Fußball – 2. Kreisklasse 1+2: Punktlos-Duell in Wesendorf

Aufmüpfige Aufsteiger fordern das Topduo

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Doppeltes Blitz-Wiedersehen: Der VfL Wittingen/S. II (r. Jan Eimecke) erwartet den SV Steinhorst zur Pokal-Neuauflage...

Mit erst zwei absolvierten Spieltagen kommt die Tabelle der 2. Fußball-Kreisklasse 1 ohne Frage noch sehr jungfräulich daher. Aber wie heißt es so schön: Man lebt für den Augenblick.

Und der besagt: Die Top Vier des Klassements sind am kommenden Sonntag unter sich! Abwarten, ob der Aufstand der Aufsteiger TSV Brechtorf II (12. 45 Uhr gegen Hoitlingen) und MTV Gamsen III (15 Uhr gegen Eischott) anhält. Zum Duell der Frustrierten kommt es derweil um 13 Uhr in Wesendorf – zur gleichen Zeit kämpft auch der VfL Ummern II in der Parallelstaffel gegen den drohenden Fehlstart.

TSV Brechtorf II – Hoitlinger SV

Wie fühlt sich die Höhenluft an? „Ungewohnt“, grinst Brechtorfs Coach Björn Krögerrecklenfort. Der Neuling hatte beileibe nicht damit gerechnet, nach zwei Spieltagen verlustpunktfrei oben mitzumischen. Umso mehr genießen die Grün-Weißen den Moment, die Vorfreude auf den Derby-Hit gegen den Tabellenzweiten Hoitlinger SV (der wiederum wurde dort oben erwartet) ist enorm. „Hoitlingen ist vor zwei Jahren gegen uns aufgestiegen, wir haben nun nachgezogen. Da freut man sich umso mehr, dass man nun gleich ein Topspiel hat.“ Der HSV hätte sich ebenfalls schon via Facebook gemeldet und seine Begeisterung kundgetan. Krögerrecklenfort ahnt: „Das ist das erste Mal ein Gegner, der uns alles abverlangen wird. Danach werden wir sehen, wohin die Reise gehen wird.“

Wesendorfer SC II – FC Oerrel

...und das gleiche Spielchen ergibt sich auch zwischen dem Wesendorfer SC II (2. v. r. Cisse Karamoko) und dem FC Oerrel (Tom Bokelmann). Beide Teams sind noch punktlos. Fotos: Barrenscheen

Duell der Punktlosen, Duell der Frustrierten. Für Wesendorf II und Oerrel ergibt sich zu einem frühen Zeitpunkt schon so etwas wie ein Schicksalsspiel, wenn nicht gleich zu Beginn der Serie der Abstiegskampf ausgerufen werden soll. Beim WSC gleicht die Ausgangslage noch einem schwebenden Verfahren. „Aufgrund von vielen Verletzten – jetzt schon sieben bei uns und zwei in der ersten Herren – ist es schwer zu sagen, wer überhaupt alles fit ist“, hadert Coach Julian Hoppe. Es seien immer enge Duelle gegen den FCO gewesen, die zu beiden Seiten kippen können. Hoppe: „Wir müssen versuchen, Henning Holdhaus aus dem Spiel zu nehmen und dann auch nicht gleich in den ersten Minuten wieder einem Rückstand hinterherzulaufen. Wenn wir das schaffen, bin ich frohen Mutes, etwas Zählbares zu holen.“

MTV Gamsen III – SV Eischott

Spitzenspiel oder nicht!? Gamsens Trainer René Vranken hält das frische Tableau noch nicht für aussagefähig. „Bis auf Eischott.“ Der SVE hätte sich ja als selbst ernannter Aufstiegsfavorit weit aus dem Fenster gelehnt. „Ich denke zurecht“, glaubt Vranken. Auf seine Riege wartet ergo ein echter Gradmesser. Mit dem 5:3 über Steinhorst hätte die MTV-Dritte „ein kleines Ausrufezeichen“ gesetzt, dennoch sieht er die Rollen klar verteilt: Hier der Aufsteiger, der Punkte für den Klassenerhalt hamstern will – dort der Absteiger, der sofort wieder hoch will. Vranken hofft darauf, dass sein Team trotz der Top-Ausbeute bisher etwas unterschätzt wird: „Das hat man ja oft, dass die Teams nur den Aufsteiger und nicht die Punkte sehen, wo wir ja noch aalglatt sind.“

