dinge.“ Immerhin dienten die GTI Wölfe schon beim Frauen-Finale jüngst in Köln als Glücksbringer für den VfL...

Südheidjer

Auch die Nachbarn machen mobil: Mit zwei Dritteln der Mitglieder, sprich 14 Personen, pilgern die Südheidjer Wagenhoff ab 10 Uhr nach Berlin und steuern ebenfalls die Fanmeile in der Nähe des Hauptbahnhofes an. Noch sei er relativ entspannt, schmunzelte der Vorsitzende Ronny Gödecke gestern. „Die Nervosität kommt erst, wenn man das Olympiastadion sieht. Dann fängt es an zu kribbeln.“ Selbstredend glauben die Südheidjer an ihr Team. „Wir haben gezeigt, dass wir gegen Dortmund bestehen können. Ich glaube an ein enges Ding. Ein 3:2 wäre traumhaft“, sagt Göedecke und hofft nicht nur auf eine schöne Feier vor Ort, sondern auch am Sonntag beim Autokorso in Wolfsburg. Der Wagenhoffer richtete auch noch einmal explizit einen Dank an die Fanbetreuung des VfL: „Sie haben ein sehr positives Bild bei der Kartenverteilung abgegeben.“

Von Matthias Jansen und Ingo Barrenscheen

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