Die Basis setzt Wirkungstreffer

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Que vadis, Saison 2019/20? Das Warten auf eine Entscheidung des NFV wird noch andauern. Es gab erstaunlich viel Gegenwind für den Lösungsvorschlag, die Spielzeit im September fortzusetzen.

Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) will die Saison einfrieren und im September fortsetzen. Während im NFV-Kreis Gifhorn die Mehrheit der Vereine für diesen Vorschlag ist, sind viele der restlichen Kreise klar gegen die Idee und wollen den Abbruch. Die Debatte zieht sich.

Gifhorn – Einer der letzten NFV-Kreise, der intern unter seinen Vereinen ein Stimmungsbild eingefangen und diesem dem NFV übermittelt hat, war der Gifhorner Nachbarkreis Heide-Wendland. Immerhin der flächenmäßig größte Fußballkreis in Niedersachsen.

Im Gegensatz zum NFV-Kreis Gifhorn, in dem es mit 80 Pro- und drei Contra-Stimmen deutlich mehr Befürwörter für das NFV-Fortsetzungsszenario gibt, hat sich der Heide-Wendland-Kreis gegen die einstimmig gefasste Empfehlung des NFV gestemmt. Hier ging die Partie mit 30:26 Stimmen an die Abbruch-Befürworter. Gegenwind kommt ohnehin aus ganz Niedersachsen. Zahlreiche Kreise haben dem NFV mit einer Ablehnung zwar noch keinen K. o.-Schlag verpasst, jedoch echte Wirkungstreffer gesetzt.

Die endgültige Entscheidung über die seit dem 13. März ausgesetzte Spielzeit trifft jetzt erneut der NFV-Verbandsvorstand. Jenes Gremium aus NFV-Präsidium und allen Kreisvorsitzenden also, das die Befragung an der Basis erst nach seiner zuvor einstimmig getroffenen Fortführungs-Beschlussempfehlung übers Knie gebrochen hat. Vor einer Woche hatten die Vorstände aller 33 Fußballkreise den NFV-Plan befürwortet, die eingefrorene Spielzeit bei entsprechender Verfügungslage der Behörden möglichst zwischen dem 15. August und 1. September wieder aufzutauen.

Mit den Votings in den Kreisen gibt es nun jedoch von überall her die Retourkutsche. Ob in Wolfsburg, Peine, Oldenburg Land/Delmenhorst, Göttingen-Osterode, Cloppenburg, Ostfriesland, Verden, Northeim-Einbeck, Stade, Nienburg, Vechta oder in der Region Hannover – viele Kreise verpassen dem NFV Denkzettel. Eine Zustimmung ist bisher eben nur aus Gifhorn bekannt.

NFV: Heute wohl keine Entscheidung

Der endgültige NFV-Beschluss auf Fortführung galt bis vor Kurzem noch als sicher und war für den heutigen Freitag angekündigt. Der starke Widerstand beschert nun aber offenbar kalte Füße. Vielleicht auch deshalb wird es in der Kürze der Zeit heute mutmaßlich nicht zu einem finalen Urteil kommen. „Wir werden uns im Verbandsvorstand intensiv mit den Ergebnissen auseinandersetzen und dann das weitere Vorgehen beraten“, erklärt NFV-Präsident Günter Distelrath. Demnach werde ein Fahrplan über die folgenden Schritte entworfen, der dann über die medialen Kanäle des NFV kommuniziert werden soll. Distelrath: „Ein Zeitpunkt, wann der Verbandsvorstand zu einer finalen Beschlussfassung kommen könnte, lässt sich derzeit noch nicht konkret benennen.“ Die Hängepartie geht also weiter.

Mit einem Fortsetzungsbeschluss „ist ein Abbruch nicht vom Tisch“, erklärte unterdessen der NFV-Spielausschussvorsitzende Jürgen Stebani (Melbeck) gegenüber dem IK. Der Starttermin im August/September sei lediglich „gegriffen“.

Geteilte Meinungen

Genaue Zahlen zum Abstimmungsverhältnis in Niedersachsen lagen bis zum gestrigen Abend noch nicht vor.

Ein Blick in andere Landesverbände: In Bayern stimmten rund 68 Prozent der Vereine für eine Fortsetzung der Saison. In Westfalen wollen mehr als 88 Prozent den sofortigen Abbruch, in Brandenburg rund 60.

VON BERND KLINGEBIEL UND ROUVEN PETER

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