SV Groß Oesingen II – SV Teutonia Tiddische

Auch der dritte Neuling aus Tiddische hätte gut und gerne für Furore sorgen können, vergab im Gastspiel in Langwedel aber trotz Überzahl eine zwischenzeitliche 2:1-Führung und damit den zweiten Saisonsieg. Das machte Trainer Thomas Kubis „stinksauer“. Dennoch hätten die ersten Vergleiche gezeigt, dass die Teutonen mithalten können. Obwohl sie aktuell sogar noch personell ausgedünnt sind. Womöglich wird auch Kubis selbst wieder die Stiefel schnüren müssen in Groß Oesingen. „Es geht zurzeit nicht anders, uns sind personell die Hände gebunden – ich bringe die Mannschaft ja auch weiter.“ Für den SVTT wird es eine Reise ins Ungewisse, zumal sich der Gegner (erst 0:6 in Eischott, dann 6:3 in Oerrel) als Wundertüte erwies.

SV Langwedel – VfL Knesebeck II

Knesebecks Kicker waren „nicht übermäßig traurig“ über das Aus am Mittwochabend im NFV-Kreis-Gifhorn-Pokal, erklärte Teammanager Andreas Buchwald. Nun könne sich das Team voll und ganz dem Liga-Alltag widmen. Um nicht im Keller Wurzeln zu schlagen, soll etwas Zählbares in Langwedel her. Kein leichtes Unterfangen gegen den verlustpunktfreien Absteiger. Buchwald: „Letztes Jahr hat Langwedel nicht so viel gewonnen, dieses Jahr läuft es ganz gut. Wir müssen uns überraschen lassen, was da kommt.“

SV Hagen-Mahnburg – FC Germania Parsau II

Das hart umkämpfte Derby gegen Knesebeck hat auch beim SV HaMa einige Opfer gefordert. Andre Kessen erlitt einen Knöchelbruch, Torwart Philipp Schmidt trug ein dickes Knie davon, weitere Akteure sind angeschlagen. „Wir sind ganz schön gebeutelt“, seufzt Coach Torsten Haase. Er müsse für Sonntag alles mobilisieren. Damit es mit dem ersten Dreier der Saison klappt. Denn der wäre aktuell wichtig, immerhin zählt Parsau II zu den Abstiegskandidaten. Haase: „Der Dreier muss her, um ins gesicherte Mittelfeld zu kommen. Sonst steht man gleich unten drin.“

VfL Wittingen/S. II – SV Steinhorst

So schnell sieht man sich wieder. Drei Wochen nach dem Pokalduell (1:0 für Steinhorst) gibt’s die Neuauflage in der Meisterschaft. Die derzeit arg gebeutelte Brauereistadt-Reserve sei ja schon im Cup mager bestückt gewesen. „Wenn wir dieses Mal etwas besser besetzt sind, sollte ein Punkt drin sein“, glaubt VfL-Coach Benjamin Litzrodt trotz der jüngsten 2:8-Schmach in Brechtorf. Wobei die Wittinger noch eine weitere personelle Hiobsbotschaft erreichte: Christian Breustedt, im Aufstiegsjahr mit Sergej Löwen an der Spitze der Torjägerliste, hat sich vorerst aus persönlichen Gründen abgemeldet. Litzrodt: „Damit fällt wieder ein wichtiger Mann weg.“

Staffel 2

VfL Germ. Ummern II – SV Meinersen II

Schau mal, wer da mauert... Vor dem Heimspiel gegen das Topteam aus Meinersen unkt Jan Rüngeling alias Tim Taylor, der Heimwerker-König: „Ich muss wohl in den Baumarkt fahren und Zement holen, damit wir Beton anrühren können...“ Denn Ummerns Trainer weiß, was seiner Truppe blüht. Die Gäste sind mit blütenreiner Weste gestartet und verpassten in der Vorsaison nur hauchdünn den Aufstieg. Die VfL-Reserve ziert mit null Zählern das Tabellenende. Die SVM hätte gute Einzelkönner in ihren Reihen. Daher sei oberste Priorität, „hinten kompakt und dicht zu stehen. Dann haben sie irgendwann keinen Bock mehr auf uns – das könnte unsere Chance sein“, präferiert Rüngeling die Rolle als Spielverderber.

Von Ingo Barrenscheen

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