Fußball: Wittinger Kicker reist heute mit drei Freunden zur Weltmeisterschaft in sein Heimatland nach Moskau und spekuliert noch auf Karten-Rückläufer

Auch ohne WM-Ticket freut sich Löwen auf „Mega-Event“

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Kasachstan, Russland, Deutschland: Mit buntem Trikotmix machen sich Alex Meglin (v. l.), Albert Scheck, der Wittinger Sergej Löwen und Andreas Fitz heute auf zur WM nach Moskau.

Wittingen/Moskau. Ab dafür! Tickets für die zwei in Frage kommenden Spiele haben sie (noch) nicht. Denn sie zählten bei der Bewerbungsphase nicht zu den Auserwählten.

Doch vier Freunde mit dem Wittinger Sergej Löwen an der Spitze schlugen am gestrigen Donnerstag via Düsseldorf dennoch den Weg in Richtung Moskau ein. Um ein Teil des großen Ganzen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland zu werden.

Denn der Kumpelkreis hatte das Hotel schon im vergangenen Jahr gebucht. In weiser Voraussicht. „Jetzt hätten wir das Zehnfache bezahlt“, bekräftigt Löwen. Die Spesen sind also überschaubar. Bleibt mehr finanzieller Spielraum, falls es mit den Karten für ein WM-Spiel doch noch klappen sollte. Denn „einen kleinen Funken Hoffnung“ besteht noch. „Das wurde mir so zugezwitschert“, schmunzelt der 35-Jährige. Sein Cousin vor Ort hätte gehört, dass es eventuell noch kurzfristig zurückgegebene Tickets von der FIFA am Stadion geben könnte. Ein kleiner Spalt im Hintertürchen. Zumal in den Reisezeitraum auch das Auftaktmatch der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko fällt. „Das wäre natürlich das Highlight“, sagt Löwen mit funkelnden Augen. Doch die Fahrt treten er und seine Mitstreiter Andreas Fitz (Rühen), Alex Meglin (Weyhausen) und Albert Scheck (Uelzen) so oder so an. „Auch wenn wir nicht im Stadion sein sollten, wird es ein super Trip. In Moskau wird viel aufgeboten – das ist ein Mega-Event. Allein das ist schon der Hammer“, freut sich Löwen riesig auf die kommenden fünf Tage. Als gebürtiger Russe aus dem Kaukasus würde ihn der Global Player „noch mehr dahinziehen.“ Heimatgefühle.

Löwen kommt praktisch aus dem Feiern nicht heraus, ist am vergangenen Sonntag gerade mit der Zweitvertretung des VfL Wittingen/Suderwittingen in die 2. Kreisklasse aufgestiegen. Doch diesen Erfolg wollte er nicht allzu sehr auskosten. „Ich muss meine Leber für die Fahrt schonen“, sagt er augenzwinkernd. Immerhin fällt in den Reise-Zeitraum auch noch die Begegnung zwischen Argentinien und Island. Auf die Hooligans vom kleinen Inselstaat freut sich der Angreifer besonders. „Mit denen kann man feiern. Die Isländer machen mehr Stimmung als manch anderer.“

Weil aber ein Doppel-Herz in seiner Brust schlägt, hat er auch zwei Trikots im Reisekoffer. Das deutsche und das russische. Wobei er dem Gastgeber keine großen Chancen zurechnet. „Wenn Russland Fußball-Weltmeister wird, wäre das so, als wenn Brasilien Eishockey-Weltmeister wird... Ich glaube auch nach den Testspiel-Ergebnissen, sie werden nicht weit kommen.“ Mal sehen, wie weit Löwen und Co. während des WM-Aufenthalts kommen. Nur auf die Fanmeile. Oder doch ins Allerheiligste. Sprich das Luzhniki-Stadion (dort spielen Jogis Jungs gegen Mexiko) oder ins Spartak-Stadion (Argentinien-Island). „Vielleicht haben wir ja Glück...“

Von Ingo Barrenscheen

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